Erheblicher "Durchsetzungswille"

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Am südlichsten Standort sind die Arbeiten für das Fundament bereits im Gange. Links Ingenieur Robert Sing, zugleich Geschäftsführer der Bürgerwind Fuchstal GmbH.

Fuchstal – Einen „erheblichen kommunalpolitischen Durchsetzungswillen“ bescheinigte Landrat Thomas Eichinger der Gemeinde Fuchstal mit Bürgermeister Erwin Karg, als der erste Spatenstich zum Bau der vier Windräder im Südwesten der Gemeindeflur vollzogen. Zugleich verdeutlichte der Landrat, dass damit „die größte Anlagendichte im Landkreis“ geschaffen werde.

Es sei das Bestreben, regenerative Energie auch im Landkreis Landsberg zu fördern, betonte Eichinger. Freilich sei dies im Bereich des Naturschutzes ein „schwieriges Unterfangen“. Für den Umweltschutz seien solche Projekte wie die Windenergie in der Gemeinde Fuchstal allemal positiv. Gegenüber dem KREISBOTEN ergänzte der Landrat nach den vorhergehenden anerkennenden Worten des Bürgermeisters Erwin Karg und des Planers Robert Sing für die „positive Begleitung“ seitens des Landratsamtes, dass die Mitarbeiter der Abteilung Bau- und Umweltschutz sorgfältig die rechtliche Zulässigkeit zu prüfen hatten. 

Das politische Pro und Kontra dürfe dabei keine Bedeutung haben. Wie berichtet, hatte das Landratsamt Landsberg den Bau der vier Windanlagen im Bereich Kingholz mit Bescheid von Anfang Juli genehmigt. Dagegen klagt nun die Gemeinde Kaltental vor dem Verwaltungsgericht. Die Begründung kann sie bis Mitte Oktober nachreichen. Die Entscheidung wird bis November erwartet. Eine zweite Klage der Gemeinde Kaltental im so genannten Normenkontrollverfahren richtet sich gegen den Teilflächennutzungsplan Windkraft der Gemeinde Fuchstal. 

Robert Sing vom gleichnamigen Ingenieurbüro für erneuerbare Energien (Landsberg) verwies beim Spatenstich auf eine große Nachfrage, was das Zeichnen von Anteilen betrifft. Dies ist seit 24. September auch für Interessenten außerhalb der Süd-Allianz-Gemeinden (von Fuchstal bis Kinsau nach Dießen) möglich. Wie unsere Redaktion am Rande des Termins erfahren hat, soll u.a. ein kapitalstarker Investor aus Schongau bereit sein, bis zu einer Million Euro einzubringen. 

Die Eigenkapitalquote beträgt 6,5 Millionen Euro. Knapp die Hälfte davon steuert die Gemeinde zur Bürgerwind Fuchstal GmbH bei. Insgesamt sind die vier Windkraftanlagen, die auf mehr als 750 Meter Meereshöhe im Kingholz im Staatsforst stehen werden und nur zwei Kilometer von der Wohnbebauung im Ostallgäuer Franken- hofen entfernt sein werden, mit 21,3 Millionen Euro veranschlagt. Robert Sing, der zum Geschäftsführer der Bürgerwind Fuchstal bestellt wurde, sagte beim Spatenstich, dass man inzwischen keine Prospekte mehr an Investoren ausgebe. Vielmehr wolle man mit kapitalstarken Investoren darüber sprechen, bei der beabsichtigten Summe nach unten zu gehen, damit mehrere Interessenten Anteile zeichnen können. Bürgermister Karg richtete seinen Dank an alle, „die mit mir diesen steinigen Weg gegangen sind“. Damit meinte er die letzten vier Jahre mit all den Auseinandersetzungen. 

Zumindest sei der Standort von vier Windkraftanlagen im Kingholz übrig geblieben. Der Vogelschutz sei ein Kriterium, das schnell zum K.O. solcher Projekte führen könne. Am südlichsten Standort der vier genehmigten Windräder konnten die Gäste des Spatenstichs bereits einen Blick auf das Fundament werfen, das in einer drei Meter tiefen Grube entsteht und mehr als 20 Meter Durchmesser hat. 90 Tonnen Stahl und 1800 Tonnen Beton werden dort verbaut. Bis zum 30. Juni 2016 sollen – mit Blick auf die quartalsweise zurückgehenden Einspeisevergütungen beim Strom – zwei der vier Windkraftanlagen in Betrieb gehen, die zwei anderen drei Monate später folgen.

Johannes Jais

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