Urlaub zu Coronazeiten

Landkreis Landsberg: Die neue C-Welle - Camping und Caravan

+
Die Dauercamper auf dem Uttinger Campingplatz sind nach dem „Corona-Zwangsurlaub zuhause“ wieder in ihre Freizeit-Oasen zurückgekehrt.

Landkreis – Gottlob, mit dem langsamen Abebben der Corona-Welle darf man wieder reisen und urlauben. Doch statt Malle oder Gardasee werden laut Umfragen weit mehr Deutsche als sonst ihre Ferien im eigenen Land verbringen. Nicht nur Hotels und Pensionen zwischen St. Peter-Ording und Oberstdorf freuen sich nach der Zwangspause auf Urlauber, auch Caravan- und Campingplätze stehen heuer hoch im Kurs.

Ein beliebtes Ziele ist natürlich die Gegend zwischen Landsberg und Ammersee. Wir haben uns bei den großen Campingplätzen in Utting und Landsberg sowie in St. Alban umgesehen, ob sie auf den Ansturm vorbereitet sind.

St. Alban-Pächter Ivan Pavic schreibt auf seiner Webseite, dass sein kleiner Platz direkt am Ammersee vom 27. Juni bis 12. Juli und vom 26. Juli bis 23. August komplett ausgebucht ist. Kein Wunder, denn wegen dem Bootshallenbau für das Ammersee-Gymnasium kann er nur noch 22 Stellplätze für Caravans vermieten. Wie eine Vorwarnung klingt sein Hinweis: „Die Außenanlagen wie auch die Zufahrt zum Campingplatz sind seitens des Eigentümers (Landkreis Landsberg) noch nicht hergerichtet, sodass der erste Eindruck vom Campingplatz beeinträchtigt ist. Dafür bitten wir um Entschuldigung.“

Einladend dagegen der Campingplatz im Uttinger Erholungsgelände. Pächter Bernd Pickl spricht bereits jetzt von einer sehr zufriedenstellenden Reservierungsquote für die restliche Saison. Und er ist happy, dass die wegen Corona zwangsweise nach Hause geschickten 176 Dauercamper ausnahmslos zurückgekehrt sind. Für die restlichen 88 Caravan- und Wohnwagen-Stellplätze sowie die 80 Zeltplätze kämen laufend Buchungsanfragen, so Pickl.

Ein Renner scheinen die elf neuen Mobilen Homes in Form von hölzernen Campingfässern zu werden, die rechtzeitig vor Saisonbeginn angeliefert und als neue Attraktion auf dem Platz installiert wurden. An den Bootsliegeplätzen wurden sieben und gegenüber der Rezeption vier dieser momentan in ganz Europa gefragten Alternativen zu Wohnmobil oder Zelt aufgestellt.

Coronabedingt mussten die sanitären Anlagen den Abstandsregeln entsprechend teilweise verkleinert oder gesperrt werden, was die Pfingsturlauber aber klaglos akzeptiert haben.

Schlechte Buchungsrate

Was einen Aufenthalt neben Badespaß und Wassersport in Utting scheinbar so reizvoll macht, ist das gastronomische Angebot direkt am Campingplatz. Der „Pavillion am See“ oder die „Alte Villa“ mit riesigem Biergarten bieten das absolute Urlaubsfeeling.

Wegen Corona noch nicht zufrieden mit der Saison ist dagegen Sergej Nikolajenko vom Campingplatz Landsberg an der Romantischen Straße. Obwohl das großzügige Gelände für Caravans und Zelte der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge in die Berge, an den Ammersee oder für Sightseeing- und Shoppingtouren nach Landsberg, Augsburg oder München ist, könnte die Buchungsrate besser sein, so Nikolajenko.

Was aber sicher noch kommt, denn das Gelände mit Gasthof und Biergarten ist überwiegend schattig und bietet auch im Sommer angenehmen Schutz gegen die Hitze. Der Landsberger Platz zeichnet sich zudem durch breite Fahrwege zwischen den über 500 Stellplätzen für Wohnwagen und Wohnmobile aus. Die separate Zeltwiese kann bis zu 500 Zelte aufnehmen. Die zwei Sanitärgebäude, der Babywickelraum und die behindertengerechten Einrichtungen wurden nach Corona-Vorschriften angepasst.

Christian Günther, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Campingwirtschaft, freut sich über den zu erwartenden Camping-Boom in Deutschland. Schließlich sei Camping mit seinem autarken Charakter und den großzügig angelegten Plätzen die ideale Reiseform für einen möglichst „kontaktarmen“ Urlaub. Das Wohnmobil sei eine unabhängige Reise-Option mit Social Distancing. Man müsse nicht durch volle Hotellobbys laufen oder sich am Buffet anstellen. Im Wohnmobil könne man sich selbst versorgen, autonom unterwegs sein und habe dazu noch einen sicheren Rückzugsort.
Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Landsberg, Starnberg und Dachau: Telefonbetrüger erbeuten 360.000 Euro
Landsberg, Starnberg und Dachau: Telefonbetrüger erbeuten 360.000 Euro
Säulenhalle Landsberg: die 32. Jahresausstellung des RBK
Säulenhalle Landsberg: die 32. Jahresausstellung des RBK
BRK-Sozialzentrum: Startschuss für den ersten Bauabschnitt
BRK-Sozialzentrum: Startschuss für den ersten Bauabschnitt
Tempo 30 in Schondorf: Feinuntersuchung der Staatsstraße
Tempo 30 in Schondorf: Feinuntersuchung der Staatsstraße

Kommentare