Vorbildliches Engagement

Tlaskal-Preis für die Dießener Tafel

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Beim Neujahrsempfang der SPD im Festsaal des Historischen Rathauses überreicht die ehemalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmeling Ingrid Sämmer von der „Tafel Dießen“ den Heinrich-Tlaskal-Preis.

Landsberg – Das hat die Leiterin der „Tafel Dießen“, Ingrid Sämmer, komplett überrascht. Beim Neujahrsempfang des Landsberger SPD-Kreisverbandes im Historischen Rathaus erhielt sie den mit 1.000 Euro dotierten Heinrich-Tlaskal-Preis. Der 2014 im Alter von 85 Jahren verstorbene langjährige Dießener SPD-Gemeinderat hatte der Partei 10.000 Euro vererbt, mit dem Ziel, Personen zu ehren, die sich besonders für soziale Belange einsetzen.

In diesem Jahr fand die erste von zehn Verleihungen statt. Sämmer erhielt den Preis von der stellvertretenden SPD-Kreisvorsitzenden Hannelore Baur im Beisein von Herta Däubler-Gmelin, die beim Neujahrsempfang der Sozialdemokraten die Festrede hielt (siehe gesonderter Bericht).

„Angefangen habe ich 2006 mit 25 Kunden“, sagte Ingrid Sämmer anschließend im KREISBOTEN-Gespräch. Inzwischen seien es 140 Personen aus der Region Ammersee West, die Essen bei der Tafel abholen. Sie ist – „wegen der Spendenquittungen“ – bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) angesiedelt. Etwa die Hälfte der Nutzer des Angebots seien Flüchtlinge. „Das geht um wie ein Lauffeuer. Sie kommen an und schon kennen sie uns“, so Sämmer.

System mit Punkt

Gibt das kein Gedränge? Nein, sagt Sämmer, „ich habe unsere Kunden verteilt. Erst kommen unsere Einheimischen. Die kommen um halb drei, sind so um vier fertig. Für die Flüchtlinge gibt es ein Punktsystem. Ein roter Punkt auf ihrem Ausweis heißt: Sie kommen um vier Uhr in der ersten Woche dran. Ein blauer Punkt heißt: Die kommen in der zweiten Woche. Grün wird in der dritten Woche bedient. Dadurch kommt jeder Einzelne zwar nur alle drei Wochen dran, aber wir haben wirklich auch Zeit für ihn.“

Bedient man sich bei der Tafel wie im Supermarkt? „Keineswegs“, sagt Sämmer, „Es wird nichts selbst genommen, wir geben die Lebensmittel aus. Jeder Kunde trifft auf einen von sechs Verteilern.“ Die Logistik sei das Wichtigste. Sämmer hat 46 ehrenamtliche Mitstreiter. Sie sehen anhand einer Excel-Tabelle: „Wann bin ich dran? Bin ich zum Sortieren dran, bin ich zum Verteilen dran?“ Es gibt auch Fahrer, die zum Beispiel aus Eching, Schondorf, Riederau und Diessen die Lebensmittel von den Supermärkten und Einzelhandelsgeschäften abholen.

Herta Däubler-Gmelin gratulierte Ingrid Sämmer zu einer „einzigartigen Leistung“: „So ein soziales Engangement wünsche ich mir überall“.

Werner Lauff

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