Landsberger (33) muss ins Gefängnis

Rauschgift unterm Couchtisch

Neben Marihuana fanden die Ermittler auch Falschgeld und illegale Waffen.
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148 Gramm Marihuana fanden die Ermittler in der Wohnung eines 33-jährigen Landsbergers.

Landsberg – Es gab nicht viel zu deuteln an dem Sachverhalt, mit dem sich jüngst das Schöffengericht Landsberg auseinandersetzen musste. 148 Gramm Marihuana waren unter dem Couchtisch eines 33-jährigen Landsbergers gefunden worden, dazu eine Feinwaage, Druckver­schlusstüten, 260 Euro Bargeld und zwei Schreckschusspistolen. Für Staatsanwältin Julia Ehlert waren das starke Indizien für illegales Handeltreiben mit Betäubungsmitteln. Der Angeklagte schwieg sich aus.

Der Polizei gegenüber hatte er sich noch kooperativ gezeigt. Man war durch Hinweise aus einem anderen Verfahren vor dem Amtsgericht darauf gekommen, die Wohnung des Lagerlogistikers zu durchsuchen. Der führte die Beamten bereitwillig zu der Stelle, wo er das Rauschgift samt Zubehör aufbewahrte. Weitere Angaben machte er jedoch weder der Polizei noch dem Gericht gegenüber – auch nicht, als ihm nahegelegt wurde, dass es ohne Geständnis mit einer Bewährungsstrafe schwierig werden könnte.

Da das Gesetz für Drogenhandel eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr vorsieht, reicht eine positive Sozialprognose allein nicht aus, um einen Verurteilten vor dem Gefängnis zu bewahren. Auch nicht das Fehlen von Vorstrafen – der 33-Jährige war bis dato noch nie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Notwendig für eine Strafaussetzung zur Bewährung sind auch „besondere Umstände“, wie sowohl Staatsanwältin Ehlert als auch die Vorsitzende Richterin Katrin Prechtel dem Angeklagten deutlich machten. Sprich: ein Geständnis.

Das kam aber nicht. Vielmehr fühlte sich der Angeklagte „ein bisschen erpresst“, ließ er das Gericht wissen. Die Frage Prechtels, ob er nichts sage, weil er unter Druck gesetzt werde, verneinte er. Während Verteidiger Cliff Radke den Vorwurf des Handeltreibens nicht als erwiesen ansah („ich habe auch eine Küchenwaage zu Hause“), hatte das Gericht daran keinen Zweifel.

Das aufgefundene Marihuana hätte laut Prechtel für 250 Joints gereicht – eine Menge, die der Angeklagte nicht selbst hätte verbrauchen können, zumal er auch noch angab, selbst gar keine Drogen zu konsumieren. Also habe ihn wohl „reines Gewinnstreben“ und nicht die Finanzierung der eigenen Sucht motiviert, folgerte das Gericht. „Das macht es noch schlimmer.“

Das Urteil lautete auf ein Jahr und fünf Monate Haft. Rechtskräftig ist es allerdings noch nicht.
Ulrike Osman

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