Vorkaufsrecht der Stadt

Landsberg: Wohnungen kommen, Uniper bleibt

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Das Turbinenrad verrät es: Hier, zwischen Ziegelanger und Johann-Schmidt-Straße, sitzt die UNIPER-Kraftwerksgruppe Lech.

Landsberg – Es geht um das Grundstück Flurnummer 2013/1: ein Gelände, auf dem – das Turbinenrad vor dem Gebäude verrät es – das Energieversorgungsunternehmen UNIPER Kraftwerke beheimatet ist. Dort ist die Leitung der Kraftwerksgruppe Lech, zudem wird ausgebildet. Der Stadtrat hat nun eine Vorkaufsrechtssatzung für Zweidrittel der Fläche erlassen: gut 22 Hektar, auf denen Wohnungen entstehen sollen. Uniper wird aber weiterhin dort seinen Verwaltungssitz haben.

„Die Stadt will die bereits bebauten Flächen entwickeln“, teilt Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl auf Nachfrage mit. „Die Fläche ist schon versiegelt.“ Zudem grenzt sie an die mit Wohnungen und Kindergarten überplanten Gebiete im Süden und Osten. Laut Stadtratsbeschluss soll der Flächennutzungsplan geändert und das Teilgebiet überplant werden: um Wohnraum für„Bevölkerungsgruppen mit besonderen Wohnraumversorgungsproblemen, preisgedämpftes Wohnen, Mehrgenerationenwohnen, sowie Gemeinbedarfseinrichtungen, u. a. für die Pflege“, zu schaffen, ist in der Satzung zu lesen. „Es geht um Wohnraum für größere Familien, für Menschen mit geringerem Einkommen“, konkretisiert Baumgartl. Auf dem Gelände könne auch eine Dreifachturnhalle Platz finden, regte 3. Bürgermeister Felix Bredschneijer (SPD) an. Deren Bedarf ist unumstritten.

Hier (rot) sollen Wohnungen entstehen: das Gelände von UNIPER im Landsberger Osten.

Uniper bleibt Landsberg aber erhalten. Man beabsichtige den „Verkauf von nicht betriebsnot­wendigen Teilflächen“, informiert Pressesprecher Theodorus Reumschüssel. Dabei handele es sich um Lager- und Werkhallen, die teilweise schon länger leerstehen. Nicht verkauft wird die südwestliche Ecke des Grundstückes. Dort sitze weiterhin die Verwaltung der Kraftwerksgruppe. Zudem bleibe die Warte für die Kraftwerkssteuerung erhalten. Diese werde aber seit 2016 nur noch selten in Betrieb genommen, sagt Reumschüssel: „Seither ist die Steuerung in Landshut, dem Firmensitz, zentralisiert.“ Die Landsberg-Teilwarte sei aber weiterhin funktionsfähig und ermögliche zum Beispiel bei Hochwasser eine konkrete Einsicht der Lage vor Ort.

Auch die Ausbildung – 25 Plätze für Elektroniker und Industriemechanik – bleibt erhalten. Das Werkstattgebäude, das durch den Verkauf ‚geteilt‘ wird (siehe Skizze oben), werde man weiterhin als Werkstätte nutzen. Wie die Teilung dann baulich ermöglicht werden kann, steht noch nicht fest.

Die BAWAG wurde 1940 speziell für die Errichtung der Lechkraftwerke gegründet. 1994 gab der Staat seine Mehrheit ab. 2016 spaltete sich Uniper ab. Die Wasserkraftwerksgruppe Lech betreibt 23 Kraftwerke mit einer Jahresleistung von 1.100 Gigawatt.
Susanne Greiner

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