FT Jahn und Alpenverein

Landsberg: Paradies für Biker und Skater?

Biker im Bikepark Schongau
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Ein Bike- und Skaterpark wie hier in Schongau soll nach Wunsch des FT Jahn, des DAV Landsberg und der Skaterszene auch in Landsberg entstehen.

Landsberg – Biken und Skaten stehen im Trend – auch in Landsberg. Nun gibt es eine gute Nachricht für die Szene: Der FT Jahn plant gemeinsam mit dem Alpenverein einen Bikepark. Wenn möglich sogar mit einem Skaterpark. 

Biking- und Skating-Spaß unter besten Bedingungen: mit Hindernissen, Kurven, Wippen und Schanzen, auf denen sich Mountainbiker und Skater verausgaben können. Angehen möchte der FT Jahn das Projekt gemeinsam mit der Landsberger Sektion des Deutschen Alpenvereins und Jugendlichen aus der Skaterszene. „Wir sind bei diesem Thema in enger Abstimmung,“ sagt Georg Schappele, Vorsitzender des Landsberger DAV. Dabei bildeten die Mountainbiker die Schnittmenge der beiden Vereine. Denn der FT Jahn stehe für wohnortnahe Sportangebote, der Alpenverein bringe seine Erfahrung beim Berg- und Wassersport ein: „eine Win-Win-Situation“, ist in dem Newsletter zu lesen, den der Alpenverein Landsberg am Dienstag an seine Mitglieder verschickte.

Aber nicht nur ein Biker- und Skaterpark soll entstehen: Angedacht sind laut Newsletter auf dem Gelände auch Wassertretanlage, Beachvolleyball-Plätze, Spielplatz mit Klettern und Bouldern und auch ein Verkehrsübungsplatz für Kinder und auch Senioren, die dort mit Pedelecs üben könnten. Kurzum: ein Mehrgenerationen-Freizeitgelände (MFG). Anfang 2020 habe sich bereits die ‚Projektgruppe MFG‘ mit Ehrenamtlichen aus allen drei Bereichen – DAV Landsberg, FT Jahn und Skaterszene – gebildet, ist im Newsletter zu lesen. Im Juni stellten die Skater schließlich ihre Ideen zum Skaterpark in der Projektgruppe vor, informiert Skater Andreas Martin. Und bereits Anfang September habe die Oberbürgermeisterin, die Bürgermeister und die Stadtverwaltung eine Projektbeschreibung erhalten.

Mit dem aktuellen Newsletter wolle man die Vereinsmitglieder zur „Meinungsbildung anstoßen“. Entscheidend sei letztendlich aber die Entscheidung des Stadtrats. Dem werde man das Projekt demnächst vorstellen, informiert Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann.

Die Anlage plane man auf dem Areal des FT Jahn, hinter den vereinseigenen Sportplätzen, berichtet Manfred Niederhuber, Erster Vorsitzender des FT Jahn. Das Areal solle umgebaut werden. Wie genau, sei dabei noch nicht klar. Die Idee, hier einen Bikepark zu errichten – auch in Kombination mit einem Skaterpark – schlummere aber schon länger. Die vorliegenden Konzepte seien jedoch noch nicht ausgereift, „bisher nur Gedankenspiele auf Papier“, sagt Niederhuber. Konkreteres, auch zu Finanzierung und Zeitplänen, könne man noch nicht sagen. „Es wird sich ziehen“, meint Niederhuber. „Unser Traum wäre es, dass der Park 2023 steht.“ Denn in dem Jahr feiert der FT Jahn 100-jähriges Jubiläum.

Die Mitgliederinformation steht bei beiden Vereinen nun an erster Stelle. Noch diesen Monat findet auch beim FT Jahn eine Mitgliederversammlung statt, in der ein entsprechender Antrag vorgelegt werde, sagt Niederhuber. „Wenn der abgelehnt wird, wird das Projekt schon im Vorfeld scheitern.“

Aber selbst dieses Zeitziel könne zu knapp sein. Denn für die geplante Anlage müsse der Bebauungsplan geändert werden. Der liege bisher lediglich für die Erweiterung des bisherigen FT-Jahn-Areals um zwei MC-Arenen – multifunktionale, witterungsunabhängige Freilufthallen – vor. Für die Finanzierung der Hallen hat die Stadt Fördergelder im Rahmen der Sportstättenförderung des Bundes beantragt. Hier „mahlen die Mühlen aber langsam“, daher werde eine Entscheidung wohl noch dauern, meint Niederhuber.

Wenn es zu einer Förderung käme, wäre das Projekt Freilufthalle zu 95 Prozent finanziert, so Moritz Hartmann. Was den Bike- und Skaterpark betreffe, sei man aber finanzierungsmäßig noch gar nicht so weit. Da müsse man schauen, welche Fördermöglichkeiten es hier gebe und welche Beteiligungsformen von Seiten der Stadt denkbar seien: „Wir müssen schauen, ob das Projekt städtebaulich und aus Natur- und Lärmschutzsicht machbar ist“, so Hartmann. Das werde sicher noch die nächsten zwei Jahre beanspruchen. Eine Zwischenlösung für die derzeit abgebaute Skateranlage am Inselbad könne die geplante Anlage daher nicht sein.

Der Wunsch der Stadt sei es zudem, dass die Skateranlage wieder in der Nähe des ursprünglichen Standortes aufgebaut werde, nicht am Stadtrand. Allerdings müsse sie wegen des Lady-Herkomer-Steges etwas verlagert werden. Eine Möglichkeit, den Skaterplatz auf Höhe der Rad- und Busparkplätze zu errichten, werde derzeit geprüft. „Es ist wichtig, dass eine Skateranlage als Treffpunkt für junge Leute im innerstädtischen Bereich bleibt“, sagt Hartmann. Das sehe er losgelöst von der Diskussion über den Park beim FT Jahn. „Es gibt hier kein Entweder-Oder.“
Andrea Schmelzle

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