Viel zu schön für die Vernunft

Landsberg: Magier-Duo "Golden Ace" besticht durch Zauberei, Charme und Poesie

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Das s‘Maximilaneum lud ein: Alexander Hunte und Martin Köster alias „Golden Ace“ lassen Julius aus dem Publikum die Paprika auspacken, in der auf mysteriöse Weise ein Teil der zerrissenen Kreuz 9 gelandet ist.

Landsberg – Viele Kinder bekommen irgendwann einmal einen Zauberkasten geschenkt. Wichtige Utensilien: ein Kartenspiel, ein schwarzes Satintuch und – ganz wichtig – der Zauberstab. Dass Zaubern dann doch nicht so leicht ist, wie es bei Profis aussieht, erkennen die Nachwuchsmagier recht schnell. Und wer zudem noch so lässig charmant die Moderation meistern will, wie das Alexander Hunte und Martin Köster vom Magier-Duo „Golden Ace“ können, muss nicht nur in die Zauberschule gehen.

Stilsicher treten die beiden Herren im Frack auf die Bühne. Und erläutern, wie ein Trick so funktioniert. Anhand der Zeitung, die ganz klassisch zerrissen wird und dann – wie auch immer – plötzlich wieder im Ganzen erscheint. Es geht weiter zum Geld: Ein Gast darf einen zehn-Euro-Schein auf der Bühne abgeben, der sich dort in immer höhere Summen verwandelt und schließlich zum Fünf-Euro-Schein verpufft.

Tricks, die man kennt, sicher. Und man weiß auch, dass das irgendwas mit den Jackenärmeln, Ablenkung und Suggestion zu tun hat. Aber verflixt nochmal, wie genau funktioniert das? Eigentlich möchte man meinen, dass das bei Golden Ace herauszufinden wäre, so nah, wie die Zuschauer den beiden kommen. Die erste Reihe im Stadttheater sitzt ja fast auf ihrem Schoß. Und dem nicht genug, die beiden Magier holen sich auch gern nichtmagische Zeugen aus dem Publikum. Dennoch, ihre Finger sind so flink, die Tricks so gut choreographiert, man weiß trotz Nähe nicht, wie‘s geht.

Im Lauf der Show verschwindet der eine Magier unter einem Tuch von der Bühne, sechs Zuschauer fallen hypnotisiert in Schlaf und verlieren die Kontrolle über Arm oder Bein. Messer unter Papiertüten verschwinden, Ringe lösen sich von Bändern. Und ganz famos: Eine abgerissene Ecke der Spielkarte Kreuz 9 wandert in eine heile Paprika, die ein kleiner Junge schon vor Anfang des Kunststücks in Verwahrsam nimmt. Wird das Gemüse schließlich aufgeschnitten, zeigt sich: Die abgerissene Ecke passt wie die Faust aufs Auge zum Rest der Karte, wohlverwahrt beim Zuschauer.

Die beiden Magier aus Barsinghausen – hoch im Norden bei Hannover – haben sich erst im Süden kennengelernt. Aus Zeitgründen wurden ihre Einzelauftritte in einem Varieté zusammengelegt. Ein Glücksfall für die Zauberkunst, denn der magische Funke sprang über. Seither sind sie im Zauber-Duo unterwegs. Obwohl Hunte Physik und Mathematik, Köster Jura studiert hat, beide mit Abschluss.

Hunte war als kleiner Junge vom Bewegungsmelder fasziniert: Licht durch Fingerschnipsen – wahre Magie! Ein Gefühl, das die beiden Zauberer an den Zuschauer weitergeben und zum Ende der Show den kleinen Kartentisch fliegen lassen. Sicher, da müssen Seile sein, eine Art Stab im Tischtuch. Aber eigentlich ist das vollkommen egal. Denn wahre Magie ist viel zu schön für die Vernunft
Susanne Greiner

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