GU für Asylbewerber

Der Landkreis will Bauträger werden

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Welle der Hilfsbereitsschaft: Bei einem runden Tisch Mitte Dezember in Erpfting lernten Vertreter von Kirchen, Organisationen und Vereinen sowie hilfsbereite Bürger und die neu angekommenen Asylbewerber einander kennen.

Landkreis – „Ich kann mir gut vorstellen, eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber zu bauen“, schlug Landrat Walter Eichner (CSU) im Dezember bereits vor. Der Landkreis könne somit als Bau­träger auftreten und das Gebäude über einen Mietver­trag mit dem Freistaat refinanzieren.

Derzeit sind die 101 Asylbewerber des Landkreises in Kaufering und Erpfting unterge­bracht, eigentlich war das nur eine vorübergehende Lösung – eine Gemeinschaftsunterkunft ist daher seit Längerem ein Thema für den Landrat.

Bei einer Besprechung mit Vertretern der Regierung, der Stadt Landsberg und des Landratsamtes im Dezember stellte sich allerdings heraus, dass der Freistaat Bayern zumindest auf absehbare Zeit keine Gemeinschaftsunterkunft bauen kann. Dafür müssen laut Ernst Schilcher, im Landratsamt für Asylbewerber verantwortlich, zuerst Mittel in den Haushalt des Freistaates eingestellt werden, und dazu brauche es entsprechende Vorplanungen.

Eichner hatte daraufhin die Idee, dass der Landkreis auf einem vom Freistaat zur Verfügung gestellten Grundstück eine GU bauen könne. „Der Landkreis ist dann der Bauträger“, erklärte Schilcher. „Die Kosten könnten im Rahmen eines zehn Jahre langen Mietvertrages refinanziert werden.“ Für die Errichtung allerdings seien rund 3,5 Millionen Euro notwendig. Eichner betonte: „Wir würden nicht mit einem Cent hängenbleiben.“

In Modularbauweise könne man dafür zwei bis drei Gebäude für 150 Personen errichten. „Diese sollen nicht nur aus Doppelzimmern bestehen“, so Schilcher. „Sie sollen so gestaltet sein, dass sie auch eine andere Verwendung finden, wenn die Asylbewerberproblematik einmal wegfällt.“ Etwa könne man die GU dann zu Sozialwohnungen umfunktionieren oder umbauen. Letzteres stieß auf besonders große Zustimmung, Eichner betonte allerdings, dass das erst in den weiteren Verhandlungen mit dem Freistaat genauer thematisiert werde.

„Ich finde den Ansatz goldrichtig“, betonte Dr. Klaus Bühler (UBV). „Ist es denn realis­tisch mit 150 Asylbewerbern zu rechnen“, fragte sich zudem Markus Wasserle (FDP). „Die Zahl der Asylbewerber für einen Landkreis wird nach den Einwohnern berechnet“, erläuterte Schilcher. „Die Prognose vom Sozialministerium sieht allein für dieses Jahr einen Zuwachs von rund 20 Prozent vor.“ Zahlenmäßig wolle Eichner sich allerdings noch nicht genau fest­legen: „Was passiert in Afghanistan, Syrien oder Mali? Das weiß keiner so genau.“

Grundsätzlich sei der Landkreis bereit, für die Asylbewerber eine GU zu errichten. Ein­stimmig beauftragte der Kreisausschuss die Verwaltung, weitere Verhandlungen mit dem Freistaat zu führen.

Janina Bauch


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