Auf zu Wildsau&Co.!

Endlich wieder im Lechpark wandern dürfen

1 von 14
Endlich wieder offen: Der Weg entlang des Lechs vom Klösterl bis zum Eingang des Wildparks. Am Nagelfluh-Kletterfelsen ist jetzt mehr Platz.
2 von 14
Seit Donnerstag letzter Woche überflüssig: Fortsamtsleiter Michael Siller freut sich, endlich eines der Umleitungsschilder wegnehmen zu können.
3 von 14
Ungewohnte Ausblicke. Aber die noch kahlen Stellen wird sich im Lauf der Zeit die Natur zurückerobern.
4 von 14
Ungewohnte Ausblicke. Aber die noch kahlen Stellen wird sich im Lauf der Zeit die Natur zurückerobern.
5 von 14
Ungewohnte Ausblicke. Aber die noch kahlen Stellen wird sich im Lauf der Zeit die Natur zurückerobern.
6 von 14
Das Rondell am Lechpark-Eingang
7 von 14
Lechpark-Eingang
8 von 14

Landsberg – Erst steile Treppen steigen, um zu den Wildschweinen zu kommen? Die Zeiten sind vorbei. Jetzt ist der Weg entlang des Lechs vom Klösterl bis zum Eingang des Wildparks wieder offen. Neun Monate lang mussten die Landsberger und alle Besucher wegen der Lechmauersanierung auf die ebenerdige Verbindung verzichten. „Aber jetzt ist das Landsberger Wochenend-Zimmer wieder geöffnet“, freut sich der Leiter des städtischen Forstamtes Michael Siller.

Der Rückbau des zur Baustraße umfunktionierten Weges vom Wildparkeingang bis zur Abzweigung zum Campingplatz – der Rest der Strecke, die bisher gesperrt war – dauere allerdings noch zwei bis drei Wochen. „Aber wir haben es jetzt neun Monate ausgehalten“, sagt Siller. „Bitte haltet die letzten zwei, drei Wochen noch durch.“

Denn noch liegt auf dem Weg auf der Strecke vom Wildparkeingang bis zum Stauwehr die Schutzfolie samt aufgeschüttetem Kies. Hinter dem Stauwehr wurde die Straße zwar nicht aufgeschüttet. Dennoch muss dort noch ausgebessert werden. Auch wegen des starken Regens haben sich große Mulden durch die Baufahrzeuge gebildet.

Die Straße vom Lechufer aufwärts Richtung Campingplatz wird hingegen ganz neu gemacht. „Und wenn sie fertig ist, muss sie eine Woche ruhen, sonst hält das nicht“, betont der Projektleiter der Lechmauersanierung Johannes Haas vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim. Weshalb die Straße für diese zwei Wochen weiterhin komplett gesperrt sein wird – mit neuen Bauzäunen, Schranken und Warnbaken, bis Ende Juli – auch am Wochenende.

Neue Aussichten

Hier die Übersicht über die offenen und gesperrten Wege.

Die gute Nachricht: der „heilige Ahorn“ steht noch, ebenso der Baum samt Rondell am Eingang. Direkt am Parkplatzeingang ist flusswärts eine neue Bank aufgestellt – sicher ein schöner Platz, wenn sich die Natur dort wieder breit gemacht hat. Ebenso breitmachen werden sich Pflanzen und Tiere bei den bisher kahlen Stellen entlang des Wegs, von denen sich jetzt noch grünfreie Aussichten auf die Karolinenbrücke bieten. Die Geländer wurden von der Stadt erneuert. Der Fels, an dem der Biber seinen Bau hat, wurde leicht nivelliert: „So haben wir mehr Platz und können besser für einen Abfluss sorgen, den der Biber gerne mal verbaut“, begründet Siller die Maßnahme. Auch zwischen dem Nagelfluh-Kletterfelsen und dem Ufer ist jetzt knapp ein Meter mehr Platz.

Ein Bauzaun am Klösterl-Eingang wird vorerst noch die Schranke ersetzen – mit Platz an der Seite für Fußgänger und Radfahrer. Die Anwohner, die den Klösterlparkplatz nutzen, dürfen seit Freitag mit ihrem Auto wieder rein: mittels Code für das am Bauzaun angebrachte Zahlenschloss. Der Grund für diese Regelung: Wenn der Zugang zum Wildpark von Süden her nicht möglich ist, weil die Straße zum Campingplatz neu gemacht wird, müssen auch Forstamtsmitarbeiter und Jäger übers Klösterl zum Wildpark kommen. Die Schranke können Anwohner per Druckknopf im Auto öffnen. Von diesen Geräten gebe es aber nicht genug, so Siller.

Die Sanierungsarbeiten seien nicht einfach gewesen, erzählt Haas. Auf der Ostseite störte die Wasserleitung, Spundwände im Lech waren nötig und es wurde mehr Kies gebraucht als gedacht: insgesamt 5.000 Kubikmeter. Weshalb die Maßnahme für das Wasserwirtschaftsamt auch statt 4,5 Millionen Euro voraussichtlich eine halbe Million teurer wird. Die Sanierung hat letztendlich auch länger gedauert als gedacht. Statt Mitte Juni wird es nun Ende Juli werden, bis alles fertig ist. „Aber immerhin ist jetzt, nach Planungsbeginn 2010, die Lechmauer nach 100 Jahren wieder sicher.“

Das Westufer

Auch am Westufer ist das Ende in Sicht: „Die letzte Betonierung ist gemacht“, konnte Stefan Hiebl von der ausführenden Baufirma Huber schon am Donnerstag verkünden. Die Sperrung der Straße Am Englischen Garten ist vom 30. Juni bis 2. Juli erforderlich: Die Straße wird neu asphaltiert. Aber auch hier sollen alle Arbeiten wie das Herrichten der Zugänge zum Englischen Garten innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen abgeschlossen werden.

„Die Leute waren hartnäckig“, beschreibt Hiebl von der Baufirma die Mühen, die sich Wildparkbesucher gegeben haben, die Absperrungen zu umgehen. „Es wurden Schlösser geknackt oder durchtrennt und Bauzäune versetzt oder mit Zangen zerschnitten. Insgesamt haben wir 30 Bauzaunfelder neu angebracht.“ Auch ganze Horden von Schulabgängern hätten eifrig im Wildpark gefeiert. „Da war alles voller Müll“, beschreibt Siller.

Sowohl Stadt als auch Wasserwirtschaftsamt sind aber zufrieden. Die Zusammenarbeit habe funktioniert, auch wenn wegen des FFH-Gebiets, dem Uhu oder auch den Landsbergern zahlreiche Gespräche und Kompromisse nötig gewesen seien.
Susanne Greiner

Auch interessant

Meistgelesen

Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Die Landsberger Rathauskonzerte sind wieder da - mit Hisako Kawamura
Die Landsberger Rathauskonzerte sind wieder da - mit Hisako Kawamura
A96 im Landkreis Landsberg: Zu nass für Asphaltarbeiten
A96 im Landkreis Landsberg: Zu nass für Asphaltarbeiten
Weltwirtschaftsinstitut ermittelt Pendelkosten von Landsberg - und scheitert an Google
Weltwirtschaftsinstitut ermittelt Pendelkosten von Landsberg - und scheitert an Google

Kommentare