Neues von der Familie Well

Landsberg: NouWell Cousines mit Gaumenschmaus für die Ohren

+
Die NouWell Cousines mit Stimmung im Rathausfestsaal: (von links) Matthias, Maresa, Maximilian und Maria Well.

Landsberg – Dass Musikalität irgendwie auch vererbt wird, zeigt sich wohl bei wenigen Familien so deutlich wie bei den Wells. Denn nicht nur die ehemaligen Biermösl Blosn, jetzt Well-Brüder strotzen vor Musikkenntnissen, auch deren Kinder brennen für Wohlklang – und haben sich unter dem Namen NouWell Cousines neu formiert. Am Samstagabend begeisterten sie die Zuschauer im vollbesetzten Ratshausfestsaal.

Dass dabei der einzige ‚Fremdkörper‘, Akkordeonist Alex Maschke, nicht mit einstimmen konnte – „der ist nach Manchester abgehauen, zum Studieren“, informierte Maria Well“ – war offensichtlich kein Problem. Maximilian von den Well-Buam, seines Zeichens Bruder von Maresa, sprang kurzerhand ein. Der Well-Fundus ist eben unbegrenzt.

Zum Start holen sich die Vier gleich das Publikum ins Boot: Mitsingen und Mitklatschen beim Landler ist gefordert. Der Text ist dabei eher simpel. Und der Gesang muss auch nicht unbedingt schön sein: „Hauptsache laut“, fordert Geigerin und Akkordeonistin Maresa. Und Klatschen darf jeder wie er mag, „Hauptsache im Takt“.

Im Gegensatz zu ihren Vätern, den Well-Brüdern, setzt der Nachwuchs auf Unterhaltung im leichteren Stil. Volksmusik, wobei die aber gerne aus aller Herren Länder, vor allem aus den östlichen kommen darf. Wobei Matthias Well perfekt und mit Inbrunst jiddische Weisen oder ungarische, rumänische und auch russische Lieder geigt.

Die Moderation übernehmen dabei die Frauen. Und erzählen vom Lieblingsaufenthalts-Ort, dem Münchener Johannis-Café, in dem Probleme gelöst, komponiert und auch gefeiert wird. Heraus kommen Lieder mit Karl-Valentin-Texten – „Mariechen saß auf einem Stein, warum den nicht auf zwein?“ –, Lieder über die „Schönheitskönigin von Oberschweinbach-West“, über Katzen und ihre Seelenwanderung sowie über Hasenbraten und auch viel Instrumentales.

Dass alle Vier ihre Instrumente kennen, beherrschen und lieben, wen dürfte das verwundern? Besonders beeindruckend sind dabei die Duette von Matthias und Maresa, Marias Cello-Einsätze. Äußerst stimmig auch das Gesangsduett der beiden Frauen.

Dass die Vier auch ernst können und dass Ernst ihnen besonders gut steht, zeigen sie in der Vertonung des Brecht-Gedichtes „Gegen Verführung“. Eine Warnung vor Manipulation, ein Aufruf zur Wahrhaftigkeit – und wider Erwarten christlich konnotiert. Entdeckt haben die Vier den Text, wie könnte es anders sein, im Johannis-Café, „zwischen einem Ex-Papst-Kalender und einem Foto von Pamela Anderson“.

Das Publikum ist hingerissen. Und erklatscht sich zwei Zugaben. „Einen Landler zum Rausgrooven“ beschreibt Maria die erste Zugabe. Die eine perfekte Schuhplattler-Einlage beider Frauen mit sich bringt. Denn auch diese Bastion ist offensichtlich nicht mehr den Männern vorbehalten. Weil‘s zum Rausgrooven nicht ganz reicht, gibt‘s auch noch einen Viergesang. Der wohl, geht man nach der Stimmung im Publikum, gerne noch ein ganzes Weilchen länger hätte dauern dürfen.
Susanne Greiner

Auch interessant

Meistgelesen

Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Endlich: Die Lechrain-Zündler sind gefasst!
Endlich: Die Lechrain-Zündler sind gefasst!
Die Stromrebellen aus dem Fuchstal
Die Stromrebellen aus dem Fuchstal
Bauvoranfrage für Fuchs-und-Has-Gelände in Dettenhofen vorerst abgelehnt
Bauvoranfrage für Fuchs-und-Has-Gelände in Dettenhofen vorerst abgelehnt

Kommentare