VdK Landsberg im Aufwind

Gerne auch eine Demo für mehr Pflegeplätze

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Sandra Bittmann ist als Geschäftsführerin des VdK-Kreisverbands ab sofort für die Sozialrechtsberatung der Mitglieder zuständig. Zwischenzeitlich hatte Bezirksgeschäftsführer Robert Otto (links) diese Aufgabe übernommen. Kreisvorsitzender Walter Eichner und sein Stellvertreter Rainer Schwarzer (rechts) wollen Sozialpolitisches stärker ins öffentliche Bewusstsein bringen.

Landsberg – 27 Jahre jung, ein abgeschlossenes Jurastudium in der Tasche und jede Menge Tatendrang – diese wenigen Stichworte sagen schon einiges aus über die neue Kreisge­schäftsführerin des VdK Landsberg. Sandra Bittmann hat Anfang des Monats ihre Arbeit aufgenommen und soll neben Kompetenz vor allem eines mitbringen: Kontinuität.

Zuletzt gab es öfter Wechsel an der Spitze der Geschäftsstelle – insgesamt drei in letzten zwei Jahren. Zwischenzeitlich wurde die Arbeit von Bezirksgeschäftsführer Robert Otto weitergeführt. Seit 2018 steht Altlandrat Walter Eichner als ehrenamtlicher Vorsitzender an der Spitze des Kreisverbands, sein Stellvertreter ist Rainer Schwarzer aus Pürgen.

Nach einem schwierigen Übergang von den Vorgängern sei es gelungen, den VdK auf neue Füße zu stellen, was Mitgliederentwicklung, finanzielle Situation und die Betreuung der Ortsverbände betreffe, so Eichner. Davon gibt es elf, mit aktuell insgesamt 5.000 Mitgliedern – das sind fast 900 mehr als vor zwei Jahren. Nun will man nach vorne schauen.

Dass der Kreisvorsitzende der neuen Geschäftsführerin zum offiziellen Einstand keinen rasch verwelkenden Blumenstrauß, sondern eine langlebige Orchidee überreichte, hatte deshalb durchaus Symbolcharakter. Sandra Bittmann ihrerseits kann es „kaum erwarten, mein Wissen an den Mann und an die Frau zu bringen“.

Die Rechtsassessorin hat sich nach Praktika bei der Staatsanwaltschaft und in einer Anwaltskanzlei sowie ihrem Rechtsreferendariat ganz bewusst für die Stelle beim Sozialverband VdK entschieden. „So kann ich meine Leidenschaft für die Juristerei mit dem Einsatz für sozial Schwächere und soziale Gerechtigkeit verbinden.“ Bittmann hat in Augsburg studiert und lebt in Königsbrunn, wo sie auch wohnen bleiben will. „Ich brauche 22 Minuten von Tür zu Tür.“

Die Situation sozial Schwächerer, vor allem alter Menschen ist es auch, was Eichner umtreibt. Er hofft, „dass Corona uns hat umdenken lassen“ und den Blick fürs Wesentliche geschärft hat. Dazu gehört, dass bis zum Jahr 2030 knapp 600 stationäre Pflegeplätze im Landkreis fehlen werden. Wenn man merke, dass hier nichts vorwärts gehe, „werden wir als VdK keine Ruhe geben“, verspricht Eichner. Auch in Sachen Kurzzeitpflege und Hospizversorgung gebe es viel aufzuholen. Da es für Heime derzeit ein Verlustgeschäft ist, Kurzzeitpflegeplätze vorzuhalten, sei hier eine Umstellung der Finanzierung angezeigt.

Quartierlösungen

Von einer Demo auf dem Hauptplatz bis zu einer hochka­rätig besetzten Informationsveranstaltung kann sich der Altlandrat einiges vorstellen, um das Anliegen verstärkt ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Ideal wären in seinen Augen „Quartierslösungen“ – kleinere Heime in verschiedenen Regionen des Landkreises. Nach möglichen Trägern schaut sich VdK-Vorsitzender Eichner bereits um, Gespräche mit Stadt und Landkreis Landsberg bietet er an. „Ich wäre dankbar, wenn ich den Spatenstich noch erleben würde.“
Ulrike Osman

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