Niederlage und Sieg für HCL

HC Landsberg verliert Sekunden vor Schluss

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Der HC Landsberg spielte am 24. Januar gegen die EHF Black Hawks Passau und verlor mit 3:4.

Landsberg/Grafing - Das Wochenende bescherte den Riverkings mal wieder eine Niederlage und einen Sieg: Vor 948 Zuschauern verlor man am Freitag daheim ausgesprochen unglücklich gegen den Spitzenreiter EHF Passau mit 3:4. In der Fremde hingegen gelang dem HCL ein echtes Husarenstück. Der EHC Klostersee wurde mit 8:2 abgefertigt.

Auf der Pressekonferenz fasste Gäste-Coach Heinz Feilmeier den Auftritt der Habichte aus Passau beim HCL treffend zusammen: „Hut ab vor Landsberg. Das war ein Sieg, der für uns nicht verdient war.“ Diese Ehrlichkeit stand ihm zwar gut zu Gesicht, brachte den Riverkings aber auch keine Punkte.

Viele Augen richteten sich ab Spielbeginn auf den Neuzugang der Gäste: Christoph Gawlik. Mit mehr als 500 DEL-Einsätzen im Kreuz, gehört der Stürmer sicherlich zu den prominenteren Cracks der Liga. Und er sollte an diesem Tag auch noch ein Rolle spielen. Die „Neuzugänge“ beim HCL hingegen kamen aus der eigenen Jugend, denn mit Thomas und Michael Fischer, Sven Curmann, Markus Kerber und Marc Krammer fielen gleich fünf arrivierte Stammkräfte aus. Die Riverkings hatten an diesem denkwürdigen Abend nicht viel zu verlieren.

Waren die Gäste auf dem Papier und von der Tabelle her hoch überlegen, sah das auf dem Eis in den ersten zwei Dritteln allerdings völlig anders aus. Die Heimmannschaft bot eine ihrer besten Saisonleistungen und hätte nur das eine oder andere Tor mehr erzielen müssen, um die Gäste mit einer Niederlage nach Hause zu schicken. Es waren noch keine zwei Minuten gespielt und die Scheibe zappelte im Netz. Dennis Sturm hatte seinen Sturmpartner Mika Reuter glänzend freigespielt und der traf problemlos zum 1:0.

Die Riverkings ließen nicht nach und kamen durch Carciola, Charvat oder Sturm zu großartigen Gelegenheiten. HCL-Coach Fabio Carciola lobte seine Mannschaft zu Recht in den höchsten Tönen: „Ich bin mächtig stolz. Wir waren besser, wir waren bissiger und wir haben eine Mannschaft wie Passau im zweiten Drittel dazu gezwungen, die Scheiben hinten raus zu schießen.“

Nach einer kurzen Druckphase der Gäste, nutzte Dennis Sturm eine Vorlage von Daniel Menge und traf zum mehr als verdienten 2:0 (25.). Die Black Hawks wussten phasenweise gar nicht, wie ihnen geschah. Ihre Cleverness blitzte allerdings beim Überzahlspiel auf: Geiger (28.) und Parýzek (32.) nutzten ihre Chancen eiskalt und trafen zum zwischenzeitlichen 2:2.

Die Freude darüber währte allerdings nur fünf Minuten. Dennis Sturm, an diesem Abend der beste Mann auf dem Eis, vollbrachte eine ebenso elegante wie technisch anspruchsvolle Einzelleistung, tanzte die Abwehr der Gäste aus und erzielte das 3:2 für die Riverkings (37.). Die Halle stand nun Kopf, die Fans wollten mehr.

Im letzten Drittel wogte das Geschehen auf dem Eis hin und her. Mitten in eine Druckphase des HCL hinein erzielte Kreuzer den Ausgleich für die Gäste (49.). 3:3 - noch zehn Minuten auf der Uhr.

Die Overtime hatten sich die Riverkings längst verdient, doch eben jener Christoph Gawlik wurde drei Sekunden vor Ertönen der Schlusssirene zum Spielverderber und traf humorlos zum 4:3 für Passau.

Während HCL-Keeper Güßbacher an diesem Treffer nicht ganz unschuldig war, ließ sich EHF-Goalie Ritschel zu einer Unsportlichkeit hinreißen, indem er provozierend vor den HCL-Fans herumturnte. Eine völlig unnötige und geschmacklose Aktion, die ihm eine Disziplinarstrafe und garstige Schmähungen der HCL-Anhänger bescherte.

Kantersieg in Grafing

Wie es sich anfühlt, wenn die Riverkings ihre Chancen auf dem Eis konsequent nutzen, musste zwei Tage später der EHC Klostersee erleben. Vor 370 Zuschauern kam die Heimmannschaft mit 2:8 bös unter die Räder, während sich die Gäste den Frust von der Seele schossen.

Den Zorn der Lechstädter bekamen die Hausherren schon nach knapp zwei Minuten zu spüren: Adriano Carciola traf zum 1:0 für den HCL. Zwar dauerte es bis zur 31. Minute ehe Florian Reicheneder für das 2:0 sorgte, aber danach brachen alle Dämme: Raß, Sturm, Charvat, Jänichen, Carciola und Krammer schraubten die Führung auf 8:0 und erst damit war die Gier der Riverkings gestillt. Baumhackl und Gaschke durften noch für Klostersee treffen und mit einem 8:2 fuhren die Riverkings gen Heimat.

Ein solches Ergebnis wird es am kommenden Freitag wahrscheinlich nicht geben, wenn der HC Landsberg um 20 Uhr beim punktgleichen Tabellennachbarn TEV Miesbach antreten muss.

Die Fans werden die Mannschaft mit einem eigenen Bus begleiten. Laut HCL-Pressesprecher Joachim Simon sind noch Plätze frei.
Dietrich Limper

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