Langsame Annäherung

Landkreis und Stadt verständigen sich auf einen städtebaulichen Wettbewerb

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Der neue Flächennutzungsplan. Ob es dabei bleibt ist noch ungewiss.

Landsberg – Die Stadt ist gegen eine komplette Verlagerung des Landratsamts in den Osten. Sie ist auch gegen eine isolierte Planung; die Außenstelle, die dreizehn bisherige Standorte mit 300 Mitarbeitern auf 12.000 Quadratmetern Geschossfläche zusammenfassen soll, muss sich städtebaulich einpassen. Auf dieser Grundlage haben sich beide Gebietskörperschaften auf einen städtebaulichen Wettbewerb geeinigt, den das Landratsamt verantwortet, bei dem als Spin-Off aber auch die Umkreisplanung erfolgt. So langsam nähern sich die beiden an.

Streitig ist aber, wie groß dieser Umkreis definiert wird – und dieser Streit wird im Stadtrat geführt. Hilfreich ist die Grafik, die einen Ausschnitt aus dem neuen Flächennutzungsplan zeigt.

Einigkeit besteht dahingehend, dass eine Fläche nördlich der (orange eingezeichneten) Landratsamtsaußenstelle industriell oder gewerblich genutzt werden soll.

Unstreitig ist auch, dass ein Stück östlich der Außenstelle für ähnliche Zwecke zur Verfügung stehen soll. Beides zusammen könnte man als „Gewerbegebiet X“ bezeichnen; es ist in der Grafik grau eingezeichnet. Auf dieses Gebiet hatten sich die Fraktionen geeinigt, als es ihnen darum ging, eine neue Gewerbefläche nördlich der Straße „Am Kornfeld“ zu vermeiden.

Der Wettbewerb bezieht sich aber auf die gesamte Fläche vom Fachmarktzentrum bis zur Autobahnauffahrt, damit auch auf ein Grundstück im Besitz des Klosters der Dominikanerinnen (rot schraffiert), dessen gewerbliche Nutzung (als „Gewerbegebiet Y“) bisher nicht im Gespräch war.

Mit der Überplanung dieser bislang nicht in Rede stehenden Fläche sind die Dominikanerinnen zwar einverstanden, eine Minderheit im Stadtrat, zu denen die Grünen gehören, aber nicht. Sie verweist auf die hohe Qualität des Bodens im Landsberger Osten. Wenn überhaupt ein „Gewerbegebiet Y“ erforderlich sei, sollte es im Westen entstehen. Ihre Formel heißt: LRA (gleich Landratsamt) plus X ist OK, LRA plus X plus Y kann aber nicht in Frage kommen. Jost Handtrack (Grüne) sprach davon, hier solle wohl „scheibchenweise“ ein neues großes Gewerbegebiet entstehen.

Der Stadtrat nahm das Wettbewerbsverfahren (einstimmig) zur Kenntnis, war aber nur mit 19 zu 6 Stimmen für die Einbeziehung des potentiellen Gewerbegebiets Y. Im Klartext: Das neue Landratsamts-Gebäude wird kommen. Mehr als eine Außenstelle will die Stadt dort aber nicht genehmigen.

Und rund um das Landratsamt entsteht, jedenfalls im Kopf der Planer, ein großes neues Gewerbegebiet (X plus Y). Ob es dann wirklich kommt, hängt von der abschließenden Beratung des Flächennutzungsplans ab. Die Würfel sind noch nicht gefallen. 

Werner Lauff

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