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Landsberger Autosalon feiert sein Comeback

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Von: Ulrike Osman

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Autosalon Landsberg 2022 Sonne
Das Wetter machte dem ersten Autosalon Landsberg das Comeback nach der Pandemiepause nicht leicht. Die Händler waren dennoch zufrieden. Und ab und zu kam auch mal ein Sonnenstrahl durch. © Osman

Landsberg – Petrus meinte es nicht gut mit dem ersten Autosalon seit zweieinhalb Jahren. Doch viele Interessierte ließen sich auch von kaltem Wind und Regen nicht abhalten. Und so reichten die Kommentare der Händler über den Besucherzuspruch von „überraschend gut“ bis „könnte schlechter sein“. Unter den ausgestellten Fahrzeugen hatten quer durch alle Marken die E-Modelle in der Publikumsgunst die Nase vorn. Das galt nicht nur für Autos. Roller, Fahrräder und selbst Kinderwagen gibt es mittlerweile mit Strom­antrieb. 

13 Autohäuser aus Landsberg und der Region präsentierten über 20 Fahrzeugmarken. Organisator Helmut Seibold lobte die „gewaltige Vielfalt“, die auf der Waitzinger Wiese zu sehen war – und die Mühe, die sich die Händler angesichts der aktuellen Lieferproblematiken gemacht hatten. „Da wurde alles in Bewegung gesetzt, um die Autos herzubringen.“ Manche Autohäuser nutzten die Netzwerke ihrer Marken, andere hatten zu Ausstellungszwecken bereits verkaufte Kundenautos mitgebracht.

„Wir sind froh, dass wir wieder einen Autosalon haben und uns präsentieren können“, brachte Mazda-Händler Michael Schraml es auf den Punkt. Auch vereinzelte Fahrzeugpremieren gab es, etwa den neuen Nissan Aryia, einen vollelektrischen SUV. Citroen-Händler Lensch präsentierte mit Fahrzeugen des koreanischen Herstellers SsangYong gleich eine in seinem Portfolio ganz neue Marke.

Autosalon Landsberg 2022 USA Schlitten
Lincoln Continental und Chevrolet Impala: Der Sammlermarkt für die großen Ami-Schlitten nennt sich „toys for big boys“. © Osman

Dazwischen wirkten zwei riesige Ami-Schlitten wie ein Anachronismus – aber einer, der zum Hingucken reizte. Mitgebracht hatte den Lincoln Continental (Baujahr 1975) und den Chev­rolet Impala (Baujahr 1960) Claus Wörheide aus Waal, Inhaber einer Werkstatt für US-Cars mit Kunden aus ganz Deutschland. Es gebe einen florierenden Sammlermarkt für alte amerikanische Autos („toys for big boys“), berichtete der Old- und Youngtimer-Spezialist. Vom Preis her erschwinglich, seien die Autos mit einem Benzinverbrauch von bis zu 25 Litern auf 100 Kilometer allerdings eine reine Liebhaberei, für die man zudem viel Platz braucht. Denn die Straßenschiffe passen weder in eine normale Garage noch in eine landläufige Parklücke.

Die E-Herausforderung

Landsberger Autosalon 2022 ADAC Ebox
Die Spezialbox des Abschleppdienstes Kemény für E-Autos, die einen Unfall haben. © Osman

Für den Alltagsgebrauch sind Elektroautos auf dem Vormarsch. An Pannenhilfen und Abschleppdienste wie den von Michael Kemény stellen sie allerdings neue Herausforderungen, denn verunfallte Elektrofahrzeuge bergen eigene Risiken. Es kann zu Kurzschlüssen, Lichtbögen, im schlimmsten Fall zum sogenannten thermischen Durchgehen kommen, einer unaufhaltsamen Kettenreaktion im Akku, wodurch in Sekunden die gespeicherte Energie freigesetzt wird. Zum Abtransport beschädigter Akkus verfügt der Landsberger Betrieb deshalb über eine Spezialbox, die Michael Kemény auf den Autosalon mitgebracht hatte. Er sei derzeit auch viel in der Region unterwegs, um Feuerwehren entsprechend zu schulen. Für die meisten sei das Thema noch neu, so Kemény.

Autoteilehändler, Versicherer, Reiseanbieter, Spezialisten für Autoleder – die Co-Aussteller rund um das Thema Mobilität sind seit eh und je fester Bestandteil des Autosalons. Neu dabei in diesem Jahr war die „Spielkiste“ aus Kaufering mit Kindersitzen – darunter ein Modell mit Airbags – und Kinderwagen – darunter einer mit Elektroantrieb. Praktisch für Bergaufstrecken ist das laut Fachhändler Michael Riete. Eine eingebaute Wiegefunktion schaukelt das Baby sogar automatisch in den Schlaf.

Auf viel Interesse stießen die zahlreichen ausgestellten Wohnmobile. Corona habe die rollenden Ferienapartments noch beliebter gemacht, war zu hören, da man sich damit ein Stück Freiheit kaufen konnte. Mit eingebauten Nasszellen und Küchenbereichen, jeder Menge Stauraum, drehbaren Sitzen und breiten Liegeflächen könne man tagelang autark unterwegs sein.

Zuschuss fürs neue Auto

Spannend wurde es am Sonntagnachmittag. Denn auch in diesem Jahr verlosten der KREISBOTE und der Autosalon gemeinsam ein Auto im Wert von 12.000 Euro – oder dieselbe Summe als Finanzierungszuschuss für ein größeres Fahrzeug. Viele Besucher drängten sich um den Anhänger mit den tausenden ausgefüllten Losen, aus denen Glücksfee Letizia Schraml eines herausfischte.

Nach kurzer Prüfung durch KREISBOTEN-Anzeigenleiter Jörg Gramberg konnte Moderator Alex Bauermann den Namen der glücklichen Gewinnerin bekanntgeben: Natasha Pushkarewa, 20 Jahre alt, aus Landsberg. Sie hatte die Waitzinger Wiese zum Zeitpunkt der Ziehung längst wieder verlassen, kam aber nach dem Anruf vom Autosalon zurückgeeilt. Da sie auf ihrer Teilnahmekarte die Option Finanzierungszuschuss angekreuzt hatte, kann sie sich nun ein Modell aussuchen, in das sie die Gewinnsumme investieren möchte.

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