Zeit für eine Veränderung

Überarbeitetes Gleichstellungskonzept im Landkreis

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Landrat Thomas Eichinger und Gleichstellungsbeauftragte Anette Fork sind zufrieden mit dem Konzept.

Landkreis – Schon in den 90er Jahren war die Gleichstellung von Mann und Frau ein Thema für den Landkreis. Damals wurde das Gleichstellungskonzept entwickelt. 20 Jahre später war es aber dann doch mal an der Zeit, es dem 21. Jahrhundert anzupassen. Die Gleichstellungsbeauftragte im Landratsamt, Anette Fork, stellte es kürzlich vor.

Vorab: Mit der Gleichstellung von Männern und Frauen sieht es im Landkreis Landsberg tatsächlich gar nicht so schlecht aus, war der Tenor beim Presse­gespräch mit Fork und Landrat Thomas Eichinger. Trotzdem sei an der ein oder anderen Ecke sicherlich noch Luft nach oben. Derzeit arbeiten beim Landkreis 887 Menschen. Dabei ist der Frauenanteil mit 63 Prozent recht hoch. Ein Grund dafür ist die hohe Frauendichte unter den Mitarbeitern in den Senioren­heimen. Stolze 88 Prozent sind es dort.

Ein oft diskutiertes Problem, sind die meist sehr patriarchalisch geprägten Führungsriegen in vielen Unternehmen. Im Landratsamt sowie den Kreisseniorenheimen geht es da im Vergleich schon etwas weiblicher zu. In der „Führungsebene 3“, unter die Team-, Gruppen-, Stations-, Küchen- und Hauswirtschaftsleitung fallen, ist die Verteilung absolut ausgeglichen: 50:50. In der „Führungsebene 1“ mit Abteilungs- und Betriebsleitungen das gleiche Bild. Seit Juni dieses Jahres sind auch hier genauso viel Frauen wie Männer angestellt. Nur auf der zweiten Ebene (Sachgebiets-, Stabsstellen- und Pflegedienstleitung) fällt die Waage etwas zu einer Seite ab. Dort liegt der Anteil der weiblichen Mitarbeiter bei 40 Prozent. „Alles in allem aber sicherlich ein gutes Ergebnis“, so Fork.

Wer jetzt denkt, Frauen würden bei der Bewerberauswahl bevorzugt, der täuscht. Landrat Thomas Eichinger betonte, dass bei der Einstellung, egal für welche Position, das Geschlecht keine Rolle spiele. Es ginge rein um die Qualifikationen. Soll heißen, man stellt keine Frau ein, die schlechter qualifiziert ist, nur um ein Gleichgewicht herzustellen. Da es rechtlich keine Vorgaben gibt, wie hoch der Frauenanteil in der Kreisbehörde ausfallen muss, spricht grundsätzlich auch nichts gegen die Vorgehensweise.

Was in dem Gleichstellungskonzept auffällt, ist die hohe Anzahl an Teilzeitkräften im Landkreis. Von 887 Bediensteten arbeiten insgesamt 529 in Teilzeit. 67 Prozent davon sind Frauen. Gleichstellungsbeauftragte Fork erklärt, dass es derzeit circa 110 verschiedene Teilzeitmodelle gibt. Außerdem müsse jede Stelle, die ausgeschrieben wird, auch teilbar sein – mit nur wenigen Ausnahmen. Dieses Modell käme vor allem Mütter zu Gute, so Fork. Daher auch der große Anteil an Frauen in der Teilzeitbeschäftigung. Die Arbeitszeiten seien sehr flexibel und ließen sich in den meisten Fällen auch an die Wünsche und Bedürfnisse der Arbeitnehmer anpassen. „Ein wichtiges Ziel ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, ergänzt Pressesprecher Wolfgang Müller. Landrat Eichinger erkennt noch einen weiteren wichtigen Grund für die Teilzeit und die flexiblen Arbeitszeiten: „Immer mehr Menschen kümmern sich um die Pflege von Angehörigen.“ Auch sie würden von diesem Modell profitieren.

Was die faire Bezahlung von Männern und Frauen angeht, stehe der Landkreis ebenfalls recht gut da. Die Angestellten würden nach einer Vergütungstabelle entlohnt. Somit bekommen alle den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit.

Beim Thema Gleichstellung denkt man landläufig ja zunächst immer an die der Frau. Wenn es um die Auszubildenden geht, muss man aber eher den Jungs unter die Arme greifen. Beispiel: Sparkasse. Ginge es rein nach Noten, hätte wohl kaum ein männlicher Bewerber eine Stelle bekommen. Eichinger muss zugeben: „Da muss man halt auch mal über die Noten ein bisschen hinwegsehen, damit man noch ein paar Jungs mitnehmen kann.“

Im Großen und Ganzen steht der Landkreis nach eigener Aussage schon recht gut da, wenn es um die Gleichstellung von Mann und Frau geht. Und damit halten Fork und Eichinger nicht hinter dem Berg. Nicht zuletzt ist es halt auch eine gute Werbung für den Landkreis als möglichen Arbeitgeber.

Stephanie Novy

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