Neubau des Landratsamts

Vier Etagen und viel Licht

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Vier Etagen und viel Licht: In einem Baukörper wie diesem könnten die Außenstellen des Landrats­amtes im Neubau auf dem Penzinger Feld zusammengeführt werden – mit Erweiterungsmöglichkeit für die gesamte Kreisbehörde.

Landkreis – Es sei lediglich eine „graphische Umsetzung des Flächenbedarfs; kein Plan, keine Lösung“, betont Hochbauamtschef Christian Kusch mit Blick auf den Konzeptentwurf. Und dennoch hat das Papier, das den ersten Bauabschnitt und den Gesamtkomplex des neuen Landratsamts auf dem Penzinger Feld zeigt, bereits für reichlich Wirbel gesorgt, von einem „Pentagon“ war in Stadtkreisen gar die Rede. Bei Landrat Thomas Eichinger sorgen derlei Töne zwar für eine gewisse Missstimmung, doch entscheidend sei der „übergreifende Konsens“ im Kreistag – pro Neubau. Läuft alles nach seinem Plan, könnte schon 2018 Baubeginn sein.

Diesen rund 170 Meter langen Baukörper sieht der Konzeptentwurf für das Landratsamt Landsberg nördlich des BMW-Autohauses Reisacher (unten) vor.

Im Moment befindet sich das Vorhaben noch im Frühstadium. Die Grundsatzentscheidung ist gefallen, die Planungskosten und die mögliche Aufzahlung für den Grundstückstausch, insgesamt 2,1 Millionen Euro, sind im Haushaltsplan 2017 enthalten. Und bei der Stadt als zuständige Baugenehmigungsbehörde liegt der Konzeptentwurf für das anzustrebende Bebauungsplanverfahren vor. Danach sollen auf einem drei Hektar großen Grundstück am Penzinger Feld, nördlich des BMW-Auto­hauses Reisacher, zunächst die aktuell zwölf Außenstellen des Landrats­amts in einem Neubau zusammengeführt werden. Der Raumbedarf dafür sei bereits ermittelt, erläuterten Eichinger und Kusch am Freitag vor der Presse. Man habe dabei eine dreiprozentige Wachstumsrate für die nächsten zehn Jahre berücksichtigt. Wie dieser Bedarf räumlich umgesetzt werde, das sei noch völlig offen und müsse letztlich ein Realisierungswettbewerb ergeben. Diesen hätte der Landrat gerne bis Ende kommenden Jahres abgeschlossen. Tiefgaragen seien übrigens nicht ausgeschlossen.

Ob es bei dem jetzt avisierten Grundstück bleibt, ist noch nicht sicher. Zunächst einmal gibt es ja noch keine Standortentscheidung des Kreistags, allerdings einen „übergreifenden Konsens“ für Landsberg Ost. Allein das Thema Verkehrsanbindung spreche dafür. Und: Möglicherweise rückt der Neubau weiter nach Südosten – mit direktem Anschluss an die Staatsstraße zwischen den Kreisverkehren Waldorfschule und A96. Sozusagen als „Eingangstor der Stadt“. Darüber könne man sich im Zuge des Bebauungsplanverfahrens und in Gesprächen mit der Stadt noch Gedanken machen. Grundsätzlich seien beide Standorte im Zuge des Tauschgeschäfts von landwirtschaftlichen Flächen mit dem Kloster der Dominikanerinnen möglich. „Da ist noch kein Geld geflossen“, betonte Eichinger. Die Aufzahlung werde erst bei bestehendem Baurecht fällig.

Das Grundstück selbst sei in jedem Fall so groß bemessen, dass darauf nahezu die gesamte Kreisverwaltung Platz fände – frühestens in 20 Jahren. Ungeachtet dessen, glaubt Thomas Eichinger auch langfristig an den Fortbestand des Landratsamts in der Von-Kühlmann-Straße. „Da werden wir meines Erachtens nicht rausgehen, schließlich haben wir in manchen Bereichen ein überdimensionales Wachstum.“ Apropos Stadtmitte: Einen Neubau auf dem Schlüsselanger (Bossewiese) scheint der Landkreischef bereits verworfen zu haben. Diese Option habe man zwar ins Auge gefasst, doch habe „die Stadt nie ein Angebot gemacht“. Insofern sei dieses Thema nie spruchreif gewesen. „Ich kann aber nicht warten, bis mir irgendwann etwas angeboten wird“, sagte Eichinger ohne Umschweife.

Insgesamt zeigt sich der Landrat mit der Entwicklung sehr zufrieden. Mit dem ersten Teil des neuen Verwaltungsbau werde man für die nächsten zehn Jahre Luft und Raum bekommen. Mehr noch: „Wir können den Irrsinn der Aussenstellengewinnung, der uns Jahr für Jahr rund 400.000 Euro kostet, endlich beenden.“

Toni Schwaiger

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