Sicher radeln in Landsberg:

Mit einfachen Mitteln: Radweg-Lücken in Landsberg schließen?

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Rot heißt: Hier klemmt‘s am meisten mit den Radwegen. Die Grünen-Stadträte und die Landsberger Mitte wollen Abhilfe schaffen.

Landsberg – Der Landsberger Osten hat ein Problem. Und das beginnt hinter Tor am Fuße der Neuen Bergstraße. Ab dort sind Radwege absolute Mangelware, vor allem auf der Münchener Straße. Um hier Abhilfe zu schaffen, beantragt die Stadtratsfraktion der Grünen nun den Lückenschluss. Und dafür eine „räumliche Voruntersuchung“.

Um die in „Landsberg 2035“ geforderte Verdopplung des Radverkehrs zu ermöglichen, brauche man sichere Radwege, so der Verkehrsreferent des Stadtrates Henrik Lüßmann (Grüne). In Landsberg fehlten sie unter anderem in der Katha­rinenstraße und auch in der Weilheimer und Epfenhausener Straße. Die „gravierendste Lücke“ sei aber die Münchener Straße, da sie stark befahren und zugleich ein Schulweg sei. Der gemeinsame Rad- und Fußweg aus Richtung Penzing ende an der Adlerstraße.

Nur geduldet: das Berauf-Radeln auf dem Gehweg an der Neuen Bergstraße.

Lüßmann nennt mehrere Varianten, wie die Münchener Straße vom Weilheimer Kreisel bis zur Adlerstraße radfahrfreundlicher werden könnte. Eine Möglichkeit sieht er in Schutz- oder Radfahrstreifen an den Fahrbahnseiten, die baulich nicht abgetrennt, sondern nur auf der Fahrbahn markiert werden. Oder aber ein von Fußgängern und Radlern gemeinsam genutzter Weg. Da dessen vorgeschriebene Breite laut Straßenverkehrsordnung (StVO) mindestens 2,50 Meter beträgt, müsste der vorhandene Gehweg verbreitert werden. Allzu viel Spielraum gibt es dafür aber nicht, denn die Fahrbahn muss laut den Richtlinien für die Anlage von Straßen (RASt) mindestens sechs Meter breit sein. Wie breit diese Radwegs-Varianten tatsächlich sein könnten, könne man in einer räumlichen Voruntersuchung prüfen. Dabei solle „bewusst nicht auf baulichen Aufwand, Kosten oder andere Aspekte“ eingegangen werde, betonen die Grünen.

Auch die Landsberger Mitte sieht mehr Radfahrpotenzial in der Innenstadt, insbesondere in der Neuen Bergstraße. Dort wünscht sie die gemeinsame Nutzung des Gehweges durch Fußgänger und Radfahrer, gekennzeichnet durch das Zeichen „Gehweg“ mit Zusatz „Radfahrer frei“, was auch die Benutzungspflicht ausschließe. Fußgänger hätten so Vorrecht. Das könne auch „durchaus rechtskonform“ umgesetzt werden.

Denn für so ein Zeichen gibt es Vorschriften in der StVO: zum Beispiel eine Mindestbreite von „in der Regel 2,40 m, mindestens 2,0 m“. Und diese zwei Meter hat der Gehweg laut Stadtpressesprecher Andreas Létang nicht. Deshalb werde die Nutzung des Gehweges durch Radfahrer dort auch nur geduldet. Das bedeute aber nicht, „dass es rechtlich in Ordnung ist oder gar eine Empfehlung ausgesprochen wird, sondern dass eine Nutzung mit dem Fahrrad von Ordnungsdienst und Polizei nicht geahndet wird“, erläutert Létang. Ein Schild wäre indessen wegen der mangelnden Breite rechtlich nicht korrekt.

Deshalb empfiehlt die Landsberger Mitte einen ‚Schleichweg‘: ein Piktogramm auf dem Gehweg, oben Fußgänger-Symbol, Querstrich, unten Rad. Und drumherum keinen(!) Kreis. Das Zeichen sei bisher in der StVO nicht eingeführt. So entstehe kein rechtlicher Widerspruch. Eine Lösung, mit der die Grünen im Stadtrat ebenfalls in der Neuen Bergstraße schon Erfolg gehabt hatten: Sie konnten das ‚Herzschild‘ mit der Bitte um Tempo 20 durchsetzen.

Susanne Greiner

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