Landkreis wird "grüner"

Nina Hehn (2. von links), Pia Bolkart, Dr. Martin Demmeler und Doris Möller (von links) werden im Auftrag des Kreistags ein Klimaschutzkonzept erarbeiten. Eingebunden sind auch Andreas Graf (ganz links) und Rainer Mahl (2. von rechts) vom Landratsamt sowie Landrat Walter Eichner (ganz rechts). Foto: Osman

Welches Potential gibt es im Landkreis für den Klimaschutz, und wie kann es am besten umgesetzt werden? Um diese Fragen systematisch zu untersuchen, hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung ein Klimaschutzkonzept in Auftrag gegeben. Es soll aufzeigen, wie der Energieverbrauch im Landkreis gesenkt und der Ausstoß von Treibhausgasen verringert werden kann.

Bereits 2006 hatte der Kreistag beschlossen, die Region bis zum Jahr 2035 in möglichst hohem Umfang mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Kommunale Liegenschaften wurden bereits energetisch saniert, außerdem bestückte man die Dachflächen kreiseigener Gebäude mit Photovoltaikanlagen. Diese Einzelmaßnahmen sollen nun in einem Klimaschutzkonzept aufgehen, das eine strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für weitere Schritte bildet. Erstellt wird es von den Münchner Planungsbüros Green City Energy und KlimaKom. Die Kosten in Höhe von rund 146000 Euro werden zu 65 Prozent vom Bundesumweltministerium gefördert. Aus der Mitte des Kreistags soll nun eine Steuerungsgruppe gebildet werden, in die neben Landrat Walter Eichner (CSU) ein Mitglied jeder Fraktion sowie Vertreter der Bürgermeister und des Landratsamts entsandt werden. Eichner machte klar, dass kommunale Maßnahmen allein das Klima nicht retten können. „Es geht nur im Schulterschluss“, so der Landrat. Bevölkerung und Wirtschaft müssten mitziehen. „Der Stromverbrauch eines einzigen Unternehmens im Landkreis liegt in etwa bei der Hälfte des gesamten privaten Stromverbrauchs aller Haushalte“, sagte Eichner. Hier sieht er für den Landkreis Handlungsmöglichkeiten im Bereich der Energieberatung. Bis Weihnachten sollen nun zunächst Informationen gesammelt werden. Wie Andreas Graf vom Landratsamt mitteilte, werde man unter anderem Daten von den Kaminkehrern erheben und umfangreiche Fragenkataloge an alle Gemeinden schicken. Auf der Basis der Ergebnisse soll untersucht werden, wo „die großen Hebel sind“, erklärte Dr. Martin Demmeler von Green City Energy. Es gehe unter anderem um die Fragen, wo erneuerbare Energien sinnvoll einzusetzen seien und welche Wertschöpfung sich dabei für den Landkreis ergebe. „Wichtig ist auch die Bürgerbeteiligung“, fügte Planerin Doris Möller von KlimaKom hinzu. Das fertige Konzept soll nächsten September vorliegen und dem Landkreis einen Fahrplan mit konkreten Projekten für die folgenden drei Jahre an die Hand geben. Auch deren Umsetzung wird staatlich bezuschusst werden, unter anderem mit der zu 75 Prozent geförderten Stelle eines Klimaschutzmanagers. Einzelmaßnahmen werden laut Graf ebenfalls gefördert, allerdings nur, wenn sie eine CO2-Einsparung von 85 Prozent bringen. Der Kreistag stimmte dem vorgeschlagenen Ablauf einhellig zu.

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