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Hochregal oder Tiefgarage?

Konzepte gegen Parkplatznot - Stadtentwicklungsausschuss plant

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Parken in Stapeln: eine Lösung für Landsberg?

Landsberg – Zwei Konzepte zur Lösung der Parkplatzproblematik in der Innenstadt hat sich der Stadtratsausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Stadtentwicklung auf Antrag der UBV vorstellen lassen. Die Ansätze reichen von extrem platzsparenden Parkhäusern bis hin zur optimalen Auslastung der Tiefgaragen.

Es gäbe in der Stadt eigentlich genug Parkplätze, rechnete Neven Heuberger von der ParkHere GmbH dem Ausschuss vor. Insgesamt 1.600 Stellflächen hat das Münchner Start-up-Unternehmen in Landsberg gezählt, oberirdisch und in den „wirklich tollen Tiefgaragen“. Die aber seien bestensfalls zu 70 Prozent ausgelastet. „Das zweite Parkdeck ist meistens leer. Warum?“ Zum einen werde offenbar das unterirdische Parken für deutlich teurer und zeitaufwendiger gehalten als es tatsächlich sei, zum anderen sei das oberirdische Parken in Landsberg „vielleicht ein bisschen zu preiswert“.

Was also tun? ParkHere empfiehlt die Attraktivität der Tiefgaragen durch Vereinfachung zu steigern. Das Unternehmen bietet dafür gleich die entsprechende Hard- und Software an. Mit Hilfe von Radarsensoren lassen sich die Kennzeichen ein- und ausfahrender Pkw erkennen und die Parkdauer messen. Statt am Automaten ein Ticket zu ziehen, zahlt der Kunde mit Hilfe einer App, über die er sogar im Voraus einen Parkplatz reservieren kann. Oberirdisch lässt sich das Konzept ebenfalls umsetzen, und zwar mit Hilfe von Sensoren, die im Pflaster verbaut werden. Diese können dem Autofahrer auch freie Parkplätze aufs Handy melden.

Ordnungsamtschef Ernst Müller äußerte Zweifel, ob das Konzept angenommen werden würde. Denn die bisherigen Erfahrungswerte, die Müller recherchiert hatte, klingen nicht berauschend. „Die Akzeptanz von Handy-Parken liegt in Städten, wo es das schon lange gibt, bei acht bis zwölf Prozent.“

Wichtig sei, dass das Parken per App nicht mehr kostet als am Automaten, entgegnete Felix Harteneck, Gründer und geschäftsführender Vorstand von ParkHere. Allerdings bräuchte die Stadt einen Dienstleister, der im Hintergrund die Gebühren abrechnet. Diese Mehrkosten müsste sie gegebenenfalls selbst tragen, um die Parkgebühren nicht erhöhen zu müssen.

Einen komplett anderen Ansatz – nämlich die Schaffung von zusätzlichen Stellflächen auf engstem Raum – präsentierte Ulrich Gleißner von der Firma ParkClever in Bornheim. Das Unternehmen baut auf 33 Quadratmeter Grundfläche vollautomatische Parkhäuser für acht bis 16 Pkw. Petra Ruffing (CSU) erinnerte die Konstruktion in gewisser Weise an ein „Hochregallager für Autos“.

Über eine Photovoltaik-Fassade produziert das Gebäude seinen eigenen Strom. Dieses Konzept ist aber bisher in Deutschland offenbar noch nirgendwo umgesetzt worden. Im Ausland baut ParkClever nach eigenen Angaben seit sechs Jahren Parkhäuser, „allein in Polen stehen 57“, so Gleißner.

Bürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) regte an, die „spannenden und innovativen Lösungsansätze“ nun zunächst in den Fraktionen und der Verwaltung weiter zu diskutieren.

Ulrike Osman

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