Landsberger jesuitenviertel

Neues Parkhaus am Bauhof: Hunderte Stellplätze auf vier Ebenen

Luftbild Berufliche Schulen Landsberg
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Fürs Jesuitenviertel plant die Stadt ein neues Parkhaus - vierstöckig mit hunderten von Parkplätzen..

Landsberg – Der Parkdruck rund um die Beruflichen Schulen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Nun soll ein vierstöckiges Parkhaus an der Spitalfeldstraße Abhilfe schaffen.

  • Im Landsberger Osten soll ein weiteres Parkhaus entstehen.
  • Geplant sind mehrere hundert Stellplätze auf vier Ebenen.
  • Bauherr könnte der Landkreis sein.

Bereits vor zweieinhalb Jahren hatte der Stadtrat ein Struktur- und Parkplatzkonzept für den Bereich zwischen Schleifweg, Epfenhauser Straße und Spitalfeldstraße in Auftrag gegeben. Hier ballen sich neben den Beruflichen Schulen der Bauhof, die Stadtwerke und das Agrarbildungszentrum. Der Konzeptvorschlag, der aus dem Strukturkonzept hervorging und im Stadtrat nun auf breite Zustimmung stieß, sieht vor, dass alle Einrichtungen an ihren bestehenden Standorten bleiben. Das heißt unter anderem, dass das Agrarbildungszentrum seine Erweiterungswünsche auf eigenem Gelände umsetzen muss und sich nicht nach Süden auf städtische Flächen ausbreiten darf – was bei den Verantwortlichen des Agrarbildungszentrums zu „Enttäuschung“ geführt habe, wie Stadtbaumeisterin Birgit Weber einräumte. Aber: „Die Stadt könnte den Flächenverlust nicht kompensieren.“

Für die Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schulen sowie die Mitarbeiter von Bauhof und Stadtwerken soll an der Spitalfeldstraße ein vierstöckiges Parkhaus entstehen. Im Sachvortrag der Verwaltung war ursprünglich von 440 Stellplätzen die Rede. Die Zahl wurde jedoch entfernt, nachdem die Frage aufgetaucht war, ob der tatsächliche Bedarf nicht höher sei. Beschlossen wurde „die erforderliche Zahl“ an Plätzen zu schaffen. Ein Teil davon könnte den Bewohnern des Jesuitenviertels als Anwohnerparkplätze zur Verfügung gestellt werden.

Als Bauherr für das Parkhaus kommt der Landkreis in Frage, das Grundstück gehört allerdings der Stadt. Die Nutzer des Parkhauses wären einerseits die Berufsschüler – und damit Sache des Landkreises –, andererseits Mitarbeiter von Stadtwerken und Bauhof. Die Gedanken zu diesem Thema seien „noch nicht ausgereift“, entgegnete Stadtbaumeisterin Weber auf eine entsprechende Frage von CSU-Stadtrat Harry Reitmeir. OBin Doris Baumgartl (UBV) ist zuversichtlich, dass man mit dem Landkreis einen Kompromiss finden werde.

Vierstöckiger Garagenbau zwischen Einfamilienhäusern?

Für Axel Flörke (Landsberger Mitte) passt ein Parkhaus in der angedachten Größe nicht in die Umgebung. Die Lösung sei zwar auf den ersten Blick „charmant“, jedoch stünde dann ein „vierstöckiger Garagenbau“ zwischen Einfamilienhäusern und den Beruflichen Schulen, die auch nur zweistöckig sind. „Ist das eine städtebaulich gelungene Lösung?“, zweifelte Flörke.

Weber beruhigte, mögliche Probleme wie Verschattung und Lärm würden noch „vertieft untersucht“. Außerdem befinde sich gegenüber des potentiellen Parkhausstandorts ein Gewerbegebiet.

Aus Sicht der Stadtrat-Grünen sind Hunderte neuer Parkplätze kein Grund zum „Juhu-Sschreien“, wie Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann sagte. Das vorgestellte Strukturkonzept insgesamt fand er aber gelungen. Hartmanns Anregung lautete: Abends und am Wochenende sollte das Parkhaus der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Wenn man es schon baue, solle man es außerhalb der Hauptnutzungszeiten doch nicht leerstehen lassen.

Sanierungspläne für den Bauhof

Der Bauhof bleibt, wo er ist. Die Stadt will am Standort in der Spitalfeldstraße festhalten, aber dort soll einiges passieren. Laut einstimmigem Stadtratsbeschluss wird der Bauhof umfassend saniert und baulich weiterentwickelt, denn die Anforderungen sind gestiegen, die Aufgaben immer mehr geworden.

OBin Baumgartl hatte die Stadtratsmitglieder vor der jüngsten Sitzung zu einem nichtöffentlichen Ortstermin gebeten, um in zu zeigen, wo überall Verbesserungsbedarf besteht. Unter anderem fehlt es an Garagen für den umfangreichen Fuhrpark aus acht Lkw, drei Schleppern und acht Kleinschleppern, drei Schmalspurfahrzeugen, sieben Sprintern und vier Pritschenwagen, drei Elektrofahrzeugen, drei Pkw, zwölf Anhängern und einem Radlader. Die vorhandene Kfz-Halle ist für das alles zu klein. Ein Teil der Fahrzeuge steht deshalb in der ehemaligen Viehhalle – eine Situation, die brandschutz- und baurechtlich nicht mehr zulässig ist.

Abgerissen werden soll das Verwaltungsgebäude. Hier wird fast doppelt so viel Bürofläche benötigt wie vorhanden ist. Sozialraum, Sanitär- und Umkleidebereiche sind für die insgesamt 54 Mitarbeiter ebenfalls deutlich zu klein. Das Gebäude ist unzureichend gedämmt, was zu hohen Wärmeverlusten und hohen Heizkosten führt. Ein Neubau soll für 70 Mitarbeiter dimensioniert werden.

Auf der Abbruchliste stehen neben dem Verwaltungsgebäude die alte Salzhalle, die ehemalige Viehhalle und das sogenannte Folienhaus, das ursprünglich für die Überwinterung und Aufzucht von Topf- und Kübelpflanzen diente, inzwischen aber als Unterstellmöglichkeit für Fahrzeuge genutzt wird. Erhalten und ertüchtigt werden können die Werkstätten – Schreinerei und Malerwerkstatt, Kfz-Werkstatt und Schlosserei – sowie die Kfz-Halle, Salzsilo und Soleanlage.

Bei der Sanierung sollen neben dem neuen Verwaltungsgebäude zusätzliche Unterstellmöglichkeiten für Fahrzeuge und eine überdachte Kfz-Waschhalle entstehen. Lagerflächen sollen erweitert und ein Notfallrechenzentrum für die IT der Stadtverwaltung geschaffen werden.

Der Umbau soll in Abstimmung mit den Stadtwerken und schrittweise erfolgen, damit der Betrieb des Bauhofs nicht beeinträchtigt wird. Als nächster Schritt wird ein detailliertes Konzept erarbeitet.
Ulrike Osman

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