Jetzt fehlt nur noch der Impfstoff

Landkreis Landsberg: Möge das Impfen beginnen

Impfzentrum Penzing Fliegerhorst
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Die Vorbereitungen im Impfzentrum auf dem Fliegerhorst bei Penzing sind abgeschlossen. Jetzt fehlt nur noch der Impfstoff.
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Die Vorbereitungen im Impfzentrum auf dem Fliegerhorst bei Penzing sind abgeschlossen. Jetzt fehlt nur noch der Impfstoff.

Penzing – Schwarz auf Gelb und damit unübersehbar prangt das Wort „Impfzentrum“ am ehemaligen Tower-Gebäude auf dem Fliegerhorst. Einrichtung und Inventar sind bereit, verspricht Kristina-Desirée Reinelt, Pressesprecherin der Johanniter Oberbayern, die das Impfzentrum betreiben. Medizinisches Material werde täglich angeliefert. Insofern stehe alles bereit, „wir warten nur noch auf den Impfstoff“.

Und der „ist eine Diva“, wie Landratsamtsmitarbeiter Peter Rasch bei einer Führung durch das Gebäude mitteilt. Geliefert wird er in Chargen von 975 Impfdosen. Ist er angekommen, kann er vier Tage ‚überleben‘ – normalerweise muss er bei minus 70 Grad gekühlt werden. „Hat man ihn entnommen, muss man ihn vorsichtig mehrere Male drehen“, weiß Rasch weiter. Ist das geschehen, ist er nicht mehr transportierbar – muss also verabreicht werden.

Impfstart ist voraussichtlich der 27. Dezember. Allerdings werde man zuerst mobil unterwegs sein und beispielsweise Mitarbeiter und Bewohner von Pflegeheimen impfen. Natürlich nur die, die es wollen. „Wir können jetzt noch nicht abschätzen, wie viele Personen wir in den ersten Tagen versorgen müssen und können“, so Rasch. Um die knapp tausend Impfdosen in den vier Tagen zu ‚verimpfen‘, müssen aber pro Tag logischerweise knapp 250 Impfdosen verabreicht werden. „Wir kalkulieren für den Anfang mit 200 pro Tag. Aber wir müssen Gas geben“, weiß Rasch.

Impfen in sechs Stationen

Den Impfablauf erklären zwei Mitarbeiter der Johanniter, der medizinische Assistent Maximilian Weigt und Andreas Ortmann, Leiter der Verwaltung. Die zu impfenden Personen werden im ehemaligen Tower-Gebäude durch sechs Stationen im Erdgeschoss geschleust – alles im Einbahnsystem und mit drei Personen pro zehn Minuten eng getaktet, um unnötige Kontakte zu vermeiden. Bei der Anmeldung wird zeitgleich die Symptomfreiheit der Person überprüft. Ist jemand auffällig, wird er gleich zur Teststation in der Nachbarschaft geleitet. Danach werden die Unterlagen – der ‚Papierkram‘ – geprüft, ein Fragebogen bezüglich Vorerkrankungen und Allergien ausgefüllt. In einem Wartebereich läuft ein kurzer Film, der Fragen rund um die Impfung beantwortet. Zum Beispiel die, warum der Impfstoff so schnell entwickelt und auch zugelassen werden konnte, obwohl die Impfstoffentwicklung normalerweise Jahre dauert oder auch Informationen zu möglichen Nebenwirkungen. „Den Film wird voraussichtlich das Landratsamt mithilfe von Versorgungsarzt Dr. Markus Hüttl erstellen“, sagt Rasch.

Anschließend folgt ein Impfgespräch, in dem mögliche Vorerkrankungen, Allergien und Ähnliches mit einem Arzt abgeklärt werden. Dann erst geht es zum Impfen.

In dem Raum stehen zwei Liegen, abgetrennt durch einen Paravent, daneben medizinische Ausrüstung. Ein Medizinischer Fachangestellter (MFA) gibt die Spritze, prüft, ob eine Überreaktion auftritt, bevor der Geimpfte in den letzten Raum kommt, wo er unter Betreuung der Johanniter 15 Minuten bleibt, bevor er das Gebäude am Gangende wieder verlassen kann. Sollten hier akute Probleme auftreten, steht die Notversorgungsausrüstung bereit.

