Verschuldung sinkt

+
Die Kauferinger Kommunalwerke sind auf einem guten Weg. Bis 2019 will man rund 7 der 30 Millionen Euro Schulden abgebaut haben.

Kaufering – Einiges im Haushaltsplan 2016 der Kauferinger Kommunalwerke ist Makulatur geworden. Dafür hat das Landratsamt gesorgt. Wegen der Weigerung der Marktgemeinderäte, einen Grundsatzbeschluss über die Einführung einer Straßenausbaubeitragssatzung zu fassen, hat nun die Rechtsaufsicht des Landrats­amtes prompt ihre Ankündigung wahr gemacht, einer Kreditaufnahme nicht mehr zuzustimmen. Betroffen davon sind zunächst nur die Kommunalwerke, die 430.000 Euro für Investitionen benötigt hätten. Der Kauferinger Haushalt selbst kommt ohne neue Kredite aus – zumindest in diesem Jahr.

Eigentlich sind die Kauferinger Kommunalwerke auf einem guten Weg. Manchmal kommt es auf die Betrachtungsweise an. Bei den Kauferingern hat sich eingeprägt, dass ihre Kommunalwerke Verlustbringer sind. Stimmt aber so nicht. Auch im Jahr 2016 wollen die Werke, wie sie auch genannt werden, wieder schwarze Zahlen schreiben. Manuela Nitsche, kaufmännische Leiterin der Kommunalwerke, konnte auf der jüngsten Marktgemeinderatssitzung für 2016 einen Gewinn von 236.000 Euro prognostizieren.

Auch im Vorjahr schrieb man schwarze Zahlen. Der Gewinn lag bei rund 300.000 Euro. Schuld am eher schlechten Image der Kommunalwerke ist der insgesamt sehr hohe Schuldenstand. Diese wird fälschlicherweise oft dem Bereich Fernwärme zugeschrieben. Die Zahlen besagen aber, dass die Gesamtverschuldung derzeit knapp 30 Millionen Euro beträgt. Davon entfallen auf die Fernwärme 36 Prozent und 38 Prozent auf die Photovoltaikanlage. Wasser und Abwasser teilen sich 25 Prozent der Verschuldung. Tatsache ist auch, dass die Fernwärme seit Jahren Betriebsverluste schreibt. Der Bereich fällt zusammen mit der Photovoltaikanlage unter die Sparte „Regenerative Energien“.

Die Sparten soll nach den Planungen im Jahr 2016 mit einem Gewinn von 226.700 Euro abschließen, wobei die Photovoltaikanlage den Bereich Fernwärme mit subventioniert. Der Überschuss der Photovoltaikanlage wird 624.000 Euro betragen, der Verlust der Fernwärme soll sich auf 397.000 Euro belaufen. Bei Wasser und Abwasser gleichen sich die Verluste beim Trinkwasser (minus 43.000 Euro) mit den Gewinnen aus dem Abwasser (plus 52.800) fast aus. 2016 werden die Kommunalwerke 2,1 Millionen Euro für die Tilgung der Schulden verwenden. Die geplante Kredit-Neuaufnahme von 430.000 Euro fällt ins Wasser.

Hier muss, so Bürgermeister Erich Püttner, nun neu nachgedacht werden. Ein kleiner Teil der Investitionen lässt sich über die Rücklagen finanzieren. Ein anderer Teil muss verschoben werden. Geplant war ursprünglich die Erneuerung und Erweiterung der Wasserleitung im Winterweg/Ecke Westendstraße. Darüber hinaus waren Finanzmittel für die Fertigstellung des Gewerbegebietes Lechwiesen sowie das Baugebiet Lechwiesen IV eingeplant. Dazu kommen noch diverse Hausanschlüsse. Das Wasserschutzgebiet soll eingezäunt werden.

Im Abwasserbereich wären es zwei neue Rührwerke gewesen, die jetzt auf der Kippe stehen. Weitere Mittel sollten für die gesetzlich vorgeschriebene TV-Befahrungen der Abwasserkanäle eingeplant werden. Dazu kommen die Anschlüsse des Gewerbegebietes Lechwiesen und für das Baugebiet Lechfeldwiesen. Wie es mit den geplanten Investitionen (110.000 Euro) im Bereich Regenerative Ener­gien weitergehen soll, ist ebenfalls noch offen. Schwerpunkt sollte der Umbau des 1,2 MW-Gas-Blockheizkraftwerkes sein. Geplant war, die Anlage so umzubauen, dass der erzeugte Strom als Eigenstrom im Heizkraftwerk genutzt werden kann.

Sascha Kenzler (UBV) sagte in seiner Haushaltsrede, die Kommunalwerke seien auf einem guten Weg. Die mittelfristige Finanzplanung sehe vor, den Schuldenberg von gegenwärtig knapp 30 Millionen Euro bis Ende 2019 um etwa 7 Millionen Euro zu verringern. Manfred Huber von der Kauferinger Mitte erinnerte daran, dass gerade bei der Fernwärme den ökonomisch schlechten Zahlen eine sehr gute ökologische Bilanz gegenüber stehe. Durch das Biomassekraftwerk würden jährlich rund 6.000 Tonnen CO2 eingespart. Huber betonte, auch im Hinblick auf den Schuldenabbau sei die Kauferinger Mitte mit dem Haushaltsentwurf zufrieden.

Siegfried Spörer

Meistgelesen

Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Toll: Das erste Azubi+ ist da!
Söder: "Nazi-Vorwürfe sind eine Sauerei"
Söder: "Nazi-Vorwürfe sind eine Sauerei"
"So nicht, Herr Erdogan!"
"So nicht, Herr Erdogan!"
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg

Kommentare