Faschingskonzert im Stadttheater

Landsberg: "Hailix bLECHle" taucht ab

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Den Taktstock mit dem Dreizack vertauscht: Dirigent Hans Günter Schwanzer und Hailix bLECHle beim Fachingskonzert im Stadttheater.

Landsberg – Was wäre der Lumpige Donnerstag ohne den Abend davor? Auf jeden Fall nicht vollständig. Denn ohne das Blechbläserensemble ‚Hailix bLECHle‘ mit Bombenlaune und extravaganten Kostümen, ohne Dirigent Hans Günter Schwanzer, der wie immer sehr viel, aber auch sehr viel Lustiges erzählt, und ohne die gute Laune, die jeder Zuschauer unweigerlich nach dem Konzert hat, wäre der Lumpige Donnerstag nur halb so schön.

Dass das Konzert von Hailix bLECHle schon fest zur Tradition gehört, zeigt am Mittwochabend wieder der komplett bis zum 2. Rang gefüllte Theatersaal. Und auch die Schilder, die Dirigent Schwanzer mit sich führt, sind schon wahre Klassiker. Ganz wichtig ist „Standing Ovations“ – ein Schild, dass der Dirigent gerne gleich beim ersten Stück (es war die Rockversion der Bach-Toccata in d-moll) schwenkt. Mit durchschlagendem Erfolg, ist doch die Stimmung nach den ersten drei Musikstücken (zur Toccata kommen noch das swingende „Puttin on the Ritz“ und „Rock around the Clock“ dazu) nicht nur beim Ensemble, sondern auch bei den Zuschauern grandios. Um sein Publikum vollends auf die Folter zu spannen, baut Schwanzer auch noch einen Break ein. Und lauscht verzückt dem brausenden „Ja!“ auf seine Frage „Sollen wir weiterspielen?“

Die Musiker treten vor der Pause im Anzug auf. Obwohl Schwanzer diesmal auch das eine Verkleidung nennt: als Bürgermeisterkandidat. Traditionell stellt der Dirigent seine Musiker vor, wobei Hailix bLECHle inzwischen ein „Immigrantenorchester“ sei: „Wir haben Mitglieder aus Mecklenburg, einen Quotenchinesen und sogar Musiker aus Reisch.“

Das Programm ist bunt. Zu hören ist „Ich hol vom Himmel die Sterne dir“ mit eingebautem Seufzen der Trompeter. Bachs Air mit Solo-Oboe. Oder Dauerbrenner wie „Bad, Bad Leroy Brown“ samt Schlagzeugsolo und „Fly me to the Moon“. Ein Klassiker: der Radetzky-Marsch vor der Pause, der fremddirigiert wird. Diesmal muss OB-Kandidat Felix Bredschneijder dran glauben, erfüllt seine Rolle aber (fast) überzeugend.

Nach der Pause taucht Hailix bLECHle ab: Qualle, Oktopus, Alge, Muschel (mit Perle!) und Hai jagen Schwimmer und Kapitäne. Kostüme, die mit viel Fantasie entstanden sind. Das Konzert und die notwendigen Vorbereitungen sind den Musikern offensichtlich eine Herzensangelegenheit. „Wir proben immer ab Januar jeden Sonntagmorgen um acht“, erzählt Schwanzer. „Da hat jeder Zeit. Auch wenn er noch nicht richtig wach ist.“
Susanne Greiner

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