Hochwasserschutzmaßnahme abgeschlossen

Landsberg: Zügel für den »Wilden Gesell« Lech

Englischer Garten Landsberg mit Thorsten Glauber, Doris Baumgartl, Thomas Eichinger, Roland Kriegsch.
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Das Einsetzen des Dammbalken beobachten aufmerksam der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim Robert Kriegsch (vorne links) und Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz Thorsten Glauber (vorne rechts).

Landsberg – Elf Monate hat es gedauert. Jetzt sind die Hochwasserschutzmaßnahmen am Landsberger Lechufer endgültig abgeschlossen. Zur Fertigstellung kam auch Umweltminister Thorsten Glauber.

  • Hochwassermaßnahmen an Ost- und Westufer des Lechs in Landsberg abgeschlossen
  • Staatsminister Thorsten Glauber zu Besuch
  • Gesamtkosten der Maßnahme: fünf Millionen Euro

Im Bereich Klösterl wurde eine neue Stahlbetonmauer im Lech vor die bestehende Mauer gesetzt. Am Englischen Garten wurde die Mauer teilweise abgetragen und neu aufgebaut. An den nicht zugänglichen Bereich, in denen die Häuser auf der Mauer stehen, schützt jetzt ein Deich. Und auch die zwei Dammbalken, die bei Hochwasser den Englischen Garten abriegeln, sind erneuert.

„Ruhe und Gelassenheit“ solle ein Hochwasserschutz gewähren, betonte Glauber. Dafür werbe er in seinem Ministerium „für jeden Euro“, Hochwasserschutz mache den „Löwenanteil“ der Maßnahmen des Umweltministeriums aus. In Landsberg kostete die Sanierung der nicht mehr standsicheren Schutzmauern an beiden Lechufern den Freistaat insgesamt rund fünf Millionen Euro. Die ersten Planungen im September rechneten mit 4,5 Millionen. Mit ein Grund für die höheren Kosten: Anfangs waren an der Ostseite Wasserbausteine geplant, um das Abschwemmen des Kieses zu verhindern – was jedoch nicht ausreichte. Deshalb setzte die Baufirma Spundwände ein: „Ein Spundwandverbau von der Wasserseite aus ist eine Herausforderung“, habe er sich sagen lassen, so Glauber.

Das Werk lobt seinen Meister

Landrat Thomas Eichinger

Die Maßnahme sei „kunstvoll ausgeführt“, urteilte Landrat Thomas Eichinger: „Das Werk lobt seinen Meister.“ Dabei habe die Kommunalpolitik während der Maßnahme nicht nur Lobesworte gehört. So ärgerte die Landsberger vor allem die knapp einjährige Sperrung des Zugangs zum Tierpark übers Klösterl, da dort die Baustraße für die Zulieferung der Materialien und Geräte eingerichtet werden musste. Immer wieder schnitten Zugangswillige Löcher in die Bauzäune (30 mussten erneuert werden), umgingen die Absperrungen oder knackten Schlösser – insgesamt ein Schaden von 5.000 Euro.

Er habe gesehen, dass die Landsberger mit der Sperre keinen „Frieden schließen konnten“, erinnerte sich auch Wasserwirtschaftsamtsleiter Roland Kriegsch. „Ich hoffe aber, dass in den Köpfen auch die Gefahr des Hochwassers präsent bleibt.“

Das „blaue Band der Stadt“ habe eine große Eigendynamik, beschrieb OB Doris Baumgartl die Kraft und damit einhergehende Hochwassergefahr des Lechs. Erst Anfang August ‚entwurzelten‘ Wassermassen Stützpfeiler an der städtischen Baustelle Lechsteg. Das stärkste Hochwasser habe Landsberg im Juni 1910 erlebt: Pegelstand 1,95 Meter, 1.400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, in der Straße Am Englischen Garten bildete sich ein zweiter Lechstrom – was an der Hochwassermarke der dortigen kleinen Kapelle noch abzulesen ist (siehe Foto).

Die kleine Markierung an der linken Seite dieser Kapelle Am Englischen Garten zeigt den Hochwasserstand 1910.

1913 sei daraufhin der Hochwasserschutz errichtet worden, fuhr Baumgartl fort. 2004 wurden die nahezu hundert Jahre alten Mauern untersucht, 2010 starteten die Planungen zu deren Erneuerung. Die Maßnahme habe von Anfang an „viel Emotionen“ hervorgerufen. Nun habe man eine Lösung gefunden, die „dem historischen Stadtbild gerecht wird.“

Susanne Greiner

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