Lumpiger Donnerstag: Landsberger Polizei zieht Bilanz

Fotobeweis entlarvt Grapscher

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„Spaß-Kontrolle“: Auch diese beiden Herren von der „Lech-Wehr“ hatten während des Umzugs ihr Statement zum Thema Alkoholverbot abgegeben. Dass die Stadt mit ihrer Entscheidung so falsch nicht gelegen hat, zeigt das vorläufige Fazit der Landsberger Polizei. So ging es im Rahmen des Gaudiwurms verhältnismäßig ruhig ab. Mehr zu tun für die Beamten gab es dann zu fortgeschrittener Stunde.

Landsberg – Ob es an den winterlichen Verhältnissen oder an dem von der Stadt ausgesprochenen Alkoholverbot gelegen hat, kann wohl nicht so genau eruiert werden. Für die Landsberger Polizei jedenfalls sollte sich im Rückblick der Lumpige Donnerstag eher ruhig gestalten: Aufgrund des merklich weniger starken Besucherandrangs konnten die Sperrungen der Straßen im Innenstadtbereich bereits gegen 16 Uhr wieder aufgehoben werden. Dennoch kann die PI Landsberg einige Vorkommnisse am Rande des Gaudiwurms verzeichnen.

Während des Umzugs und dem anschließenden Faschingstreiben in der Innenstadt sowie den umliegenden Tanzlokalen kamen bislang zwei sexuelle Belästigungen, neun Körperverletzungen und der Diebstahl einer Handtasche bei den Beamten zur Anzeige. Einem Besucher musste nach einer Trunkenheitsfahrt die Fahrerlaubnis sichergestellt werden. 

Auf dem Georg-Hellmair-Platz wurde gegen 15.30 Uhr einer jungen Frau von einem 43-jährigen Mann von hinten zwischen die Beine gefasst und im Intimbereich berührt. Die Geschädigte stellte den Mann im Anschluss zur Rede und konnte auch ein Foto von ihm machen. Dieser entfernte sich dann, die Frau kam umgehend zur Anzeigeerstattung zur Dienststelle. Eingesetzte Kollegen der Bereitschaftspolizei hatten den Mann in seiner auffälligen Verkleidung zuvor schon gesehen und so konnte die Identität des Täters zweifelsfrei ermittelt werden. Er konnte im Rahmen der Fahndung jedoch nicht mehr angetroffen werden. 

Während des Umzugs wollte ein stark alkoholisierter Besucher einen Festwagen aus Scheuring über die rückwärtig angebrachte Treppe besteigen, was ihm jedoch durch die anwesenden Begleiter des Festwagens verwehrt wurde. Zudem sorgten sie dafür, dass sich der Mann vom Wagen entfernt. Als dann die Polizei verständigt wurde, sackte der 38-jährige Mann zusammen und musste ärztlich versorgt werden. Da dies im Bereich der Engstelle in der Herzog-Ernst-Straße geschah, musste der Umzug für rund 15 Minuten angehalten werden. „Erste Gerüchte, der Mann wäre vom Festwagen gestürzt, haben sich als falsch erwiesen“, sagt Polizeisprecher Markus Siebert. 

Zu fortgeschrittener Stunde – und damit weit nach dem Gaudiwurm – stieg mit dem Alkoholkonsum auch die Zahl der Körperverletzungen. So gerieten einige Personen im und vor dem Festzelt auf der Waitzinger Wiese, dem Sommerkeller, aber auch in der Innenstadt aneinander. Die leichten Verletzungen wurden überwiegend ambulant im Klinikum Landsberg behandelt. Zudem musste die Polizei drohende Auseinandersetzungen schlichten und auch den Sanitätern bei dem ein oder anderen Patienten zur Seite stehen um eine Eskalation zu vermeiden. 

Zu einer weiteren sexuellen Belästigung kam es im Festzelt an der Waitzinger Wiese. Der Tatverdächtige wurde durch die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes aus dem Zelt verwiesen und die Polizei verständigt. Der Tathergang konnte noch nicht abschließend ermittelt werden da die Geschädigte nicht mehr angetroffen werden konnte. Der Frau wurde offenbar vom 31-jährigen Tatverdächtigen an das Hinterteil gefasst. Weitere Ermittlungen sind hier noch erforderlich, fasst Polizeisprecher Markus Siebert zusammen. Der alkoholisierte Tatverdächtige musste zur Durchsetzung des Platzverweises vom Festplatz entfernt werden. Die eingesetzten Beamten brachten ihn in seine ausreichend entfernte Unterkunft. 

Last not least beschädigten Unbekannte dann noch ein Grablicht auf dem Friedhof am Gottesackerangerweg. Das Licht wurde vom Grab entfernt und auf die angrenzende Straße geworfen, der Sachschaden beläuft sich auf rund 50 Euro. 

„Blauer“ Auftritt 

Im nächsten Jahr wird die Polizei Landsberg in neuer „Verkleidung“ am Lumpigen Donnerstag auftreten. Denn Anfang März werden auch die Beamten in der Lechstadt komplett auf die neue blaue Uniform der bayerischen Polizei umgestellt.

pae/kb

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