Landkreis trägt nicht mehr – Offene Ganztagsschule in Trägerschaft des Freistaats

Bei der sozialpädagogischen Arbeit in Schulen des Landkreises, an denen dieser nicht selbst Sachaufwandsträger ist, ändern sich im Bereich der Offenen Ganztagsschule, ab nächstem Schuljahr die Zuständigkeiten. Die Trägerschaft für diese Bildungs- und Betreuungsangebote geht vom Landkreis an den Freistaat über. Der Landkreis wird seine Aktivitäten im Bereich der Offenen Ganztagsschule im Schuljahr 2010/11 beenden. Als Kooperationspartner steht er den Hauptschulen aber im kommenden Schuljahr noch zur Verfügung, so hat es der Kreisausschuss in seiner Sitzung am Dienstag voriger Woche beschlossen.

Hintergrund für diese neue Situation sind die Beschlüsse des Bildungsgipfels vom Februar dieses Jahres zur Offenen Ganztagsschule (OGS), die mit Beginn des neuen Schuljahres im September wirksam werden. Dabei wurde eben die Trägerschaft geändert – nicht mehr der Landkreis trägt die Offene Ganztagsschule an den Schulen, an denen er nicht selbst Sachaufwands-träger ist, sondern ab jetzt der Freistaat Bayern. Auch die Zeiten der OGS – von Montag bis Donnerstag, von 13 bis 16 Uhr – sind geregelt und Mittagessen und Bildung und Betreuung als Inhalte vorgeschrieben. Festgelegt wurde beim Bildungsgipfel auch, dass die Schulleitung im Einverständnis mit dem Sachaufwandsträger die Offene Ganztagsbetreuung auf einen Kooperationspartner übertragen kann. Bisher war die „Schulsozialarbeit“ des Landkreises eine Kombi-Lösung: Vormittags wurden präventive Maßnahmen der sozialpädagogischen Arbeit angeboten: mit zum Beispiel Einzelfallberatung oder Projektarbeit in den Klassen. Betreuungsangebote für die Schüler durch Mittagessen, Hausaufgaben und Freizeitgestaltung gab es am Nachmittag. Aus dem Programm „Offene Ganztagsschule“ erhielt der Landkreis dafür Fördermittel des Bayerischen Kultusministeriums. Daneben wird die sozialpädagogische Arbeit an der Fritz-Beck-Hauptschule seit 2008 (und demnächst auch an der Carl-Orff-Volksschule in Dießen) mithilfe eines anderen Förderprogramms der Kultusministeriums betrieben, das sich „Jugendsozialarbeit an Schulen – JaS“ nennt. Deshalb wird hier vom Landkreis keine Nachmittagsbetreuung (mehr) angeboten. An den anderen Hauptschulen, wo der Landkreis derzeit Träger der „Schulsozialarbeit“ ist, gibt es Anteilen beider Formen, der OGS und JaS. Dabei sind „Schulsozialarbeiter“ des Amts für Jugend und Familie beschäftigt. Infolge der neuen Beschlüsse, die die OGS-Trägerschaft dem Freistaat übertragen, wird der Landkreis im nächsten Schuljahr an den Hauptschulen in Landsberg (Schloßberg), Weil, Kaufering und Fuchstal nicht mehr Träger sein sondern nur noch als Kooperationspartner für die OGS fungieren. Zum Schuljahr 2010/11 wird der Landkreis dann sein Engagement im Bereich Offene Ganztagsschule an den Schulen beenden. Eine Ausnahme bildet das Sonderpädagogischen Förderzentrum in Landsberg, wo der Landkreis selbst Sachaufwandsträger ist: Dort soll auch mittelfristig das Angebot der Offenen Ganztagsschule aufrechterhalten und die staatliche Förderung hierfür beansprucht werden. Das Amt für Jugend und Familie sei bereit, weiterhin als Kooperationspartner auf Grundlage des bestehenden Konzepts zur Verfügung zu stehen, hieß es in der Sitzung. Was die Jugendsozialarbeit betrifft, entschied der Kreisausschuss für das Schuljahr 2010/11 bei Bedarf und Erfüllung der Zuwendungsvoraussetzungen JaS-Stellen für die Hauptschulen zu beantragen und somit möglicher Träger zu sein. Die Personalkosten soll der Landkreis ganz oder teilweise übernehmen. JaS und OGS favorisiert Froh über die Kooperation des Landkreises bei der OGS im nächsten Schuljahr, bedauerten die Schulvertreter aber, die bisherige Kombi-Lösung aufgeben zu müssen. Wenn möglich, soll das bewährte Modell langfristig weitergeführt werden – doch dafür müssen Lösungen her. Der Schulverband Weil, die Leiterin der Volksschule Weil und der Leiter der Volksschule am Schloßberg haben bereits beantragt, die kombinierte Lösung von JaS und OGS durch einen ganztags beschäftigten Schulsozialarbeiter über das Schuljahr 2009/2010 hinaus mit dem Landkreis als Träger fortzusetzen.

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