Landkreiskind im Landtag

Die offizielle Anfrage steht noch aus, doch niemand zweifelt mehr daran, dass Alex Dorow in den Bayerischen Landtag einziehen wird. Der 47-jährige Kreisvorsitzende der CSU erhält nach seinem guten Wahlergebnis von 2008 als Nachrücker Nummer drei der Oberbayernliste automatisch den Platz von Georg Fahrenschon. Der bisherige bayerische Finanzminister wird neuer Chef des Sparkassenverbandes.

Für Dorow beginnt und endet damit ein Lebensabschnitt. „Ich war 18 Jahre beim Bayerischen Rundfunk in Rundschau und Rundschau-Magazin vor der Kamera. Aber mit Mitte 40 kann man sich schon noch einmal überlegen, etwas anderes zu machen“, sagt der vierfache Familienvater. Seine bisherige Tätigkeit musste er bereits vor zwei Wochen aufgeben, „um politisch sauber zu bleiben“, beim BR bleibt er trotzdem. „Ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit der Intendanz und kann viermal pro Woche bei B5 als Sprecher und zweimal in der TV-Redaktion arbeiten.“ In den Landtag nachrücken wird Alex Dorow „irgendwann zwischen Januar und April“, je nachdem, wann Fahrenschon, der am 1. Mai den neuen Job antritt, seinen Stuhl räumt. Für Dorow beginnt dann eine Übergangszeit; bereits 2013 stehen die nächsten Wahlen an, bei denen der Schondorfer, der seit 1999 in Landsberg lebt, wieder als Direktkandidat antreten wird. „Das ist mir ganz recht“, sagt er. „So habe ich eine Einarbeitungszeit und gehe nicht mehr als politisches Greenhorn in die Wahl. Durch meine bisherige Arbeit kenne ich ja aber die Abläufe schon ganz gut.“ An Themen, die er besetzen kann, sieht Dorow keinen Mangel. „Ich bin ja ein Landkreiskind, da ist klar, dass die Verkehrsanbindung bei uns eine große Rolle spielt.“ Großen Wert will er zudem auf die „Generationengerechtigkeit“ legen. „Wir müssen ganz dringend verhindern, dass Alt und Jung gegeneinander ausgespielt werden, genau darauf steuern wir meiner Meinung nach im Moment zu.“ Positiv sieht Dorow die Nominierung von Mathias Neuner als Landsberger OB-Kandidat für die CSU. „Ich freue mich, dass er seinen Hut in den Ring geworfen hat, er hat meine volle Unterstützung.“ Hätte man keinen Kandidaten aufgestellt, „hätte man die Rolle der CSU hinterfragen müssen.“ Die Außendarstellung seiner Partei will Alex Dorow aber in Stadt und Landkreis Landsberg selbst mit verbessern. „Wir müssen ein klares Profil an den Tag legen, sonst tragen wir mit zur Politikverdrossenheit bei. Diese Klarheit fehlt manchmal.“ Dazu wird man demnächst neues Personal in die erste Reihe stellen müssen. Dorow: „Es wachsen ja praktisch zwei neue Generationen heran und es stehen wichtige Entscheidungen an – auch auf Kreisebene. Wir müssen diesen Wechsel von der Erfahrung zu Neuem bewältigen.“

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