dieKunstBaustelle bietet zu Medienstationen umfunktionierte Container

Landkreis Landsberg: Kultur aus dem »Kultainer«

Wolfgang Hauck und Susanne Zehentbauer bei den Kultainern
+
Wolfgang Hauck und Susanne Zehentbauer mit den „Kultainern“, technisch voll ausgestattete Container, in denen kreative Ideen – sei es ein Podcast, ein Poster oder gar eine Online-Zeitung – vor Ort umgesetzt werden können.

Landkreis – Die Idee für mobile Kulturräume ist schon um die halbe Welt gereist. Heuer ist sie auch in Landsberg angekommen. Das Projekt „Kultainer“ des Landsberger Vereins dieKunstBauStelle will Raum für das Entstehen von Kultur bieten – wie der Name schon sagt: im Container. Ab diesem Frühjahr sollen die Medienstationen auf die Reise und auf Sendung gehen.

Vier der Kult-Container sind schon im Dezember als Medienstudios ausgestattet worden und sollen nach der Testphase im Frühjahr als mobile Kulturräume in den Gemeinden des Landkreises stationiert werden. Neben einem Redaktionsbüro sind ein Grafik-, Redaktions- und Ton-Radiostudio mit technischer Ausstattung in Wert von insgesamt 120.000 Euro darin zu finden. „Ebenso im Paket ist eine komplette mobile Open-Air-Kino-Ausstattung mit aufblasbarer Großleinwand“, berichtet der Initiator und Vereinsvorsitzende Wolfgang Hauck.

Von einer eigenen Onlinezeitung, über einen Podcast bis hin zu selbstentworfenen Postern könnten so mitten im Ort die Ideen multimedial und digital umgesetzt werden. „Wir liefern die Technik und unser Know-How,“ so Hauck, „aber die Themen, Inhalte und Geschichten kommen aus den Gemeinden, den Vereinen oder von lokalen Akteuren und Chronisten.“

Denn der Kultainer verstehe sich gleichzeitig auch als ein Ort der sozialen Begegnung, der Schüler, Erwachsene und Senioren gleichermaßen für die Mitgestaltung an kulturellen Projekten und den Austausch darüber begeistern wolle. Zwei bis drei Monate könnte so ein Kultainer als mobiles Medienstudio in einer Gemeinde stehen und „die Türen für die Bewohner und ihre Geschichten“ öffnen, sagt Hauck. Dabei müssten die Gemeinden nur den Transport sowie den Stellplatz, den Strom- und den Internetanschluss zur Verfügung stellen. Aus Spenden und ehrenamtlichen Eigenleistungen steuere dieKunstBauStelle 24.000 Euro bei. Und mit satten 95.752 Euro fördere die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) das Projekt. Es trage dazu bei, Digitalisierung, Struktur- und Innovationsstärkung von Engagement und Ehrenamt in ländlichen Räumen zu fördern. Nach Möglichkeit sollen die Kultainer auch schon bald bei der LandsbergHistoryApp zum Einsatz kommen, führt Hauck aus.

„Die Medienexperten der KunstBauStelle warten schon voller Tatendrang auf den Startschuss“, sagt Hörfunkredakteurin Susanne Zehentbauer, Audiocoach für das Projekt und Vorstandsmitglied des Vereins dieKunstBauStelle.. „Durch die Kultainer können wir mitten im Ort professionelle Technik anbieten und einen niederschwelligen Zugang für alle bieten. Erzähl Deine Geschichte, wir kümmern uns um die Aufbereitung.” Gleichzeitig wolle der Verein aber auch zwischenmenschliche Fähigkeiten und Werte vermitteln, betont Zehentbauer.

Die Idee von zweckentfremdeten – ‚zweckaufgewerteten‘ – Containern hatte Hauck in Flüchtlingslagern in Afghanistan und der Türkei kennengelernt. Dort dienten sie als mobile Theater, mobiler Zirkus oder auch Bibliothek. Was dort als Notlösung eingesetzt wurde, könne nun auch im Landkreis neue Möglichkeiten eröffnen. Er hoffe, dass das Pilotprojekt auch in anderen Landkreisen zur Nachahmung anregen werde.

Mehr unter www.diekunstbaustelle.de/project/kultainer-mobile-medienstudios-fuer-den-laendlichen-raum.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona im Landkreis Landsberg: im Zehnerschritt nach oben
Corona im Landkreis Landsberg: im Zehnerschritt nach oben
Nach 36 Jahren hört Josef Loy als Eresinger Bürgermeister auf
Nach 36 Jahren hört Josef Loy als Eresinger Bürgermeister auf

Kommentare