Terminkoordination

Sobald eine Impfdosis beim Zulieferer bestellt wird, legt dieser die zweite, die für eine Immunisierung notwendig ist, bereits zurück. Der zweite Impftermin, der drei Wochen später liegt, wird auch zeitgleich mit dem ersten vereinbart. „Es kann also nicht passieren, dass jemand nur die erste Impfung erhält“, verspricht Rasch.

Für den reibungslosen Ablauf sollen rund 25 Mitarbeiter in zwei Schichten sorgen, so Pressesprecherin Reinelt, „pro Schicht vier Ärzte, drei MFA und sechs Verwaltungsangestellte.“ Voraussichtlich werde das Impfzentrum von Montag bis Samstag jeweils von 8 bis 18 Uhr geöffnet sein. Dazu kommen zwei mobile Impfteams, die zum Beispiel Heime oder Kliniken anfahren. „Wir können das aber ohne Probleme ausweiten, wenn der Bedarf größer ist“, so Reinelt. Dass die Software, die auch eine Online-Anmeldung zum Impfen ermöglicht, momentan noch nicht einsatzbereit ist, sieht Rasch momentan gelassen: „Die Menschen über 80 sind nicht unbedingt die, die sich online zum Impfen anmelden würden.“

Mit den ersten Impfungen bei einem möglichen Start am 27. Dezember werde man Pflege- und Seniorenheime – Bewohner und Personal – mobil versorgen. Man habe bereits rund 7.200 Landkreis-Bewohner über 80 Jahre angeschrieben und über die Impfung informiert, so Rasch. „Aber wir wissen nicht, wie viele davon impfwillig sind.“ Die ersten 975 Impfdosen für knapp 490 Impfwillige seien aber wohl schnell verbraucht.

Den Regelbetrieb im Impfzentrum und damit die Impfung für die Landkreisbewohner über 80, die nicht in einer Einrichtung untergebracht sind, starte man wohl erst am 5. Januar.

• Impfreihenfolge

„Wir fangen jetzt mit den über 80-Jährigen, den Höchstbetagten, den Pflegebedürftigen und denjenigen, die sie pflegen und betreuen, an“, nennt Gesundheitsminister Jens Spahn die Reihenfolge. In der zweiten Gruppe sollen Menschen über 70 Jahre geimpft werden, dazu Demenzkranke, Menschen mit Trisomie 21 und Transplantationspatienten. Dazu kommen Menschen, die in Gruppenunterkünften leben und enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen. Die dritte Gruppe beinhaltet die über 60-Jährigen sowie chronisch Kranke, Erzieher und Lehrer und auch Mitarbeiter im Einzelhandel.

• Wie funktioniert‘s?

mRNA (Boten-RNA) ist die „Bauanleitung“ für jedes Eiweiß des Körpers. Im mRNA-Impfstoff ist eine „Bauanleitung“ für einen Virusbaustein (das ‚Spikeprotein‘) enthalten. Dieses Protein ist harmlos, der Impfstoff nicht infektiös. Die im Impfstoff enthaltene mRNA wird nicht in die DNA eingebaut, sondern nach einigen Tagen abgebaut. Die vom Körper gebildeten Spikeproteine werden vom Immunsystem als Fremdeiweiße erkannt. Dadurch werden Antikörper gegen das Virus sowie Abwehrzellen gebildet. So entsteht sieben Tage nach der zweiten Impfung eine schützende Immunantwort. Nach bisherigen Studien verhindert die Impfung zu 95 Prozent eine Infektion.

• Impfreaktionen

Vom RKI genannt werden Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Frösteln und Gelenkschmerzen. Auch Fieber und Durchfall sowie Erbrechen treten auf. Grundsätzlich können wie bei allen Impfstoffen in sehr seltenen Fällen eine allergische Sofortreaktion bis hin zum Schock oder andere Komplikationen nicht ausgeschlossen werden. Deshalb wird die Impfung von einem Arzt betreut. In den USA wurde diese Reaktion bei sechs von insgesamt 270.000 Geimpften beobachtet.

Nicht geimpft werden Jugendliche unter 16 Jahren. Auch Schwangeren und Frauen in der Stillzeit empfiehlt das RKI, noch mit der Impfung zu warten, da dazu noch keine ausreichenden Daten vorliegen.

• Impfzentrum

Das Impfzentrum wird unter Telefon 08191/129 18 70 erreichbar sein.

Susanne Greiner

Rubriklistenbild: © Greiner

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