Jugendsozialhilfe an Schulen

JaS im Landkreis Landsberg: Vier Schulen gehen leer aus

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Jugendsozialarbeit an Schulen ist erwiesenermaßen effektiv. Dennoch bekommen vier Schulen im Landkreis heuer keine JaS-Stelle: Der Freistaat fördert erst wieder 2021.

Landkreis – Die unter JaS bekannte Jugendsozialarbeit an Schulen ist auch im Landkreis bereits an vielen Orten umgesetzt. Dieses Jahr sollten eigentlich auch die Grundschulen Finning-Hofstetten, Utting und Igling sowie die Mädchenrealschule in Dießen jeweils eine halbe Vollkraftstelle bekommen. Daraus wird aber nichts, wie jetzt im Jugendhilfeausschuss herauskam.

Denn die dafür geplanten vier Stellen können nicht im Stellenplan 2020 berücksichtigt werden, informierte Jugendamtsleiter Peter Rasch. Der Grund dafür liege allerdings beim Freistaat. Der hatte zwar im Doppelhaushalt 2019/2020 die Förderung von 1.000 Planstellen eingeplant. Dieses Kontingent sei jedoch schon voll ausgeschöpft, informierte das Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales den Landkreis im September vergangenen Jahres. Eine weitere Förderung sei erst 2021/2022 möglich.

Das Problem: Würde der Landkreis bereits in diesem Jahr die vier Stellen besetzen, bevor der Freistaat weitere Förderungen für 2021 beschlossen hat, steht er dumm da. So etwas sei „förderschädlich“, informiert das Ministerium. Der Landkreis würde demnach kein Fördergeld für diese vier Stellen erhalten, selbst dann nicht, wenn weitere Gelder ab 2021 zur Verfügung stehen würden.

Der Landkreis stehe nun in einer Konfliktsituation, schrieb Landrat Thomas Eichinger (CSU) an Sozialministerin Kerstin Schreyer. Einerseits habe man die Einführung der Stellen beschlossen. Andererseits sei man zu „Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit verpflichtet“. Ob denn eine rechtsgültige Zusage möglich sei, dass die Stellen nicht von der Förderung ab 2021 ausgeschlossen würden?

Nein, antwortete Schreyer. Die dritte JaS-Ausbaustufe auf 1.280 Stellen könne erst starten, wenn der Landtag die dafür nötigen Mittel im Haushalt 2021/2022 bereitstelle. Ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn sei somit nicht möglich. Zudem habe man bereits die letzten „bedarfsgerechten Forderungen“ des Landrats „sofort umgesetzt“. „Damit haben wir jeden Spielraum offensiv genutzt.“ Letztlich handele es sich bei JaS ja auch um eine Maßnahme, „für die die alleinige Zuständigkeit beim örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe liegt“.

Kurzum: Kein Geld, keine JaS für Finning-Hofstetten, Utting, Igling und Dießen. Der Jugendhilfeausschuss empfahl dem Kreistag, die geplanten Stellen erst zum Januar 2021 zu besetzen. Allerdings nur unter der Vor­aussetzung, dass dann der Staat fördert. Die Empfehlung war einstimmig.
Susanne Greiner

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