Engagement fürs Lebensgefühl

24 Ehrenamtliche für langjährige Verdienste ausgezeichnet

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Eingerahmt von Landrat Thomas Eichinger (ganz links) und dem CSU-Bundestagsabgeordneten Michael Kießling (ganz rechts) freuten sich 22 Engagierte aus dem Landkreis über das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten.

Landkreis – 22 Mal das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten, ein Malteserkreuz am Bande in Silber und eine Bundesverdienstmedaille – im Sitzungssaal des Landratsamts wurden am Freitag Abend zwei Dutzend Auszeichnungen vergeben. Die Empfänger kamen aus ganz unterschiedlichen Bereichen – eines jedoch haben sie alle gemeinsam: viel Engagement und ein großes Herz für die Allgemeinheit.

Das Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt verleiht der Landkreis jedes Jahr im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung an besonders verdiente Personen für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit. Denn für das Lebensgefühl im Landkreis ist freiwilliges Engagement unbezahlbar und essentiell, wie Thomas ­Eichinger deutlich machte. Er sei sehr stolz, in so einem Landkreis Landrat zu sein. „Es ist ein Glück, hier zu leben.“ Erinnerungen, die man aus der Kindheit ins spätere Leben mitnehme, seien oft mit Eindrücken von ehrenamtlich tätigen Menschen verbunden. Von daher sei das Ehrenamt „etwas Bleibendes“.

Die 22 Geehrten haben über Jahre, oft sogar über Jahrzehnte Vereine geleitet, Sportangebote und Ausflüge organisiert, mit angepackt, wenn Schützenheime oder Vereinsstadl gebaut wurden, für den Naturschutz gekämpft oder sich um Kirchen gekümmert.

45 Jahre im Einsatz

Manche von ihnen hält nicht einmal eine Behinderung davon ab, sich für andere einzusetzen. Karl Baur aus Kaufering etwa, dem die Bundesverdienstmedaille verliehen wurde, engagiert sich seit 45 Jahren in verschiedenen Bereichen des Orts- und Bezirksverbands der Gehörlosen. Baur ist selbst gehörlos – der Laudatio Eichingers auf seine Person konnte er nur dank einer Gebärdendolmetscherin folgen.

Manche haben ihr Ehrenamt geerbt, so wie Maria Kostyra und ihr Bruder Franz-Xaver Hirschauer aus Thaining. Schon als Kinder kraxelten die beiden tagtäglich mit ihrer Mutter die 56 Treppenstufen des Kirchturms von St. Martin hinauf, um dort die mechanische Turmuhr aufzuziehen. Später übernahmen die Geschwister die Betreuung und Wartung der 1909 gebauten Uhr. 60 Jahre lang zogen sie sie täglich auf und hörten erst damit auf, als es gesundheitlich nicht mehr anders ging.

Engagierte aus Sport- und Schützenvereinen waren zahlreich vertreten unter den Geehrten. Manche lassen sich als Übungsleiter immer neue Angebote einfallen – so wie Doris ­Hiebler und Conny Schneider, die beim ASV Dießen mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Andere sind im Bereich Behinderten- und Versehrtensport aktiv, so wie Ernst Drexl und Walter Winneg, der trotz eigener Beinprothese ständig im Einsatz ist.

Ein Gewinn für Ramsach sind Brigitte und Josef Heilrath als vielfältig engagiertes Ehepaar. Er ist Schriftführer in der Krieger- und Soldatenkameradschaft, im Schützenverein und im Stopselclub, sie ist Vorsitzende des Frauenbunds und Schriftführerin des Pfarrgemeinderats. Zusätzlich sind beide in der Kirche St. Pankratius als Gottesdiensthelfer tätig.

Als unermüdlicher Kämpfer für die Natur im Landkreis wurde Folkhart Glaser vom Bund Naturschutz geehrt. Ebenso anspruchsvoll wie lohnend mag die Tätigkeit von Ingrid Lorenz sein, die für den Historischen Verein Landsberg Studienfahrten organisiert und als Reiseleiterin begleitet. Ob sie sich bei der Planung nach dem Mondkalender richtet – wie Andrea Wetzl es tut, wenn sie Ausflüge für den Radfahrverein und den Theaterverein in Igling plant – ist nicht bekannt.

Eine schwierige und oft belastende Aufgabe hat Angelika ­Pinzer-Pascalino aus Geltendorf gewählt: Sie macht Sterbebegleitungen für den Hospiz- und Palliativverein Landsberg, engagiert sich bei der Trauerbegleitung und bildet neue Hospizbegleiter aus. Um das, was Leib und Seele zusammenhält, kümmert sich dagegen Gisela Korn aus Kaufering – nämlich um die Feldküche des Malteser Hilfsdienstes.

