Dem EV Landsberg droht das Ende

Oberliga? Bayernliga? Mit oder ohne Nachwuchsabteilung? Insolvenz? Fragen über Fragen, auf die es morgen (Dienstag) Abend auf der EVL-Mitgliederversammlung Antworten geben soll. Foto: Krivec

Die wohl wichtigste Mitgliederversammlung des EV Landsberg morgen (Dienstag) Abend über die Bühne, doch schon im Vorfeld war klar, dass es brisant werden würde. Personalgerangel und Finanznot prägten jüngst die Diskussionen, offen wurde von Insolvenz gesprochen.

Die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) bis März, die dem KREISBOTEN vom EVL zur Verfügung gestellt wurde (und auch den Mitgliedern als Entscheidungshilfe dienen sollte), liest sich zweischneidig. Zwar ist durch Umwandlung von Darlehen in Spenden und verschiedene Vergleiche der Schuldenstand gesunken. Statt 472000 Euro steht allerdings immer noch ein „nicht durch Vereinsvermögen gedeckter Fehlbetrag“ von 357000 Euro zu Buche. Wie man damit umgeht, war vor der Versammlung unklar. Während EVL-Vorsitzender Hans-Jürgen Böttcher lediglich die Sozialabgaben und Umsatzsteuer als kritisch ansieht und ansonsten „auf ein positives Signal und Engagement von den Mitgliedern“ hoffte, sah sein Stellvertreter Joseph Keller die Situation dramatischer (siehe Interviews mit beiden Vorständen). Keller sprach sich laut Böttcher sogar für die Abmeldung der Junioren-Mannschaft aus, „nur weil das 20000 Euro spart und wir da grade nur noch sechs Leute haben. Aber bei den Sichtungen waren ja auch sechs bis acht neue Spieler da, da müssen einfach die Nachwuchsleute jetzt einmal den Hintern hoch bekommen und ein neues Team aufstellen. Und unser Trainer Petr Vorisek kennt ja auch noch eine Menge talentierter junger Spieler“, so Böttcher. Offene Rechnungen Die genannte Summe wäre aber ohnehin nur ein Tropfen auf den heißen Stein, da derzeit deutlich mehr Geld fehlt. Rechnungen sind noch mit dem Ausrüster offen, dem Busunternehmen, Vermietern, der Stadt Landsberg, Krankenkasse, Finanzamt und Berufsgenossenschaft sowie diversen Kleingläubigern. „Das ist aber nichts Neues“, so Böttcher. „Das haben wir jedes Jahr, dass wir uns nach der Saison strecken müssen, bis die nächsten Gelder eintreffen und das geht auch nicht nur dem EV Landsberg so.“ Zeck ist weg! Dennoch war der EVL vor der Mitgliederversammlung in der Warteschleife – zu viel hing von den dort anstehenden Entscheidungen ab. Weder Trainer- noch Spielerverträge konnten zuletzt abgeschlossen werden und so verabschiedete sich mit Thomas Zeck (zurück nach Peiting) der nächste Spieler aus Landsberg. Vereinsintern wurde offenbar von mehreren Mitgliedern bereits darüber nachgedacht, wie der Nachwuchs gerettet werden könnte, sollte es zum Äußersten kommen. Mehr oder minder offen wurde dabei der HC Landsberg ins Gespräch gebracht. Dort soll es daraufhin bereits Beratungen gegeben haben, offiziell gibt es aber zu diesem Thema keine Auskunft. „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass der EVL Pleite geht. Landsberg braucht Eishockey-Nachwuchs“, sagt HCL-Vorsitzender Markus Haschka. „Wenn es wirklich soweit kommt, muss man sich zusammensetzen und sehen, in welcher Form man helfen kann“, ergänzt sein Vertreter Christoph Hicks. „Im Moment hoffe ich noch, dass die Lage nicht so schlimm ist.“ Böttcher wiederum will erfahren haben, dass sich die Riverkings finanziell außerstande sehen, die Aufgabe zu stemmen: „Ich habe gehört, dass es da kein Interesse oder keine Möglichkeit gibt, den Nachwuchs zu übernehmen. Es ist aber vieles denkbar. Buchloe, Denklingen, vielleicht sogar Germering – mir fallen mehrere Klubs ein, an die man herantreten könnte.“ Allerdings hoffe er immer noch, dass es nicht soweit kommt. „Jetzt wird sich zeigen, wer ein Herz für den Verein hat. Wenn jetzt keine Resonanz kommt, ist der EVL tot. Es müssen sich genügend Leute melden, die sofort etwas mobilisieren. Ich habe hier soviel gearbeitet, ich will nicht derjenige sein, der zusperren muss.“

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Ex-Rechtsanwalt steht mit einem Bein im Gefängnis
Ex-Rechtsanwalt steht mit einem Bein im Gefängnis
Jetzt kostet auch Bio-Müll
Jetzt kostet auch Bio-Müll
Adé Blumenladen Klostereck
Adé Blumenladen Klostereck

Kommentare