Landkreis Landsberg ist der Erste

Landsberg: Gesundheitsministerin Huml überreicht Pflegestützpunkt-Förderbescheid

Gesundheitsministerin Melanie Huml in Landsberg unterschreibt symbolischen Scheck
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Gesundheitsministerin Melanie Huml unterschreibt den symbolischen Scheck, mit dem der Freistaat die Sachkosten des Pflegestützpunktes mitfinanziert.

Landkreis – Der Vertrag für den Pflegegstützpunkt ist seit Juli unterschrieben. Darin festgehalten ist auch die Finanzierung des Projekts: Zwei Drittel übernehmen die Kranken- und Pflegekassen,das restliche Drittel teilen sich Bezirk und Landkreis – der somit nur ein Sechstel der Kosten stemmen muss. Am Dienstag überreichte Gesundheitsministerin Melanie Huml im Landratsamt den bayernweit ersten Förderbescheid des Freistaats für einen solchen Pflegestützpunkt. „Die Chance hatten viele. Aber nicht jeder hat sie genutzt“, betonte die Ministerin.

Auch wenn die Summe nicht „riesig“ sei: „Sie unterstützt vor Ort“, kommentierte Huml die Zuschussgelder in Höhe von 5.175 Euro. Sie sollen für die Sachkosten verwendet werden, die beim Landkreis anfallen, sagt der Leiter des Pflegestützpunktes Pajam Rais-Parsi. Dabei gehe es hauptsächlich um Gelder für Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildungen oder auch für die notwendige Software. Die jährlichen Sachkosten habe man vorerst auf 15.000 Euro angesetzt. „Aber manches davon ist einmalig, anderes wiederholt sich.“ Zum Beispiel bleibt das Zimmer im Landratsamt für die Mitarbeiter des Projekts, die dort somit auch persönliche Beratungsgespräche führen könnten. Für den Stützpunkt wurden 1,8 Stellen geschaffen: eine Vollzeitstelle und eine 30-Stunden-Stelle, die Jutta Bährle, bisherige Leiterin der Fachstelle für pflegende Angehörige, bereits innehat. „Für die Vollzeitstelle haben wir inzwischen eine Mitarbeiterin gefunden“, freut sich Stützpunktleiter Rais-Parsi. Dank der Förderung des Projekts liegen die Personalkosten für den Landkreis bei lediglich 32.000 pro Jahr.

Das Projekt wurde vor zwei Jahren zum ersten Mal avisiert. Die landesrechtlichen Regelungen standen Mitte des Jahres, die Verträge zwischen Bezirk, Kranken- und Pflegekassen und Landkreis wurden im Juli unterzeichnet. Die Förderung seitens des Freistaats konnte im November letzten Jahres beantragt werden – was der Landkreis erfolgreich und schnell erledigte. Der Austausch mit den Kassen laufe bereits, berichtete Huml, auch wenn sich coronabedingt einiges verzögert habe. Inzwischen gebe es eine Homepage sowie eine Fachstelle pro Regierungsbezirk. „Aber wir brauchen die Struktur vor Ort, jemanden, zu dem man hingehen kann.“ Genau diese Rolle des „Kümmerers“ erfüllten die zwei Mitarbeiter des Stützpunktes im Landratsamt.

Erich Püttner (UBV), der Huml stellvertretend für den erkrankten Landrat Thomas Eichinger und dessen ebenfalls erkrankte Vertreterin Margit Horner-Spindler empfing, nannte konkrete Zahlen zum Bedarf: Im Landkreis gebe es momentan 1.800 Menschen, die ambulant versorgt werden müssten. Weitere 650 Pflegeplätze bieten stationäre Versorgung. „Diese Zahl muss aber dringend aufgestockt werden“, mahnte der Kreisrat angesichts der Überalterung der Gesellschaft: 2030 werden laut Statistik circa 30.000 Menschen im Landkreis 65 Jahre oder älter sein, 4.000 davon pflegebedürftig.

Der Pflegestützpunkt soll Anlaufstelle für Pflegende und zu Pflegende sein. „Oftmals werden Menschen schlagartig von diesem Thema überrollt“, so Püttner. Für die dann auftauchenden Fragen – „An wen kann und muss man sich wenden?“, „Welche Angebote gibt es im Landkreis?“ oder auch die nach dem bürokratischen Abläufen – brauche es Ansprechpartner vor Ort, die Informationen gebündelt weitergeben.

Die Pflegedienste im Landkreis seien gut aufgestellt, „aber sie stehen auch an ihrer Belastungsgrenze“, konkretisierte Püttner. Rufe man als Betroffener dort an, höre man oft ein erschöpftes „Schauen wir mal, was wir machen können“. Ein Ausbau der Versorgungslage sei dringend notwendig, um den Menschen Sicherheit zu vermitteln. Die Unterstützung des Freistaats, so Püttner, lasse ihn wissen: „Wir werden nicht alleingelassen.“ Susanne Greiner

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