Initiative "Guter Rat"

Für die Politik gut gerüstet

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Überzeugt von der Initiative „Guter Rat“ (von links): Landrat Walter Eichner, KREISBOTEN-Redaktionsleiter Toni Schwaiger, Andreas Graf, Leiter der Rechtsaufsicht im Landratsamt, und landsbergblog-Herausgeber Werner Lauff.

Landsberg – Es ist ein politisches Experiment ohne Beispiel: 42 Bürgerinnen und Bürger nehmen an der „Initiative Guter Rat“ von landsbergblog und KREISBOTE teil, die ihnen das Rüstzeug für eine mögliche politische Karriere an die Hand geben will. 

„Ich würde mich freuen, wenn von Ihnen 2014 der eine oder andere vereidigt wird“, gab Landrat Walter Eichner bei der Auftaktveranstaltung der Initiative von landsbergblog-Herausgeber Werner Lauff, die vom KREISBOTEN unterstützt wird, seinen politischen Segen. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass nur gut aus- und weitergebildete Mitarbeiter auch gute Mitarbeiter sind.“

Eichner hatte auch die Räumlichkeiten im Landratsamt zur Verfügung gestellt und unterstrich, dass er das Konzept gelungen findet. „Ich habe das spontan gut gefunden und meine Unterstützung zugesagt. Die Kommunen sind das Herz des Staates, es ist wichtig, dass sich Frauen und Männer engagieren.“ Einzige Bedingung für Eichner: „Ich habe klar gesagt, dass es nicht parteipolitisch werden darf und nicht gegen den derzeitigen Landsberger Stadtrat gerichtet sein darf; beide Voraussetzungen wurden geschaffen, deswegen bin ich gerne dabei.“

„Das werte ich als Kompliment des Landrates für die Initiative“, sagte Toni Schwaiger, Redaktionsleiter des KREISBOTEN, der von Werner Lauff ebenfalls nicht lange überzeugt werden musste. „Wir sind Neuem gegenüber immer aufgeschlossen und gehen auch neue Wege“, so Schwaiger bei der ersten Veranstaltung. Dass sich in den letzten Wochen deutlich mehr Landsberger als Landkreisbürger beim „Guten Rat“ angemeldet haben, wundert ihn nicht: „Die Zufriedenheit und Nähe ist in kleineren Gemeinden vielleicht noch etwas größer, in Landsberg sieht man im Moment eine Unzufriedenheit mit dem, was im Stadtrat passiert.“

Großes Paket

Genau genommen ist es eine bunte Mischung von 34 Landsbergern und acht Landkreisbürgern mit oder ohne Parteizuge­hörigkeit, die auf eine einjährige Reise gehen will, während der sie sich nicht nur politisch weiterbilden wird. Das Paket, das Werner Lauff geschnürt hat, ist mehr als beachtlich. Zwölf Themenabende hat er angesetzt, die das gesamte Spektrum der poltitischen Arbeit abdecken. Wahlrecht, Kommunale Wirtschaft und Verwal­tung, Bürgerbeteiligung und Kommunale Aufgaben sind nur einige der Schwerpunkte, die von kompetenten Rednern erläutert werden.

Dazu kommen zehn Termine für „Praxischecks“, bei denen verschiedene Persönlichkeiten Einblick in ihre tägliche Arbeit geben. „Der Landrat wird den Auftakt machen“, so Werner Lauff zu den Teilnehmern, „es kommen auch ein Oberbürgermeister, ein Kämmerer und auch Stadtratsmitglieder.“ Damit nicht genug, wer möchte, kann sich zudem für einen der sechs Workshops im kommenden Jahr anmelden, dabei geht es dann ganztägig um Rhetorik, Arbeitstechniken, Sprache und mehr. „Das ist ein Angebot, das Sie sicher sonst nicht umsonst bekommen“, so Lauff.

Lust auf mehr?

Bereits zum Auftakt konnte er einen hochkarätigen Redner be­grüßen, über den er sich sichtlich freute. „An dem Tag, als ich erfahren habe, dass Herr Andreas Graf hier spricht, bin ich glücklich und beschwingt nach Hause gegangen“, so Lauffs Erinnerung. Auch von seinem Chef bekam der Redner schon zu Beginn der Veranstaltung Lob: „Er ist der beste Kommunalrechtler, den sich ein Landrat wünschen kann.“ Die Vorfreude trog nicht: Der Vortrag, in dem der Leiter der Rechtsaufsicht im Landratsamt einige Grundzüge der Gemeindeordnung und des Kommunalen Mandats vermittelte, geriet überraschend farbig und machte Lust auf mehr.

Wieviele potenzielle Stadt- oder Gemeinderäte das gesamte Programm absolvieren wollen, zeigt sich in den nächsten Wochen. „Wer meint, ihm sei das vielleicht zuviel, kann jetzt noch aussteigen“, betonte Werner Lauff. Ab Januar dann sollten die Teilnehmer möglichst alle Themenabende mitmachen. Bis ins nächste Jahr hinein bleibt auch unter Verschluss, wer zum Kreis der Initiative gehört, die Veranstal­- tungen sind grundsätzlich nicht öffentlich. Mit der Anonymität wird es aber vermutlich spätestens im Juni 2013 zumindest bei Einigen ein Ende haben – dann nämlich steht der Workshop „(Eigen-)Marketing“ auf dem Programm. Christoph Kruse

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