Herz aus elf  Teilen

Landsberg: Lady-Herkomer-Steg wächst mit Verzögerung

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Es geht Stück für Stück weiter beim Lady-Herkomer-Steg.

Landsberg – Wer gehofft hat, heuer den neuen Lechsteg queren zu können, wird enttäuscht: Fertig wird das monumentale Bauwerk erst 2021. „Das liegt an dem Belag, der braucht eine bestimmte gewisser Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Das schaffen wir heuer nicht mehr“, erklärt Hans Huttenloher vom städtischen Hochbauamt. Und wer weiß, welche Verzögerungen noch kommen. Erst gestern stockte die Anlieferung der großen Brückenteile an der Grenze zu Tschechien, weil die Bürokratie mal wieder ins Geschehen grätschte.

Es geht Stück für Stück weiter beim Lady-Herkomer-Steg.

Eigentlich sollten die Brückenteile für ‚Schuss 1‘, der – entsprechend Schuss 2 am Ostufer – vom Widerlager am Westufer aus Richtung Fluss­pfeiler ragen wird, schon am Dienstag  ankommen. Geschafft hat es aber nur eines der drei Teile - das leichteste. Die beiden schweren, 35 und 27 Tonnen, standen heute samt Schwertransporter immer noch an der tschechischen Grenze. „Es wurde vom Spediteur der falsche Ankunftsort angegeben", informiert Huttenloher. Nämlich das Ostufer. Und somit fehlte dem Lkw die Genehmigung für die Querung der Sandauer Brücke. Kurz darauf teilte die Stadtverwaltung aber mit, dass jetzt alles geregelt sei. Aber da die Schwertransporter nur nachts fahren dürfen, kommen die zwei schweren Teile wohl erst am frühen Morgen in der Von-Kühlmann-Straße an.

Vor Ort werden die Teile verschweißt und sollen am 19. September eingehoben werden. Aber ob das alles wie geplant ablaufen kann, will Huttenloher nicht versprechen: „Wir haben auch viele Schweißer aus Ungarn und Tschechien. Wenn die Einreisebedingungen wegen Corona verschärft werden, könnten wir das auch hier zu spüren bekommen.“ Wann auch immer eingehoben wird: Dafür muss die Von-Kühlmann-Straße fünf Tage gesperrt werden. Einen Tag vor der Aktion für den Kran, der dafür zusätzlich aufgebaut werden muss. Und dann noch vier Tage fürs Einheben selbst.

Die weiteren Teile – Schuss 2 und 3, die Verbindungsstücke zum großen Mittelteil von beiden Seiten her, und dann noch Schuss 5, das ‚Herzstück‘ des Stegs – werden nach und nach angeliefert. „Die elf Teile, aus denen das Mittelstück besteht, sollen zwischen dem 21. September und dem 8. Oktober kommen“, steckt Huttenloher den Zeitplan ab. Sie werden anschließend an der Ostseite zu zwei großen Teilen zusammengeschweißt und eingehoben. „Insgesamt wiegt dieses Mittelstück 130 Tonnen“, begründet Huttenloher. Ein Kran, der dieses Gewicht heben könne, dürfe nicht mehr über die Lechgarage fahren.

Wann genau das Mittelstück schließlich eingehoben wird, wisse man noch nicht. „Dieses Jahr wird das Bauwerk an sich aber noch fertig, auch das Geländer und die Beleuchtung“, ist Huttenloher überzeugt. „Der Belag kommt dann 2021.“

Der Hochwasserschaden an den Hilfsjochen auf der künstlichen Insel ist fast behoben: Das Fundament für das zweite Hilfsjoch mit den gelben Pfeilern steht bereits. „Das hat uns jetzt nochmal 150.000 Euro gekostet“, gibt Huttenloher an. Immerhin: Er habe mit 50.000 Euro mehr gerechnet.
Susanne Greiner

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