Den südlichen Landkreis repräsentierten unter anderem Rosmarie Kößl und Magdalena Waldhör vom Frauenbund in Denklingen, Ellen Wäspy vom Obst- und Gartenbauverein Unterdießen sowie Schiedsrichter und Platzwart Rupert Sporer vom dortigen Sportverein. 40 Jahre Mesnerdienst in der St. Jakobs Kirche in Schondorf versah Anton Schwarz, den Landrat ­Eichinger nach eigener Aussage schon als Bub kannte.

Schützen mit Herzblut

Die Schützenvereine aus Rott und Hurlach waren mit drei langjährigen Aktiven vertreten. Centa Glöckler von der Schützengesellschaft Hubertus Rott ist nicht nur langjährige Schützenmeisterin des Vereins, sondern errang als Sportschützin auch die Deutsche Meisterschaft. Gleicher Ort, gleiches Hobby – das gilt für Johann Grzybek und Johann Beh aus Hurlach. Grzybek engagiert sich seit 1978 ununterbrochen im Vorstand der Adlerschützen, Beh ist seit seiner Jugend bei den Hubertusschützen aktiv und dort seit 28 Jahren erster Schützenmeister.

Zwei Säulen des Sportvereins DJK Schwabhausen sind ­Martina Meier und Reinhard Chyl. Sie kümmerte sich fünf Jahre lang um die Fußballjugend und ist mittlerweile seit 21 Jahren Schatzmeisterin, er ist langjähriger Geschäftsführer des Vereins und seit 1986 Chronist der Abteilung Fußball.

Ulrike Osman

Die Geehrten im Überblick:

Ehrenzeichen Ministerpräsident

• Walter Winneg (Biessenhofen, Behindertensport): 28 Jahre Übungsleiter.

• Rosmarie Kößl (Denklingen, Frauenbund), 18 Jahre Vorsitzende.

• Magdalena Waldhör (Denk­lingen, Frauenbund Pfarrgemeinde, 28 Jahre Frauenbund.

• Doris Hiebler (Dießen, Sport ASV Dießen), 40 Jahre Übungsleiterin.

• Conny Schneider (Dießen, Sport ASV Dießen), 30 Jahre Übungsleiterin; 8 Jahre Vereinsvorsitzende.

• Angelika Pinzer-Pascalino (Geltendorf, Hospizverein), 22 Jahre Sterbebegleitung.

• Johann Beh (Hurlach, Hubertusschützen Hurlach), 38 Jahre Vorstand.

• Johann Grzybek (Hurlach, Adlerschützen Hurlach, 29 Jahre 1. und 2. Vorstand.

• Andrea Wetzl (Igling, Theater und Radfahrverein), 17 Jahre 1. Vorsitzende.

• Ernst Drexl (Landsberg, Behindertensport), 20 Jahre Übungsleiter.

• Folkhart Glaser (Landsberg, Bund Naturschutz), 28 Jahre 1. und 2. Vorsitzender.

• Ingrid Lorenz (Landsberg, Historischer Verein), 21 Jahre 2. Vorsitz und Beirat.

• Brigitte Heilrath (Penzing-Ramsach, Kirche und Pfarrgemeinde), 11 Jahre 1. Vorsitzende und Schriftführerin.

• Josef Heilrath (Penzing-Ramsach, Kirche und Krieger-Soldaten), Schriftführer und Gottesdiensthelfer.

• Centa Glöckler (Rott, Schützenverein), 9 Jahre Damenleiterin, 18 Jahre 1. Schützenmeisterin.

• Anton Schwarz (Schondorf, Kirche und Mesner), 40 Jahre Mesner.

• Xaver Hirschauer (Thaining, Kirchenuhr), 60 Jahre Turm­uhr-Wächter.

• Maria Kostyra (Thaining, Kirchenuhr), 60 Jahre Turm­uhr-Wächter.

• Rupert Sporer (Unterdießen, Sport SV Unterdießen), 22 Jahre Platzwart, 23 Schiedsrichter.

• Ellen Wäspy (Unterdießen, Gartenbau), 17 Jahre 1. Vorsitzende, Beirätin Kreisverband.

• Reinhard Chyl (Weil-Schwab­hausen, Sportverein DJK), 19 Jahre Geschäftsführer und Chronist.

• Martina Meier (Weil-Schwabhausen, Sportverein DJK), 21 Jahre Schatzmeisterin und Vorstandsmitglied.

Bundesverdienstmedaille

• Karl Baur (Kaufering, Orts- und Bezirksverband der Gehörlosen Weilheim-Landsberg am Lech e.V.), 30 Jahre 1. Vorstand, Mitglied im Bezirksvorstand, Seniorenbeauftragter.

Malteserkreuz

• Gisela Korn (Kaufering, Malteser Hilfsdienst), 25 Jahre MHD.

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