Bestätigung eingetroffen

Landsberg: Der Wolf ist ein Wolf

Wolf im Schnee
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Der Wolf, der bei Igling verunglückte, ist tatsächlich ein Wolf.

Igling- Die Bestätigung vom Landesamt für Umwelt (LfU) in Augsburg ist da: Das Tier, dass am 5. Januar tot in der Nähe des Stofferbergs bei Igling gefunden wurde, ist laut Ergebnissen der DNA-Analyse tatsächlich ein Wolf.

Der Rüde verunglückte Anfang Januar bei einem Verkehrsunfall (der KREISBOTE berichtete). Bei dem Wolf handele es sich um ein Tier der Alpenpopulation - der genetische Typ, der vor allem in den Alpen vorkommt, ist auf der Webseite des LfU zu lesen. Der Wolf hat die Nummer GW1944m erhalten. Man habe oft nicht genug und qualitativ ausreichendes genetisches Material, um einen Wolf individualisieren zu können. Auch die Unterschiede in der Fellzeichnung reichten nicht aus, um ein bestimmtes Tier ganz konkret identifizieren zu können. Deshalb sei es nur selten möglich, die Route eines bestimmten Tieres zu verfolgen. Woher genau der Landsberger Wolf gekommen ist, sei deshalb nicht klar.

Hier im Landkreis wird es vermutlich nie ein Wolfsrevier geben können, da das Territorium zu klein ist, vermutet Maximilian Hartmann, Sachgebietsleiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes. Im Durchschnitt betragen die Reviergrößen 150 bis 350 Quadratkilometer, ist auf der LfU-Webseite zu lesen. Wie groß genau so ein Revier sei, das hänge davon ab, wie viel Nahrung jeweils verfügbar ist.

„In Bayern gibt es in acht Regionen standorttreue Tiere,“ berichtet ein Sprecher des LfU. Ein Wolf gelte als standorttreu, wenn er über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten nachgewiesen werde oder eine Reproduktion belegt sei. Das treffe für den Landkreis Landsberg nicht zu. Der Wolf ist also auf dem Durchmarsch gewesen. „Inzwischen können Wölfe jederzeit und überall in Bayern auftrauchen,“ meint eine Sprecherin des LfU. Oft seien es einzelne Jungtiere, die ihre Elternrudel verlassen haben. „Innerhalb einer Nacht können sie 50 bis 70 Kilometer wandern,“ sagt die Sprecherin. Auch im Landkreis Landsberg habe es sicherlich schon durchwandernde Wölfe gegeben, die gar nicht bemerkt wurden. Dass dieser Wolf wahrgenommen wurde, sei der Tatsache geschuldet, dass er überfahren wurde.

Dieser Wolf verunglückte am 5. Januar bei Igling.

Besondere Maßnahmen gebe es nicht zu treffen. Wichtig sei es, Wölfen gegenüber Respekt zu haben, ihnen nicht nachzulaufen und sie keinesfalls zu füttern, betont die LfU-Sprecherin. Alle Infos zum Thema Wolf bietet das Landesamt für Umwelt als zentrale Stelle für das Wolfsmanagement in Bayern auf seiner Internetseite https://www.lfu.bayern.de/natur/wildtiermanagement_grosse_beutegreifer/wolf/index.htm an.

Für Nutztierhalter sind vor Ort die Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten die Ansprechpartner für Maßnahmen zum Herdenschutz. Es gehe darum, zu wissen: „Wölfe sind EU-weit besonders und streng geschützt,“ sagt die LfU-Sprecherin. „Wir müssen das Zusammenleben mit ihnen neu lernen. Unsere Aufgabe ist es zu helfen, das Miteinander von Mensch und Wolf möglichst konfliktarm zu gestalten.“
sug/ans

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