Ein blaues Auge für die Bäder

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Sieben Wochen lang mussten die Gäste im Hallenbad in Kaufering vergangenes Jahr auf den Badespaß verzichten– die Schließung war auch die Hauptursache für das hohe Minus der Landkreisbäder.

Landkreis – Die Freibad-Saison ist dieses Jahr gerade zu Ende, da befasst sich der Kreisausschuss mit den Zahlen aus dem vergangenen Jahr. Die Bäder in Greifenberg und Thaining sowie das Lechtalbad in Kaufering haben 2012 das schlechteste Ergebnis im fünf-Jahres-Vergleich eingefahren.

Das berichtete Kreiskämmerer Jürgen Felbinger. Besonders wegen der Sanierung im Lechtalbad haben die Landkreisbäder im vergangenen Jahr über 1,12 Millionen Euro an roten Zahlen geschrieben. 281439 Gäste besuchten letztes Jahr die drei Landkreis-Bäder. Im Jahr zuvor waren es noch rund 29800 Besucher. Die Erträge der Bäder würden maßgeblich durch die Gästezahlen und die Einnahmen aus den Restaurants und Kiosken beeinflusst, sagte der Kreiskämmerer. „Die Ursachen dafür liegen sicherlich am Wetter“, meinte Jürgen Felbinger. „Aber auch an der Schließung des Lechtalbades.“ Sieben Wochen lang hatte das Kauferinger Hallenbad geschlossen – ein schwerer Wasserschaden musste behoben werden.

Daraus ergaben sich laut Felbinger nicht nur weniger Einnahmen, sondern auch Kosten in Höhe von fast 1,85 Millionen Euro. „Die Ursachen für den Verlust liegen also nicht im Ertrags- sondern im Aufwendungsbereich“, erklärte Felbinger. Für das Warmfreibad in Thaining investierte der Landkreis zudem 444203 Euro für die Umstellung auf Gas. 

Beliebt ist aber in Kaufering vor allem die Sauna. „Das Lechtalbad ist gestützt durch die Einnahmen aus der Sauna.“ Diese hatte knapp über 45000 Gäste und war auch von der Sanierung im letzten Jahr nicht betroffen. Allerdings musste der Landkreis bereits 2010 über 130000 Euro für deren Umbau investieren. Insgesamt nahmen die drei Bäder im vergangenen Jahr durch die Eintritte rund 1,04 Millionen Euro ein. Das Lechtalbad lag mit Bade- und Saunagebühren bei 872459 Euro, die Warmfreibäder in Greifenberg und Thaining nahmen 84896 beziehungsweise 83956 Euro ein. „Die Gesamterträge sind durchaus zufriedenstellend“, sagte Felbinger. Über 1,56 Millionen Euro nahmen die drei Bäder zusammengerechnet ein.

„Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, meinte Landrat Walter Eichner, denn den Erträgen standen die hohen Aufwendungen von 2,684 Millionen Euro für Greifenberg, Thaining und Kaufering gegenüber. Daraus resultiert auch das Minus von 1123201 Euro. „Dafür haben wir sozialverträgliche Bäder mit einem familienfreundlichen Eintrittspreis“, betonte der Landrat.

Optimistisch richtet Jürgen Felbinger aber bereits den Blick nach vorn: Heuer seien bessere Erträge zu erwarten, da das Wetter schöner war – wenn auch der Start etwas holprig war. Lediglich der Aufwand in Thaining trübe das Ergebnis etwas, da das Kinderplanschbecken saniert werden musste. 

Auf Eis legte der Kreisausschuss in der vergangenen Woche schließlich auch den Umbau des Kauferinger Kleinkinderbereiches. Zwar hatte man im Mai beschlossen, den Bereich für 159100 Euro zu sanieren, doch das Budget habe sich laut Felbinger bereits um 125000 erhöht. Eichner appelliere an den Kreisausschuss, das Projekt aufzugeben. „Ich bin da leicht verschnupft, weil ich davon ausge- gangen bin, dass es verlässliche Zahlen sind“, ärgerte sich der Landrat sichtlich über die gestiegenen Kosten für den Umbau. Er wolle das Projekt nicht weiterverfolgen und die teure Maßnahme außerdem nicht den Nachfolgern im Kreistag im kommenden Jahr überlassen.

Janina Bauch

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