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"Am Thema MVV arbeiten"

Landkreis Landsberg und MVV: Wie geht es weiter?

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Bisher endet am Geltendorfer Bahnhof der Tarifverbund des MVV.

Landkreis – Seit 1990 wird an dem Thema gebastelt: Kann der Landkreis in den Münchener Verkehrs- und Tarifverbund MVV aufgenommen werden? Wenn ja, wann? Und was würde sich für ÖPNV-Nutzer im Landkreis ändern? Am 29. Januar könnte sich etwas bewegen. Dann findet eine Sitzung der Struktur- und Verkehrskommission im Landrats­amt statt. Mit dabei ist auch ein Vertreter des MVV.

„Der Geschäftsführer des MVV hat mir in der Weihnachtskarte geschrieben, dass er sich freue, 2019 an dem Thema Aufnahme in den MVV mit mir arbeiten zu können“, erzählt Landrat Thomas Eichinger (CSU). Grund für den Neuanstoß des Themas MVV in 2019 ist die Absicht des Freistaats Bayern, sich für die Ausweitung der bisherigen Verkehrsverbünde einzusetzen, gibt Wolfgang Oeser, Pressesprecher der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), an. Dafür sei eine neue Stelle im Amt Wohnen, Bau und Verkehr geschaffen worden. Diese ‚Absicht‘ des Freistaats heißt schlicht: finanzielle Unterstützung. Denn bisher muss ein Landkreis, der in einen Tarifverbund aufgenommen werden will, Ausgleichszahlungen leisten. Am Beispiel Landsberg sind das Zahlungen an die BRB: Sollte ein MVV-Ticket bis Landsberg gelten, entsteht beim neuen Ticketpreis ein ‚Harmonisierungsverlust‘ für die BRB. Denn das Ticket München-Landsberg würde weniger als die Summe der beiden bisherigen Tarife kosten. Konkret: Das Tagesticket Geltendorf–München kostet im Moment 13 Euro, das Ticket Geltendorf-Landsberg hin und zurück zehn Euro. Sollte Landsberg in den MVV rutschen, dürfte der neue Gesamtpreis Landsberg-München-Landsberg niedriger als 23 Euro liegen. Den fehlenden Betrag zum bisherigen Preis, den ‚Durchtarifierungsverlust‘, müsste der Landkreis zahlen. Bisher ging man dabei von rund vier Millionen Euro im Jahr aus. Eine Summe, für die sich der Landkreis Unterstützung aus dem neu geschaffenen Fonds des Freistaats holen könnte. All das findet im Zuge der neuen Ausschreibung des Münchener S-Bahn-Netzes statt. Hier laufen laut Oeser bereits Verhandlungen zwischen S-Bahn München (DB Regio) und BEG.

„Dieser Tarifausgleichsbetrag wird ein spannendes Thema“, sagt Eichinger. Eine Aufnahme in den MVV führe zwar nicht auto­matisch zu mehr Verbindungen. Aber er werde eine positive Auswirkung auf die Ticketpreise haben. Eine rosige Aussicht. Denn der ÖPNV sei „die größte Herausforderung, die wir haben“, ist Eichinger überzeugt. „Dafür müssen wir Geld in die Hand nehmen.“

Dass der Landkreis Landsberg in den ÖPNV investieren muss, zeigte sich auch bei der Insolvenz der Firma Eisele. Einige Buslinien konnte Eisele nur noch mit einem Defizit aufrechterhalten. Als bei der Insolvenz das Unternehmen mit sofortiger Wirkung die Fahrten auf sämtlichen Buslinien einstellen musste, lag es am Landkreis, innerhalb kürzester Zeit Ersatzunternehmen zu finden, die den Busverkehr übernehmen konnten. Zwar konnte er sie finden, ist aber nun mit einem jährlichen Zuschuss von 200.000 Euro an den bis dato eigenwirtschaftlich fahrenden Linien beteiligt. „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, zitiert Eichinger Hölderlin.

Auch die Verbesserung der Parkplatzsituation an den Bahnhöfen in Geltendorf und Kaufering werde für den Landkreis 2019 ein wichtiges Ziel sein, so der Landrat. Dass den Geltendorfer Bahnhof nicht mehr die Gemeinde sondern ein Privatunternehmen bewirtschafte, die nun Parkgebühren erhebe, sei der Flop des Jahres 2018 gewesen, eine „ungünstige Entwicklung, um die wir uns kümmern müssen“. Derzeit versucht der Landkreis gemeinsam mit der Kommune eine Lösung zu finden.

Parallel zum ÖPNV solle aber auch das Straßennetz ausgebaut werden. Die individuelle Mobilität müsse vor allem deshalb garantiert werden, da Landsberg ein Flächenlandkreis und man noch weit von einer lückenlosen ÖPNV-Verbindung auch der kleinen Dörfer entfernt sei. Damit einher gehe der Bedarf an Parkplätzen, so Eichinger. Wobei neue Konzepte gefragt sind. Denn eine „Discounter-Lösung“ – direkt vor der Haustüre des Arbeitsplatzes parken – sei oft nicht mehr machbar.

Susanne Greiner

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