Ohne Maske im Biomarkt

Landsberg: Maske im Laden - auch mit Attest

Maske im Grüngut
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Die meisten Landsberger Geschäfte lassen Kunden ohne Maske während den regulären Öffnungszeiten nicht mehr ein - auch wenn sie ein Attest vorweisen.

Landsberg – Was passiert, wenn ein Mitarbeiter eines Geschäfts keine Maske tragen kann und das mit einem ärztlichen Attest belegt? Bei Alnatura in Landsberg durfte dieser Mitarbeiter weiterarbeiten – ohne Maske, in allen Bereichen. Nach Anfrage des KREISBOTEN wurde er inzwischen an die Kasse versetzt.

Auf den Fall aufmerksam gemacht hatte unsere Redaktion ein besorgter Leser. Auf Nachfrage bei Alnatura antwortete Pressesprecherin Stefanie Neumann: „Ja, es gibt in Landsberg einen Mitarbeiter, der aus Gesundheitsgründen nicht durchgängig eine Maske tragen kann.“ Der Mitarbeiter werde „ab sofort nur noch an der Kasse (also hinter der Plexi­glas-Schutzwand) arbeiten und eine Maske tragen, wenn er die Kasse verlässt“. Natürlich gelte in den Alnatura Märkten eine Maskenpflicht, die auch von den Mitarbeitern gegenüber den Kunden kommuniziert werde. In den meisten Märkten werde das auch verstanden und akzeptiert. „Die Situation in Landsberg unterscheidet sich leider etwas von anderen Städten“, gibt Neumann zu bedenken. Deshalb habe man jetzt entschieden, dass auch mit Attest kein Zutritt ohne Maske mehr möglich sei. Man werde das durch zusätzliches Sicherheitspersonal durchsetzen.

Auch beim benachbarten Bio-­Lebensmittelladen Landmann durften Mitarbeiter mit Attest in allen Bereichen ohne Mund-Nasenschutz (MSN) arbeiten – sie trugen allerdings ein Plastikvisier, „vom Gesundheitsamt genehmigt“, informiert ein Landmann-Mitarbeiter. Seit Freitag habe man die Bedingungen aber verschärft: „Man darf jetzt auch hier ohne Maske nicht mehr einkaufen.“ Deshalb halte man am Eingang Einwegmasken bereit. Auch die Mitarbeiter müssten MNS tragen, ein Visier reiche nicht. Wenn ein Kunde aus medizinischen Gründen keine Maske tragen könne, solle er online bestellen, „wir übergeben die Ware dann auf dem Parkplatz“.

Wenn ein Kunde ein Attest habe, dürfe er ohne MNS einkaufen, teilt hingegen eine Mitarbeiterin des Reformhauses Merck mit. Mitarbeiter mit Attest müssten dennoch ständig einen MNS tragen.

„Leidensgerechter Arbeitsplatz“

Auch der Drogeriemarkt Müller lässt Kunden mit Attest ohne MNS einkaufen. „Wir holen noch einen Mitarbeiter, der das Attest mit bezeugt“, so eine Mitarbeiterin. Den Grund für das Attest müsse derjenige ja nicht sagen. Könne ein Mitarbeiter keinen MSN tragen, werde er an einen ‚leidensgerechten Arbeitsplatz‘ versetzt: „Das bedeutet bei uns die Kasse, die ist mit Plexiglas abgeschirmt.“

„Jemand mit Attest müssten wir wohl einkaufen lassen“, teilt eine Mitarbeiterin von Apollo Optik mit. Man habe bisher aber keinen solchen Fall gehabt. „Und alle unsere Mitarbeiter tragen Maske.“

Fielmann hat sich sein Hygienekonzept gleich von oberster Hand erstellen lassen: von Prof. Dr. Martin Exner, Präsident der deutschen Gesellschaft für Krankenhaus­hygiene. Ohne Maske geht dort gar nichts. Mit Menschen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen könnten, vereinbare man einen Termin außerhalb der Öffnungszeiten, sagt Tobias Plöger von der Fielmann-­Pressestelle. „Dann müssen wir aber unseren Mitarbeiter verstärkt schützen.“ Das bedeutet konkret: Der Mitarbeiter trägt Handschuhe, Schutzbrille und FFP2-Maske. Mitarbeiter, die medizinisch bedingt keine Masken tragen können, setze man in Bereichen ohne Kunden­verkehr ein – etwa in der Werkstatt.
Susanne Greiner

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