HC Landsberg übernimmt Eishockey-Nachwuchs

Der HCL-Vorsitzende Markus Haschka. Foto: Krivec

Der HC Landsberg soll nach der Pleite des EVL den Eishockey-Nachwuchs retten und ihn in seinen Verein aufnehmen. Dieser Empfehlung des HCL-Vorstandes folgten am Samstag bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung über 80 Prozent der Anwesenden und gaben damit ein klares Votum zur Erweiterung des Vereins ab. (36 Ja-, zwei Nein-Stimmen, drei Enthaltungen.)

„Das heißt nicht, dass wir morgen auf jeden Fall so loslegen“, stellte Vorstand Markus Haschka klar, „aber es ist der Auftrag, in diese Richtung zu gehen.“ Falls bisher gemachte Zusagen und Vereinbarungen nicht eingehalten würden, „lassen wir sofort die Finger davon. Das ganze funktioniert so, wie wir uns das vorstellen oder gar nicht.“ Dazu gehört auch die Sicherung des Etats, der in Zukunft ein Vielfaches betragen wird. Je nachdem, ob man eine Juniorenmannschaft anmeldet oder nicht, kommen für den Nachwuchs voraussichtlich Ausgaben von 62500 bis 73000 Euro dazu. Knapp die Hälfte davon soll durch die Saisonumlagen aufgefangen werden, die die Kinder oder ihre Eltern bezahlen müssen, der Rest über Mitgliedsbeiträge, Zuschüsse und Spenden. Nach derzeitigem Stand bleibt für die erste Saison dennoch ein Fehlbetrag von 15000 bis 20000 Euro. „Für den Betrag, der uns am Ende fehlt, bürgt allerdings Stadionwirt Walter Ott“, gab Haschka bekannt. Letztendlich dürfte es aber ein Novum geben: Da die erste Mannschaft der Riverkings weiterhin spielt und trainiert, ohne dafür bezahlt zu werden, ist sie mit den bisherigen Einnahmen praktisch weiter finanziert. Da die Vermarktungsrechte an der Eishalle ebenfalls an den HCL gehen sollen, wird auf absehbare Zeit Geld aus der Bandenwerbung in den Nachwuchs fließen. „Aber selbstverständlich läuft das alles über das Konto des HCL und wir entscheiden, was bezahlt wird und was nicht.“ Was für den HC Landsberg eine gewaltige Aufgabe bedeutet, ist für die Nachwuchsteams mit Einschränkungen verbunden. Busfahrten zu Auswärtsspielen etwa wird es nur noch ab 100 oder 120 Kilometern Entfernung geben, das Essen vor Ort muss künftig selbst bezahlt werden. Haschka: „Aber ich denke, das ist immer noch deutlich besser als zuletzt, wo ab November überhaupt kein Bus mehr gestellt werden konnte.“ Die größten finanziellen Brocken sind daneben die Trainerkosten (26000 Euro ohne, 29000 Euro mit Junioren), die vor allem für den hauptamtlichen Coach Markus Rohde und drei weitere Trainer, die auf geringfügiger Basis beschäftigt sind, anfallen. „Markus trainiert dreieinhalb Mannschaften, er ist sieben Tage auf dem Eis“, warb Haschka um Verständnis für die Kosten. „Und irgendwelche Eltern, die das ehrenamtlich machen, findest du heute sowieso nicht mehr.“ Auch bei den Schiedsrichterkosten spielt das Thema Junioren eine Rolle. 8500 Euro fallen ohne die höchste Nachwuchsklasse an, 15000 Euro mit ihr. Dennoch will man versuchen, eine Mannschaft für die Junioren-Bundesliga zusammenzubringen. „Das ist auch unsere Zukunftssicherung. Wenn die Jugend und die Junioren nicht in höheren Klassen spielen, sondern ganz unten anfangen müssen, bricht uns der gesamte Unterbau für acht bis zehn Jahre weg, weil keiner mehr eine Perspektive sieht.“ Sechs Spieler standen bei den Junioren zuletzt noch zur Verfügung, inzwischen haben sich etliche gefunden, die in Landsberg vor zwei Jahren nicht mehr berücksichtigt worden waren und zu Nachbarvereinen abwanderten. Stand derzeit laut Haschka: „Wir haben 14 feste Zusagen.“ Stadt gewährt Zuschuss Dass das in gewisser Weise eine Abkehr von der Idee bedeutet, die man bei der Vereinsgründung hatte, räumte der HCL-Vorstand ein. „Für die erste Mannschaft gilt unsere Philosophie weiterhin. Im Nachwuchs ist eine neue Situation entstanden, mit der so keiner rechnen konnte.“ Von außen werden jedenfalls weiterhin positive Signale an den Verein herangetragen. Sowohl von Seiten der Stadt Landsberg als auch von mehreren Unternehmen wurde Unterstützung zugesagt. So hat der Finanzausschuss nach Auskunft von Anwalt Patrick Freutsmiedl zugestimmt, 5000 Euro Nachwuchsförderung zu gewähren – die hatte der EV Landsberg für diese Saison eigentlich schon verbraten.

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