Beitritt beschlossen

Landsberg wird Mitglied im neuen Landschaftspflegeverband

Landsberg - Lech - Februar - Morgennebel
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Für Pflege und Beratung: Auch die Stadt Landsberg tritt dem noch zu gründenden Landschaftspflegeverband auf Landkreisebene bei.

Landsberg – Die Lechstadt tritt dem geplanten Landschaftspflegeverband (LPV) auf Landkreisebene bei. Dieser übernimmt die Pflege von Ausgleichs- und anderen ökologisch wertvollen Flächen. Neben einer Entlastung der Verwaltung will Landsberg mit seinem Beitritt vor allem praktische Solidarität mit den Landkreisgemeinden zeigen.

Die Gründung eines Landschaftspflegeverbandes steht seit vielen Jahren im Raum, wie Gerhard Däubler von der Unteren Naturschutzbehörde im Landsberger Landratsamt jüngst im Pandemieausschuss berichtete. Konkret wurde es aber erst ab 2018, als Gespräche mit Naturschutzverbänden und Landwirten stattfanden. Beide Gruppen sollen – und wollen – mit ins Boot, denn im Vorstand eines LPV herrscht Drittelparität zwischen Kommunen, Naturschutz und Landwirtschaft. Nachdem der Landkreis Landsberg als Hauptgeldgeber im vorvergangenen Jahr die Schaffung eines LPVs beschlossen hatte, sollte im Juli 2020 die Gründungsversammlung stattfinden, was sich aufgrund der Corona-Situation verzögerte und immer noch aussteht.

Inzwischen haben bereits 27 Kommunen ihre Bereitschaft zum Beitritt erklärt, Landsberg ist die 28. Der Verband vergibt Pflegeaufträge für wertvolle Flächen und Schutzgebiete an Landwirte, kümmert sich um die Akquise von staatlichen Fördermitteln, berät die Mitgliedsgemeinden in Sachen Ökokonto und Ausgleichsflächen, betreibt Umweltbildung in Schulen und Kindergärten und tritt bei Bedarf als Vermittler zwischen Politik, Bürgern, Behörden und Verbänden auf.

Finanziert wird der Landschaftspflegeverband aus verschiedenen Quellen. Der Landkreis trägt mit einem Euro pro Einwohner den höchsten Anteil, die Kommunen steuern 35 Cent je Einwohner bei. Für die Stadt Landsberg bedeutet das jährliche Kosten von rund 11.000 Euro. Hinzu kommen staatliche Zuschüsse sowie eine ebenfalls vom Staat gezahlte Verwaltungskostenpauschale.

Finanzielle Gesichtspunkte waren es eher weniger, was den Pandemieausschuss zu seiner einhelligen Zustimmung bewegte. Jonas Pioch (Landsberger Mitte) hielt aus wirtschaftlichen und steuerlichen Erwägungen den Beitritt für wenig sinnvoll – denn für Pflegemaßnahmen zahlt die Stadt nach wie vor –, wohl aber aus politischen und idealistischen Gründen.

Ulrike Gömmer (Grüne) betonte, dank des LPVs werde dem Naturschutz mehr Gewicht gegeben und der Landwirtschaft auf Augenhöhe begegnet. Margarita Däubler (SPD) begrüßte, dass durch den LPV Kinder verstärkt an das Thema Naturschutz herangeführt werden können – umso wichtiger, „da der Klimawandel in vollem Gange ist“. Christian Hettmer (CSU) sprach von einem „Schulterschluss auf Landkreisebene“ und Stefan Meiser (ÖDP) von einer guten Investition.

Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) verspricht sich vom LPV nicht zuletzt eine „spürbare Entlastung der Verwaltung“, was Forstamtsleiter Michael Siller bestätigte. Die Pflege der Ausgleichsflächen sei inzwischen so umfangreich, dass sie „fast nicht mehr händelbar“ sei. Schon jetzt vergebe die Stadt Pflegeaufträge an Landwirte. Siller selbst wird allerdings nicht so stark entlastet werden, wie er vielleicht gehofft hatte. Zwar wird als Vertreterin der Stadt Oberbürgermeisterin Baumgartl in den Verband entsandt, sie wird sich jedoch vertreten lassen – von Forsamts­chef Michael Siller.
Ulrike Osman

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