Wohnheim in Landsberg?

Junge Kräfte für die Region

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Vorübergehend werden die auswärtigen Schüler der Beruflichen Schulen in Wohncontainern am Agrarbildungszentrum untergebracht – als dauerhafte Lösung prüft der Landkreis jetzt ein kombiniertes Wohnheim für Schulen, Betriebe und soziale Einrichtungen.

Landkreis – Immer mehr Schüler von außerhalb des Landkreises besuchen die Beruflichen Schulen in Landsberg. Für sie muss der Landkreis eine Unterbringung bereitsstellen und zeiht nun ein kombiniertes Wohnheim in Betracht. Denn auch Sozialverbände und Arbeitgeber sind an Unterbringungen interessiert.

Neben den Überlegungen der Landkreisverwaltung, eine dauerhafte Lösung für die Schülerunterbringung zu finden, haben auch Arbeitgeber grundsätzlich einen Bedarf für kostengünstige Übernachtungsplätze beziehungsweise Wohnraum angemeldet. Wie Landrat Eichner und Kim Naths aus der Schulverwaltung dem Kreisausschuss vergangene Woche mitteilten, hat es bereits zwei Gesprächsrunden zu dem Thema mit Vertretern von unterschiedlichen Unternehmen und Organisationen gegeben. Dabei habe sich ein hohes Interesse an einer Einrichtung eines Wohnheimes für unterschiedliche Zielgruppen abgezeichnet.

Hinzu kommt, dass die bisherigen Übernachtungsmöglichkeiten für die auswärtigen Schüler der Berufsschule nun nicht mehr zur Verfügung stehen. Bislang waren sie im Agrarbildungszentrum untergebracht, dieses wird jedoch umgebaut und man bot an, dass Wohncontainer für die Schüler im Innenhof aufgestellt werden können. Diese Lösung befürwortete der Kreisausschuss bereits im vergangenen Jahr und der Kämmerer stellte für 2014 rund 140000 Euro dafür in den Haushalt.

Nun berechnete der Bezirk Oberbayern die Kosten für die Maßnahme erneut: inklusive Auf- und Rückbau der Container kam man auf rund 58000 Euro. Die Kosten für die Inneneinrichtung konnte der Landkreis bislang aber sogar senken, nachdem man sich für weniger hochwertige Möbel entschied, sparte man knapp 37000 Euro. Unter dem Strich blieben aber immer noch rund 20000 Euro Mehrkosten, denen der Kreisausschuss dennoch zustimmte.

Mittlerweile stehen die Container mit 32 Plätzen: die Kreisverwaltung rechnet mit einer Inbe­triebnahme etwa Mitte März. „Wir wollen ja auch den Zuzug junger Menschen in unseren Landkreis unterstützen“, meinte Eichner. „Und wir müssen uns ja auch überlegen: Wie bringen wir Fachkräfte her?“ Daher schlugen Eichner und Naths vor, dass die Verwaltung den Bedarf, einen Standort und mögliche Betreibermodelle für ein künftiges kombiniertes Wohnheim prüft, was auch die Kreisausschussmitglieder befürworteten.

Im Heilig-Geist-Spital?

Am Rande eines Gesprächs mit dem Landrat hatte im Vorfeld Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) die jetzigen Räume des Heilig-Geist-Spitals als Standort für ein Wohnheim vorgeschlagen. „Bisher haben wir das nicht weiter geprüft“, erklärt Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes. Es könne aber sein, dass die Kreissverwaltung auch das Heilig-Geist-Spital als möglichen Stand­ort für das Wohnheim weiter untersucht.

Andreas Létang, Pressesprecher der Stadt und zuvor Leiter des städtischen Seniorenheimes, kann sich das nicht vor­stellen. „Es gibt einen Stadtratsbeschluss, der besagt, dass in das Gebäude und auch den Anbau betreutes Wohnen kommen soll.“ Die Idee, dort ein kombiniertes Wohnheim für junge Arbeitnehmer und Schüler unterzubringen, sei damit eigentlich hinfällig – außer der Stadtrat würde seinen Beschluss wieder aufheben.

Janina Reich

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