Gefahr gebannt?

Erst auf die Insel, dann über die Neue Bergstraße

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„Stopp, wir müssen mal über die Neue Bergstraße!“ Dass dies nicht gefahrlos möglich ist, demonstrierten OB Mathias Neuner und UBV-Stadtrat Christoph Jell beim Ortstermin.

Landsberg – Der Hauptplatz ist geschafft, der Torbogen unter dem Schmalzturm durchquert, jetzt kann man schon mal Gas geben, da kommt gleich eine Steigung. So denken viele Fahrer, die in den Landsberger Osten unterwegs sind. Doch auf den ersten Metern der Neuen Bergstraße gibt es ein Problem. Dort, zwischen Schlossergasse und Schlossberggarage, müssen Passanten, die nicht so gut zu Fuß sind, die Straße überqueren, sonst kommen sie nicht weiter – weder bergauf noch bergab.

Wie gefährlich es ist, die Lücke zwischen beschleunigendem West-Ost- und ausrollendem Ost-West-Verkehr zu erwischen, demonstrierten jetzt UBV-Stadtrat Christoph Jell und Oberbürgermeister Mathias Neuner bei einem Ortstermin des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses am vergangenen Mittwoch. Die erste gute Nachricht ist: Beiden ist nichts passiert. Ob das aber für jeden gilt, der mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl an dieser Stelle die Straße queren muss? Zweifel bleiben. Deswegen hatte Jell für denBeirat für Menschen mit Behinderung um eine Lösung des Problems gebeten. Und sie wird kommen.

Zur Verdeutlichung: Der hangseitige Gehweg mündet in eine Treppe, die nicht jeder benutzen kann und einen bergseitigen Gehweg gibt es an dieser Stelle nicht. Im Torbogen steht nicht genug Platz für einen breiten Gehweg zur Verfügung, weil Fahrzeuge, die bergauf wollen, an Fahrzeugen vorbeikommen müssen, die nach links in die Schlossergasse abbiegen möchten. Beim Ortstermin wurde klar: Das klappt gerade mal so mit Ach und Krach ohne Blechschaden. Im Rahmen der anstehenden Verkehrsplanung wird noch einmal zu diskutieren sein, ob das Linksabbiegen an dieser Stelle notwendig ist, aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Einstweilen bleibt der Torbogen für Autos reserviert. Also gibt es keine Alternative dazu, die Straßenseite zu wechseln. Mit einer Querungshilfe in Form einer Mittelinsel könnte man die Straße aber wenigstens in zwei Etappen überwinden. Dazu müsste man nur die Abbiegespur zur Schlossberggarage später beginnen lassen. Die Reihenfolge wäre also künftig Torbogen, Abbiegestelle zur Schlossergasse, Querungshilfe, (verkürzte) Abbiegespur zur Schlossberggarage.

Genau so beschloss es jetzt der Ausschuss nach dem Ortstermin einstimmig. Zwar soll die Mittelinsel zunächst provisorisch erstellt werden, um zu schauen, ob die Lösung vernünftig ist; Oberbürgermeister Mathias Neuner: „Wenn’s was Gescheites ist, machen wir’s dauerhaft“. Dennoch stimmte das Gremium zu, die Abschrägung der zwölf Zentimeter hohen Bordsteine schon endgültig vorzunehmen und dafür keine Keile zu verwenden. Die Tendenz ist also klar: Wenn nichts Wesentliches dagegenspricht, bleibt es wohl bei der jetzt beschlossenen Maßnahme.

Schrägaufzug?

In der Diskussion im Ausschuss wurde auch klar: Wie so oft bei Verkehrsmaßnahmen ist das nur ein Teil der Lösung. Letztlich geht kein Weg daran vorbei, eine bessere Fußgängeranbindung von Ost und West zu schaffen. Einige Stadträte liebäugeln dazu immer noch mit dem Schrägaufzug. „Der wird auch kommen“, prognostizierte ein Stadtrat beim Ortstermin, „nur leider nicht mehr in unserer Amtszeit“.

Werner Lauff

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