Infizierter Hase gefunden

Landkreis Landsberg: Hasenpest kommt näher

+
Die Tularämie, so der offizielle Name der Hasenpest, ist eine bakterielle Erkrankung. Sie ist bei direktem Kontakt auch auf den Menschen übertragbar.

Landkreis – Nach den Bienen kommen die Hasen: In mehreren bayerischen Landkreisen wurde in den vergangenen Monaten bei tot aufgefundenen Hasen immer wieder die sogenannte Tularämie (Hasenpest) nachgewiesen. Im Landkreis gab es bislang nur einen Fund. Das Veterinär- und das Gesundheitsamt rät dennoch zur Vorsicht.

Bei der Hasenpest handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die vor allem bei wildlebenden Tieren vorkommt. Menschen können sich vor allem bei intensivem Kontakt mit erkrankten Tieren oder deren Ausscheidungen oder beim Umgang mit Kadavern wie beispielsweise beim Enthäuten und Ausnehmen erlegten Wildes, infizieren. Die Tularämie des Menschen ist eher eine Berufskrankheit von Jägern, aber auch von Köchen, Metzgern, Tierärzten und teilweise auch von Landwirten.

Grundsätzlich ist nicht das Landratsamt, sondern der Jäger der richtige Ansprechpartner, wenn man ein Wildtier tot auffindet. Bei der Tularämie handelt es sich nicht, wie etwas bei der Faulbrut der Bienen, um eine anzeigepflichtige Tierseuche. Deshalb wird sie auch nicht von staatlicher Seite aus bekämpft.

Verpackte Kadaver können vom Jäger direkt zur Untersuchung an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gebracht oder aber über das Veterinäramt eingeschickt werden.

Das Veterinäramt und das Gesundheitsamt Landsberg empfehlen folgende Vorsichtsmaßnahmen:

• In freier Natur gefundene, verendete Feldhasen oder Wildkaninchen sollten keinesfalls berührt werden. Ein direkter Kontakt mit Ausscheidungen, Blut und Organen von Wildtieren muss vermieden werden. Wer ein totes Tier findet, sollte stets den jeweiligen Jagdrevierbesitzer oder die Polizei informieren.

• Jäger sollten beim Umgang mit erlegten Feldhasen oder Wildkaninchen Mundschutz und Einmalhandschuhe tragen und nach der Arbeit die Hände gründlich reinigen und desinfizieren.

• Beim Aufbrechen von Feldhasen und Wildkaninchen ist auf Milz-, Leber- oder Lymphknotenschwellungen zu achten. Bei Verdacht muss ein Tierarzt hinzugezogen, das Wildbret darf nicht als Lebensmittel verwendet werden. Die Tierkörper sollten nur über die Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgt werden.

• Wildbret von unauffälligen Feldhasen und Wildkaninchen darf nur gut durchgegart verzehrt werden. Die bei der Zubereitung des Wildbrets benutzten Gegenstände (Messer, Schneidbretter) sollten direkt im Anschluss mit heißem Wasser gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

• Jäger und andere Personen mit Kontakt zu Wildtieren sollten bei unklaren Erkrankungen einen Arzt aufsuchen und diesen hierauf hinweisen.

Das Ansteckungsrisiko für den Menschen ist bei Einhaltung entsprechender Vorsichtsmaßnahmen sehr gering. Mehr Informationen zur Hasenpest gibt es auf der Internetseite des Landratsamtes unterwww.landratsamt-landsberg.de.

Auch interessant

Meistgelesen

Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Bayerische Landesausstellung 2024 kommt nach Landsberg
Bayerische Landesausstellung 2024 kommt nach Landsberg
Der Feuerwehr-Kommandant will ins Uttinger Rathaus
Der Feuerwehr-Kommandant will ins Uttinger Rathaus
Kultgaststätte "Fuchs und Has" in Dettenhofen steht vor dem Aus
Kultgaststätte "Fuchs und Has" in Dettenhofen steht vor dem Aus

Kommentare