Damit die Fische wandern können

Dank Treppen: Ein 30 Kilometer langer Fischwanderweg

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Landkreis – Bald können die Fische im Lech wieder 30 Kilometer ungehindert flussaufwärts wandern – wenn von Merching bis Landsberg alle Fischtreppen fertiggestellt sind. Gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie werden aktuell nach den bereits fertigen Treppen an den Lechstaustufen Kaufering, Merching und Unterbergen jetzt auch die Stau­stufen Scheuring und Schwabstadl mit einer Treppe, korrekt ‚Fischaufstiegsanlage‘ genannt, ausgestattet. Der Baubeginn für die letzte Treppe in Prittriching soll im kommenden Winter sein. Insgesamt investiert Uniper einen dreistelligen Millionenbetrag in das Projekt.

An beiden Bauorten, in Scheuring und in Schwabstadl, wird bereits gearbeitet.

Treppe in Scheuring

• Einstieg: Unmittelbar unterhalb des Kraftwerksauslaufes wird ein sogenannter „Vertical Slot“ errichtet, der den Fischen ermöglichen soll, rund 5,75 Meter Höhenunterschied in 49 Stufen zu meistern. Damit dieser Slot nicht unnötig groß wird und auch die Strömung für Fische ein „verträgliches Maß“ hat, werde man durch diesen Schlot rund 500 Liter pro Sekunde leiten, so Uniper. Weitere 300 Liter pro Sekunde fließen über eine Bypass-Rohrleitung um den Slot, bis die gesamten 800 Liter pro Sekunde wieder in den Lech münden. So bilde sich eine „Lockströmung“, die es Fischen ermögliche, den Einstieg in die Verbindungsrinne zu finden.

• Umgehungsrinne: An den Slot anschließend wird der vorhandene Entwässerungsgraben hinter dem Damm auf 420 Meter ausgebaut. Das Grundwasserniveau werde dabei nicht beeinflusst, da eine „Dichtungsbahn“ das Versickern von Wasser verhindere, versichert Uniper. Anschließend sollen Gewässer-Strukturelemente nach natürlichem Vorbild eingebaut werden – also beispielsweise ein mäandrierender Wasserverlauf, Zonen mit unterschiedlicher Wassertiefe wie tiefere Gumpen, Wasserbausteine und Wurzelstöcke als Unterstände oder auch Kiesbänke.

• Ausstieg: Um den verbleibenden Höhenunterschied zum Stausee zu meistern, will Uniper 24 Becken zwischen der Kraftwerkszufahrt und dem Dammkronenweg einbauen. Auch hier wird die durchgeleitete Wassermenge geteilt: 500 Liter pro Sekunde fließen durch die Becken, die restlichen 300 Liter gelangen durch einen Bypass in den Graben, der wieder zum Lech führt. „Wegen der geringen Wasserspiegelschwankungen im Scheuringer Stausee ist keine Automatik zur Steuerung der Durchflussmenge erforderlich“, so Uniper. Damit der Verbindungspass bei zu hohen Abflüssen nicht austrocknet, werde aber der Einlauf durch eine einstellbare Öffnung begrenzt.

• Anschluss an den Lech: Für die kurze Verbindung zum Stausee sorgt ein offener Graben.

Treppe in Schwabstadl

Auch in Schwabstadl, nur wenige Kilometer flussaufwärts, wird schon an der Fischtreppe gearbeitet. Mit der Fertigstellung rechne man voraussichtlich im kommenden Frühjahr, teilt Uniper mit.

Die Schwabstadl-Fischtreppe soll im Vergleich zu Scheuring nur drei Abschnitte haben: Der Ausstieg oberhalb des Kraftwerks schließt unmittelbar an den Lech an. Ein Anschluss ist deshalb nicht notwendig.

Hier wird der Slot rund sechs Meter Höhenunterschied in 50 jeweils zwölf Zentimeter hohen Stufen meistern. Die Umgehungsrinne soll rund 300 Meter lang werden und vier Höhenmeter überwinden. Für den Ausstieg in den Lech oberhalb des Kraftwerks ist ein weiteres Bauwerk am Dammkronenweg notwendig. Für extreme Hochwasserlagen werde beim Einlauf ein Schieber eingebaut, mit dem der Durchfluss gedrosselt oder im Falle von Reparaturen ganz abgestellt werden könne.

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