Antrag der Grünen abgelehnt

Nicht umsonst in Kreisbädern planschen

Becken Freibad Thaining
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Thaining (Foto) und Kaufering sind die zwei Kreisbäder, die momentan offen sind. Der Antrag der Grünen, Kinder und jugendliche kostenlos einzulassen, wurde abgelehnt. 
  • Susanne Greiner
    VonSusanne Greiner
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Landkreis – Die Bäder sind wieder offen und die Sommerferien stehen vor der Tür. Nach der langen Zeit, in der auch Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit stark eingeschränkt waren, lockt ein Freibadbesuch umso mehr. Um deren ‚Mitmachen‘ in der Corona-Pandemie auch politisch zu würden, hat die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen einen Antrag auf kostenlosen Eintritt für Kinder und Jugendliche aus dem Landkreis in die kreiseigenen Bäder gestellt – in München seit Mai bereits möglich. Der Antrag wurde aber abgelehnt.

Als Grund für ihren Antrag nennen die Grünen die psychische Belastung durch die „soziale Isolation bei unseren Kindern und Jugendlichen“, die sich jetzt immer mehr im psychischen Bereich bemerkbar mache. Diese Folgen belegten auch wissenschaftliche Studien. Fast ein Drittel der Jugendlichen zeige psychische Auffälligkeiten „bis hin zu Angststörungen oder Depressionen“. Auch körperliche Folgen wie beispielsweise Übergewicht seien inzwischen wissenschaftlich belegt.

Durch den kostenlosen Eintritt könne man Kindern und Jugendlichen wieder ein „unbeschwertes Sozialleben“ ermöglichen. Zusätzlich könnten viele Familien dieses Jahr nicht in den Urlaub fahren – oder sie könnten sich einen Urlaub aufgrund der Einbußen durch Corona gar nicht leisten. Die Kosten für bereits gekaufte Saisonkarten sollten dementsprechend erstattet werden.

Für den Antrag stimmten im Kreisausschuss vergangene Woche lediglich die vier Kreisräte der Grünen und ÖDP, die anderen neun Kreisräte stimmten dagegen. Es sei verwaltungstechnisch „ein gewisser Aufwand“, das Kassensystem und die hinterlegten Preise für Kinder, Jugendliche oder eben auch Familien umzustellen, sagte Bäderreferatsleiter Thomas Zeck. Aufwendig sei auch die (ganz oder teilweise) Erstattung der bereits an Jugendliche oder auch an Familien verkauften Saisonkarten. Zudem sei die Besucherzahl wegen Corona beschränkt.Gerade in den Ferien wollen mehr Gäste als sonst ins Bad – und Greifenberg sei zudem geschlossen. Wen solle man denn zuerst einlassen, wenn sich vor dem Bad eine Schlange bilde? „Man kann in dieser Situation nicht abschätzen, ob das zu Problemen führt“, antwortet Pressesprecher Wolfgang Müller auf Anfrage des KREISBOTEN. Unter den Wartenden seien ja auch immer Personen, die im Besitz von Saisonkarten seien – und somit eigentlich täglich ins Bad könnten.

Landrat Thomas Eichinger bot an, das Thema auf dem Bäderausschuss im Oktober nochmals anzugehen – dann natürlich für die kommende Badesaison. Diesen Vorschlag lehnten Alexander Herrmann (Grüne) und auch Robert Sedlmayr (ÖVP) ab. Die Pandemie sei jetzt, es gehe darum, Entbehrungen jetzt auszugleichen, nicht erst im nächsten Jahr. Es müsse schon „einen zeitlichen Zusammenhang geben“, so Dr. Peter Friedl von den Grünen. Insgesamt wirkten die Gegenargumente auf ihn etwas „konstruiert“.

Die Entscheidung, ob das Thema im Oktober nochmals auf die Tagesordnung im Ausschuss gesetzt wird, blieb laut Wolfgang Müller offen.

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