1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Landsberg

Landsberg bekommt eine Wohnungsbaugesellschaft

Erstellt:

Von: Ulrike Osman

Kommentare

Betreutes Wohnen Stadt Landsberg am englischen Garten
Das Betreute Wohnen der Stadt Landsberg am Englischen Garten wird eine der Liegenschaften sein, die die Stadt der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft übertragen. © Greiner

Landsberg – Die Stadt bekommt eine kommunale Wohnbaugesellschaft. Mit großer Mehrheit hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung die Gründung beschlossen. Die Gesellschaft soll den vorhandenen Wohnungsbestand verwalten und Neubauten errichten. Im Stadtrat standen zwei Varianten zur Auswahl. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden bestand darin, dass im einen Fall 182 städtische Wohnungen in die Gesellschaft eingelegt werden, im anderen nicht.

Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) sprach sich klar für die erste Variante aus. Diese sei „wesentlich günstiger“, weil sofort Mieteinnahmen in die Gesellschaft fließen würden, die diese für die Finanzierung von Neubauten verwenden könne. Im anderen Fall – die Gesellschaft baut lediglich neu, der Wohnungsbestand bleibt bei der Stadt – wären zwei Grundstücke und das für die Bauvorhaben notwendige Eigenkapital eingelegt worden. In diesem Fall wäre allerdings ein Konstrukt entstanden, das „dauerhaft am Tropf der Stadt hängt und damit von politischen Mehrheiten abhängig ist“, warnte die Rathaus-Chefin.Die Mehrheit schloss sich der von Baumgartl präferierten großen Lösung an. Auch Martin Unterrainer vom Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW) empfahl diese Variante. Man erreiche damit „eine Bündelung der Immobilien auf einen Rechtsträger“, was ja letztlich der Sinn einer kommunalen Wohnbaugesellschaft sei.

Die 182 Wohnungen auf elf Grundstücken mit einem überschlägigen Wert von 52 Millionen Euro werden zum 1. Januar 2023 in die Gesellschaft eingebracht. Die Stadt erhält dafür Anteile an der GmbH & Co. KG (der gewählten Rechtsform der Gesellschaft). Bestehende Darlehen in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro übernimmt die Gesellschaft. An Neubauprojekten ist bis Mitte 2025 die Errichtung von zwölf Wohnungen in der Katharinenstraße und bis 2028 von 55 Wohnungen am Wiesengrund geplant. Die erforderlichen Grundstücke und das gegebenenfalls notwendige zusätzliche Eigenkapital werden durch die Stadt in die Gesellschaft eingelegt.

Im Sachvortrag hieß es weiter, dass Sanierungsmaßnahmen auf die Jahre nach dem Neubau geschoben werden sollen. Dies kritisierte Ulrike Gömmer (Grüne) – sie sieht die Wohnungsbaugesellschaft vor allem in der Pflicht, den Altbestand zu sanieren. Klimaschutz und hohe Energiekosten machen in ihren Augen diese Aufgabe zur Priorität.

Christian Hettmer (CSU) sprach sich gegen eine Übertragung des Wohnungsbestands aus, da diese mit hohen Kosten verbunden sei. Und im Gegensatz zu Gömmer hielt er es für machbar, dass die Stadt selbst die Wohnungen saniert. Da die Mehrheit für die große Lösung absehbar war, forderte Hettmer, im Sinne der Transparenz eigene Buchungskreisläufe für Neubau und Altbestand anzulegen und die Kosten der Geschäftsbesorgung gesondert darzustellen.

Mit vier beziehungsweise fünf Gegenstimmen wurden die Gründung der Wohnbaugesellschaft und Einbringung des städtischen Wohnungsbestands beschlossen.

Auch interessant

Kommentare