Corona-Pandemie sorgt für sieben Prozent Umsatzrückgang

Landsberg: Die Rational-Gruppe leidet

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Neuer Maßstab in der Profiküche: der iCombi Pro von Rational.

Landsberg – Die Rational-Gruppe leidet zurzeit stark unter der COVID-19-Krise und verzeichnet seit März einen „Auftragseinbruch“. Wie aus einer Presseerklärung des Landsberger Vorzeigeunternehmens hervorgeht, ging der Umsatz im ersten Quartal um rund sieben Prozent zurück. Obgleich in diesen „unsicheren Zeiten“ keine Prognose für 2020 möglich sei, falle der langfristige Ausblick positiv aus. Das Geschäftsmodell sei intakt, betont der Vorstand.

Die aktive Marktbearbeitung im „Straßengeschäft“ sei während der Ausgangsbeschränkungen nahezu unmöglich gewesen. Viele Kunden seien durch verordnete Betriebsschließungen schwer getroffen und würden vermutlich eine Investitionszurückhaltung zeigen. Die Vertriebsmannschaft könne aktuell vielerorts keine Kunden besuchen und keine Produktdemonstrationen durchführen. Im ersten Quartal waren es 30 Prozent weniger GarenLive-Seminare als geplant, allein im März 60 Prozent weniger.

Dies hat sich im ersten Quartal spürbar in den Umsatz- und Auftragszahlen niedergeschlagen. Rational erzielte Umsatzerlöse in Höhe von 181,3 Millionen Euro – sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Im Wesentlichen waren die Märkte in Asien und Deutschland von den COVID-19-bedingten Einschränkungen betroffen und schrumpften um 13 beziehungsweise 14 Prozent. Auch Nordamerika war im ersten Quartal mit einem Umsatzminus von neun Prozent deutlich unter dem Vorjahr.

Das EBIT (Gewinn vor Steuern und Zinsen) lag laut Rational-Angaben nach drei Monaten bei 26 Millionen Euro und damit um 44 Prozent unter Vorjahr. Gründe für den deutlichen Rückgang seien vor allem die niedrigere Rohertragsmarge und die im Vorjahresvergleich bei gleichzeitigem Umsatzrückgang um rund vier Prozent etwas höheren operativen Kosten in Höhe von 72,5 Millionen Euro.

Auftragseinbruch

Bis Ende Februar lagen die Auftragseingänge der Rational-­Gruppe noch leicht über dem Vorjahr. Lediglich in China und Italien zeichneten sich bereits die ersten Folgen des COVID-19-bedingten Shutdowns ab. Ab Anfang März wirkten sich dann die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus in nahezu allen Märkten immer mehr auf die Auftragszahlen aus. Im März und April lag der gruppenweite Auftragseingang um 30 Prozent beziehungsweise 60 Prozent unter Vorjahr.

Der Anfang März begonnene, teilweise dramatische Auftragsrückgang wird sich vor allem im zweiten Quartal in den Umsatzzahlen niederschlagen, da die durchschnittliche Zeit zwischen Bestellung und Auslieferung bei rund drei bis vier Wochen liegt. Für das zweite Quartal rechnet der Vorstand der Rational AG deshalb mit deutlichen Umsatz- und Ergebniseinbußen.

Die COVID-19-Gegenmaßnahmen haben die Märkte über Nacht kollabieren lassen“, so wörtlich in der Rational-Presseerklärung, „und sie haben den Vertriebsprozess gelähmt.“ Die weiteren Auswirkungen der Pandemie könne man nicht einschätzen. Der Zeithorizont der Pandemie und noch folgenschwerer derjenige der Gegenmaßnahmen seien unbekannt. Damit hält der Vorstand verlässliche Vorhersagen für die kommenden Quartale und damit auch für das Geschäftsjahr 2020 für „unmöglich“.

Viele der COVID-19-Gegenmaßnahmen haben existenzgefährdende Auswirkungen auf die Kunden von Rational und, je länger sie andauern, irreversible Veränderungen der Branche zur Folge. Positive Signale von Kunden aus dem Supermarktbereich und der Kettengastronomie geben dem Vorstand Zuversicht, dass die Strukturveränderungen in der Branche neben den offen­sichtlichen Risiken auch kurz- und mittelfristig Chancen bieten. Diese können umso größer ausfallen, je mehr Gelder aus den staatlichen Rekord-Hilfsprogrammen bei den Gastronomiebetrieben ankommen.

"Innovation Journey"

Aktuell startet Rational die sogenannte „Innovation Journey“ starten und in den nächsten Monaten neue Gerätegenerationen und weitere Neuerungen vorstellen. Die Einführung der neuen Produkte in Deutschland war bereits für die Messe Internorga in Hamburg im März und danach schrittweise für alle Märkte weltweit geplant. Diese Messen und Veranstaltung wurden aufgrund der seitdem gültigen Einschränkungen und Veranstaltungsverbote abgesagt und die innovativen, neuen Produkte konnten nicht wie gewohnt auf Kunden- und Händlerveranstaltungen vorgestellt werden. Deshalb wird Rational seinen Kunden die neuen Produkte in einer vollständig neu entwickelten, digitalen Marketingkampagne ab Anfang Mai vorstellen.

Bereits im Februar wurde die neue Plattform ConnectedCooking präsentiert. Sie bietet mehr Kundenutzen in der kostenlosen Grundversion und neue Funktionen wie Hygiene-, Asset- und Rezept-Management unter dem Namen ConnectedCooking Pro gegen Entgelt.

Geschäftsmodell intakt

Die große Mehrheit der Kunden von Rational würde entsprechend der letzten Kundenzufriedenheitsumfrage jederzeit wieder Produkte des Unternehmens kaufen und dies auch Freunden und Kollegen empfehlen. Diese Einschätzung gelte auch in der aktuellen Krisensituation. Das Geschäftsmodell von Rational sei durch die COVID-19-Krise temporär stark betroffen, werde jedoch dadurch nicht in Frage gestellt. Der Vorstand sieht nach wie vor ein großes freies Marktpotenzial.

Die Lehren aus der Corona-­Pandemie würden gemäß Einschätzung des Landsberger Unternehmens den „Wechsel zu einer moderneren, effizienteren und hygienisch besseren Gartechnologie beschleunigen und damit große Chancen eröffnen“. Dementsprechend erwartet der Vorstand nach Überstehen der Krise die langsame Rückkehr auf den Wachstumspfad. Aber: Ein konkreter Ausblick für die Wachstumsraten und Ergebnissituation der kommenden Jahre sei aus aktueller Sicht nicht möglich.

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