Die anthrazitfarbene Null im Blick

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Eine "anthrazitfarbene Null" hat Landrat Walter Eichner für das Klinikums Landsberg im Blick.

Landkreis – In seinem letzten Jahrespressegespräch als amtierender Landrat hat Walter Eichner (CSU) jetzt noch einmal Bilanz gezogen und die aus seiner Sicht wichtigsten Punkte und Projekte für 2014 aufgegriffen.

• Schulen: Man habe hier in den vergangenen Jahren viel geleistet, stehe aber noch vor großen Investitionen, so Eichner, „es ist nur eine grobe Schätzung, aber 35 Millionen in den nächsten fünf Jahren dürften es schon noch einmal werden.“ Oberste Priorität besitze dabei die Realschule in Schondorf. Ein Fass ohne Boden seien die Schulsanierungen und -neubauten aber nicht: „Das Thema dürfte damit dann mittel- bis langfristig abgearbeitet sein.“

• Klinikum: Die teilweise kräftigen Defizite in den vergangenen Jahren seien auf „Manage­mentfehler“ zurückzuführen gewesen, bilanziert der Landrat, „und das haben wir inzwischen bereinigt.“ Der „sehr vorsichtige“ Wirtschaftsplan für 2014 sehe ein Minus von nur noch 75000 Euro vor, damit sei man auf dem richtigen Weg. „Unser Ziel ist ja nicht, dort Gewinne zu erwirtschaften.“ Die „anthrazitfarbene Null“ sei mit den engagierten Mitarbeitern hinzubekommen, einen ersten Erfolg habe man schon 2013 gesehen, als die Zahl der stationären Patienten wieder anstieg. Auch bei der Kinderpsychiatrie kommt jetzt Bewegung in das Projekt. Die Verträge mit dem Bezirk seien in trockenen Tüchern, so Eichner, „ich vermute, dass der erste Bagger 2015 rollt. Auch die Gerontoschiene steht inzwischen.“ 

• Asyl: Das Thema dürfte Stadt und Landkreis auch im neuen Jahr intensiv beschäftigen. Derzeit sind rund 200 Personen untergebracht, „wie es 2014 weitergeht, weiß im Moment noch keiner.“ Eichner äußert seine Dankbarkeit den Schwestern der Dominikanerinnen gegenüber, die das Grundstück an der Münchner Straße für den Containerbau zur Verfügung stellten. „Ich gehe davon aus, dass das im April oder Mai bezugsfertig ist.“ Der Kreis leistet selbst einen erheblichen Beitrag: „Wir müssen für Asyl im Landratsamt 2,5 Stellen mehr schaffen.“ Dass die Regierung von Oberbayern die Gesamtplanung an sich gezogen hat und von einer zentralen Gemeinschaftsunterkunft (GU) ausgeht, gefällt dem Landsberger Landrat offenbar weiterhin nicht besonders gut. „Wenn der Landkreis federführend wäre, wären wir bei dem Thema schon weiter. Wir haben die Pläne fertig in der Schublade.“

• Bahnquerungen: Der Ausbau der Bahnunterführung Geltendorf kommt – obwohl der Kreis dafür mehr Geld in die Hand nehmen muss. „Das wird teurer, als wir das erwartet haben, aber das Nadelöhr muss weg“, beharrt Eichner. 2015 kommt dann nach langer Planung auch die neue Bahnüberführung zwischen Kaufering und Igling. • Müll und Entsorgung: Die Landkreisbürger können sich über die Gebühren freuen, die um zehn Prozent sinken. „Nicht, weil wir so toll gewirtschaftet haben, der Papierpreis ist inzwischen ein anderer“, räumt Eichner offen ein. Der Müllpreis bleibt auch in diesem Jahr in Bewegung, da der Vertrag des Kreises mit der Müllentsorgungsanlage in Coburg ausläuft. Für Eichner Anlass, einen deutlichen Wink in Richtung Augsburg zu schicken. „Im Moment zahlen wir für die Tonne 100 Euro, anderswo sind es aber auch 200 Euro. Vielleicht kalkulieren für ein neues Angebot diesmal auch Anlagen in der Nähe entsprechend. Bei den 100 Euro ist der Transport zwar schon eingerechnet, aber es liegt ja nicht in unserem Interesse, Müll quer durch Bayern zu fahren.“

• Freibad Greifenberg: Hier bleibt der scheidende Landrat relativ vorsichtig. Der Beschluss des Kreistages „kann zielführend sein“, brauche aber die Beteiligung „der Gemeinde Greifenberg und eines eventuellen Investors sowie die Unterstützung der Kreisgremien.“ Eine Beteiligung der angrenzenden Gemeinden scheide für ihn dagegen aus, „wo sollte man denn da die Grenze ziehen?“

• Klimaschutzkonzept: Besonders das ehrenamtliche Engagement in diesem Bereich freut Eichner, aber auch der Landkreis ist nicht untätig: „Der Verein wird sich noch im Januar gründen und wir stellen einen Klimaschutzmanager ein.“ Einige Maßnahmen stehen schon fest, für Bad und Pflegeheim in Greifenberg wird ein Blockheizkraftwerk (BHKW) gebaut, ebenso für den Kreisbauhof. „Es freut mich, dass das nicht zu einem parteipolitischen Thema geworden ist, auch wenn man ganz offen sagen muss, dass die Grünen natürlich viel angestoßen haben.“

• FlaRakGrp22: Walter Eichner hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der Kreis nach der erfolgten Auflösung der Flugabwehrraketen-Einheit doch noch zu seinem „dringend benötigten“ Katastrophenschutzzentrum am Fliegerhorst in Penzing kommt. „Das Gelände wäre optimal. Es gab schon einmal Gespräche mit der Bundeswehr, damals hat man das negativ gesehen, das ist jetzt vielleicht ein wenig anders. Es wird frei und es bewegt sich einiges.“

Christoph Kruse

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