Erinnerungsorte entdecken

landsberg-kaufering-erinnern.de: digitaler Wegweiser zum Erinnern

Ausschnitt von landsberg-kaufering-erinnern.de
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Orte und Infos anschaulich und strukturiert aufbereitet – als Anregung, sich mit der eigenen Regionalgeschichte zu beschäftigen: landsberg-kaufering-erinnern.de.
  • vonAndrea Schmelzle
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Landkreis – Stadt und Landkreis Landsberg sowie die Marktgemeinde Kaufering haben ihr gemeinschaftliches digitales Werk mit Unterstützung durch Experten – einer Geschichtsagentur aus Erlangen – umgesetzt: ein digitaler Wegweiser, der zeitgeschichtliche Ereignisse in der Region verdichtet und örtlich sichtbar macht. Begleitet und beraten wurde das Projekt durch die Stiftung Bayerische Gedenkstätten. 

Der Prozess habe etwas gedauert, so Dr. Jascha März, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung. Durch Corona seien Abstimmungen und Planungen nicht so leicht gewesen. Schon Ende 2019 sei die Stadt Landsberg mit der Idee eines solchen Wegweisers auf die Stiftung zugekommen. Nun konnte März das Gemeinschaftsprojekt im Rahmen der virtuellen Gedenkveranstaltung anlässlich des Tags der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau und seiner Außenlager, der sich am 27. April zum 76. Mal jährte (der KREISBOTE berichtete), präsentieren – und damit den Startschuss für die Webseite geben.

Ab sofort steht das digitale Angebot, das die zeitgeschichtlichen Orte der Region sichtbar macht, allen Interessierten zur Verfügung. „Im Spannungsfeld des kollektiven Gedenkens an das Leid und den Tod der Opfer und der wissenschafltichen Aufarbeitung der Geschichte spielen Erinnerungsorte eine tragende Rolle“, heißt es gleich auf der Startseite, die zu einer interaktiven Karte führt, auf der genau zu sehen ist, wo die Außenlager des KZ Dachau und die Friedhöfe gelegen haben.

Die Webseite sei nicht als Ausstellung, sondern als Wegweiser zu verstehen, so März, der zum einen zwar eine Vielzahl an Hintergrundinformationen sichtbar mache, zum anderen auch eine bessere Ortung ermögliche. All die zahlreichen dezentralen Orte im Raum Landsberg könnten nun schnell gefunden werden. Per Klick auf die Markierungen der Karte oder über die Auswahl einer Kategorie im nebenstehenden Menü kann der Besucher mehr über die Geschichte des KZ-Außenlagerkomplexes Landsberg/Kaufering erfahren. Und sich dabei in die jeweiligen Standorte hinein- und wieder herauszoomen.

Die Inhalte sind in über 100 Texten aufbereitet. Zudem gibt es Kontaktmöglichkeiten für Fragen und Literaturempfehlungen zum selbstständigen Vertiefen. Alle Besucher sollten angesprochen werden, betont März, unabhängig von jeweiligen Vorkenntnissen. Ergänzt durch Luftbild- und historische Aufnahmen sowie eingezeichneten Lagergrenzen diene das einem besseres Verständnis für Geschichte, darüber, wie und wo sie stattfand – manchmal vor der eigenen Haustür. Die Besucher setzen dabei eigene Schwerpunkte: Wählen sie eine Vertiefungsebene, öffnet sich ein weiteres Fenster mit zusätzlichen, multimedial aufbereiteten Informationen. Ergänzt wird das Angebot von bisher zwei animierten Videos, etwa zur Entstehungsgeschichte des KZ-Außenlagerkomplexes, sowie Zeitzeugeninterviews.

Es sei in jeder Hinsicht ein Gemeinschaftsprojekt, so März. „Viele Bürger, Vereine, Gedenkstetten und Archive tragen gemeinsam einen großen Anteil an der Realsierung des Projektes.“ Die Webseite ersetze jedoch nicht das bestehende Angebot, sondern diene als sinnvolle Ergänzung. Gemeinsam müsse man sich dafür einsetzen, dass die Gedenken an die Opfer des Nationalsozialimus aufrechterhalten werden – Erinnerungen über Generationen hinweg, vereint an besonderen Standorten.

Zur Erkundung dieser Erinnerungsorte ist nun jeder herzlich eingeladen: www.landsberg-kaufering-erinnern.de

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