Es gibt viel zu tun im Landkreis Landsberg

Große Pläne im "Jahr der Biene"

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2018 ist im Landkreis Landsberg das Jahr der Biene, und da hat sich Landrat Thomas Eichinger viel vorgenommen.

Landkreis – Die ersten Amtsjahre von Landrat Thomas Eichinger (CSU) standen hauptsächlich im Zeichen von Flüchtlingskrise und Inte­gration. Doch nun weitet sich das Spektrum erheblich. Einen Überblick über die Themen, die er im Neuen Jahr anpacken möchte, gab Eichinger bei einem Pressegespräch im Gasthof Süßbräu.

• Klinikum Landsberg: Seit April ist der neue Vorstand Marco Wödl im Amt. Laut Eichinger ist eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation schon jetzt sichtbar. 2018 rechnet der Landrat noch mit einem Defizit von 750.000 Euro, doch bereits im Jahr 2019 soll die angestrebte schwarze Null erreicht sein. Dazu tragen unter anderem die neue Privatstation und die Wiederbesetzung des Bereichs Kardiologie bei. Die Geburtshilfeabteilung sei mit über 800 Geburten im Jahr gesichert. Einziger Wermutstropfen: Aus der staatlichen Förderung fällt das Klinikum mit seiner hohen Geburtenzahl knapp heraus.

• Pflege: Künftig sollen in den Pflegeheimen des Landkreises zehn Plätze für Kurzzeitpflege offengehalten werden. Diese sollen unter anderem für Patienten zur Verfügung stehen, die aus dem Krankenhaus entlassen werden, sich aber noch nicht wieder vollständig selbst versorgen können. Das zu erwartende Defizit muss der Landkreis aus eigener Tasche ausgleichen, da die erhoffte staatliche Förderung erheblich geringer ausfällt als gedacht. Die Mittel sind in Landkreishaushalt nicht vorgesehen. Trotzdem will Eichinger das Thema anpacken. „Wir können hier nicht zuwarten.“

Außerdem will Eichinger dem Mangel an Pflegenachwuchs entgegensteuern. Dazu gehört unter anderem, die Krankenpflegeschule am Klinikum besser in der öffentlichen Wahrnehmung zu positionieren, zum Beispiel durch die Teilnahme an der Aus­bildungsmesse. Insgesamt wünscht sich Eichinger für Pflegeberufe mehr gesellschaftliche Anerkennung.

• Ergänzungsbau Landrats­amt: Noch steht nicht fest, ob das geplante neue Gebäude auf dem Penzinger Feld entstehen kann. Eichinger sieht jedoch den jüngsten Beschluss des Stadtrats als „ausgestreckte Hand“. In dem neuen Verwaltungskomplex sollen die aktuell 13 Außen­stellen des Landratsamts zu einem Dienstleistungszentrum zusammengefasst werden. Das vorhandene Gebäude in der Von-Kühlmann-Straße könnte dann zu einem „Sozialbürger­haus“ werden, das Jugend- und Sozialamt, Jobcenter und Arbeitsagentur beherbergt. Wo Eichinger selbst sein Büro haben wird, verriet er noch nicht. „Ich werde überall sein.“

• Verkehr: Eichinger denkt über die Schaffung eines Förderprogramms nach, mit dem Gemeinden zum Bau von Parkhäusern oder Parkdecks angeregt werden sollen. Hier geht es vor allem um Kommunen mit viel genutzten Bahnhöfen wie Kaufering und Geltendorf. Ohne Hochbaulösung sieht der Landrat die Parksituation auf einen Kollaps zusteuern. Längst übersteige der Bedarf an Stellplätzen die vorhandenen Kapazitäten. „Man kann nicht nur Baugebiete ausweisen. Die Infrastruktur muss nachziehen.“

• Biodiversität: Das Jahr 2018 wird im Landkreis das „Jahr der Biene“, 2019 könnte das „Jahr des Regenwurms“ werden. Auf jeden Fall will sich der Landkreis verstärkt in Sachen Biodiversität engagieren. Auf den 60 Hektar landkreiseigener Flächen soll auf Glyphosat verzichtet und darauf geachtet werden, dass durch die Landschaftspflege Lebensräume für Insekten geschaffen bzw. ­erhalten werden. „Der Ein-Zentimeter-Rasen ist nicht der Weisheit letzter Schluss“, betont Eichinger.

Naturdenkmäler – zum Beispiel besonders schützenswerte Bäume – weist der Landkreis bisher nur im Außenbereich aus. Künftig soll dies auch im Innenbereich von Ortschaften möglich sein. In diesem Fall wäre der Landkreis auch für den Unterhalt und die Verkehrssicherung des Naturdenkmals zuständig.

• Sparkassen-Fusion: Ob der Zusammenschluss der Sparkasse Landsberg-Dießen mit den Instituten in Fürstenfeldbruck und Dachau wirklich sein muss, darüber ist in Eichingers Augen das letzte Wort noch nicht gesprochen. Den Fusionsplänen liege ein Worst-Case-Szenario zugrunde – und selbst dieses sieht die Landsberger Sparkasse auch ohne Fusion als lebensfähig bis 2025 an. „Da darf man sehr wohl abwägen“, findet Eichinger.

Dem Landrat geht es vor allem um den Erhalt des Filialnetzes in der Fläche. Da die Sparkasse einen öffentlichen Auftrag habe, sei die ökonomische Betrachtung nicht der einzig ausschlaggebende Faktor. Auch sorgt sich der Landkreis um seine Einflussmöglichkeiten im Verwaltungsrat, wenn er denn dort überhaupt einen Sitz bekommt.

Ob die Kommunalpolitiker aus Bruck und Dachau Eichingers Bedenken teilen, wird sich beim ersten Trägertreffen am 10. Januar zeigen.

Ulrike Osman

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